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Bismarck-Mausoleum in Friedrichsruh Aumühle/Sachsenwald

Am 30. Juli 1898 starb Fürst Otto von Bismarck. Verfolgen Sie sein Wirken, interessiert sie die Umgebung, die er sich und seiner Familie für seine letzten Lebensjahre ausgewählt hat? Dann besuchen Sie die letzte Ruhestätte dieses großen weitsichtigen Staatsmannes im Mausoleum zu Friedrichsruh. Vom Museum aus, vom Garten der Schmetterlinge oder der Otto-von-Bismarck-Stiftung aus geht man noch durch die Bahnunterführung. 

Dieser Ort - sein Lieblingsplatz mit Blick über Friedrichsruh - wurde vom Reichskanzler selbst ausgewählt, da er möglichst nahe der Eisenbahn begraben sein wollte, um, wie er sich einmal ausgedrückt hatte: "Den Zusammenhang mit dem Leben beizubehalten." Fürst Herbert von Bismarck ließ durch den Architekten Schorbach aus Hannover im Laufe des auf den Todestag folgenden Jahres die Kapelle errichten, die im romanischen Stil, in Anlehnung an die Gruftkapelle Theodorichs des Großen in Ravenna entworfen wurde. 

Bismarck-Mausoleum

Am 16. März 1899 wurden die Särge des Fürsten Otto von Bismarck (1815 - 1898) und seiner Gemahlin, der Fürstin Johanna von Bismarck, geb. von Puttkammer (1824 - 1894), mit der er fast 50 Jahre eine vorbildliche Ehe geführt hatte, und deren Sarg solange in Varzin/Pommern in der dortigen Kapelle geblieben war, in einer feierlichen gemeinsamen Beisetzung in zwei Marmorsarkophage gebettet. Zu diesem Anlass erschienen Kaiser Wilhelm II und ein großes Trauergefolge. Die beiden genannten Sarkophage befinden sich im oberen Teil der Kapelle. Den Grabspruch hatte Otto Fürst von Bismarck selbst bestimmt. Er lautet: 
"Ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I."

Und schon aus Theodor Fontanes Feder entsprang 1898:

Und kommen nach Dreitausend Jahren
Fremde hier des Wegs gefahren
Und sehen geborgen vorm Licht der Sonnen
Den Waldgrund in Epheu tief eingesponnen
und staunen der Schönheit und jauchzen froh
so gebietet einer: Lärmt nicht so ! -
Hier unten liegt Bismarck irgendwo.



Im unteren Teil der Kapelle, der Familiengruft, befinden sich die Sarkophage des Fürsten Herbert von Bismarck (1849 - 1904) und seiner Gemahlin Marguerite von Bismarck, geb. Gräfin Hoyos (1871 - 1945) sowie deren ältesten Sohns Fürst Otto von Bismarck (1897 - 1975) und dessen Gemahlin Ann Mari von Bismarck, geb. Tengbom (1907-1999). 

Weitere Grablegen der Familie befinden sich im weitläufigen Areal mit schönem Baumbestand und naturbelassenen Wiesen. Hier hat auch Gottfried Graf von Bismarck, ein Enkel des Reichskanzlers, der zum engsten Kreis der Verschwörer gegen Adolf Hitler zählte und bis Februar 1945 im KZ Sachsenhausen interniert war, seine letzte Ruhe gefunden. Er kam am 14. September 1949 zusammen mit seiner Ehefrau Melanie, geb. Gräfin Hoyos bei einem Verkehrsunfall ums Leben. 

Die Kapelle steht heute unter Denkmalschutz, kann auch für private Feiern (Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen) angemietet werden.
 

Eintrittskarten gibt es im Museum und dem Garten für Schmetterlinge

Öffnungszeiten:
 1.April bis 31. Oktober täglich 10:00 - 18:00 Uhr
 1. November bis 31.März Mi. 10:00 - 16:00 Uhr, Sa.+ So. 10:00 - 16:00 Uhr 

 

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