A-Z

Katen

Auch wenn sie heute mehr und mehr verschwinden oder bei Umbauten modernisiert werden, waren Katen über Jahrhunderte die häufigsten Bauwerke in der Region.

In ihnen, den kleineren Ausgaben des bäuerlichen Niedersachsenhauses, wohnten als „Kätner“ die Hilfskräfte der großen Bauernhöfe oder Güter. In ihrer einfachen Form bestanden sie aus einem durch Lehmwände verbundenen Fachwerk, wobei die ebenerdige Wohnebene durch ein Reetdach bedeckt war. Typisch an Ihnen (wie auch an größeren Bauernhäusern) sind die kleinen, vielfach gegliederten Sprossenfenster. Die Räume sind relativ niedrig. Viele Katen sind mittlerweile zu Sommerhäusern umgebaut.

Katen in Gothmund

Unser Tipp: Besuchen Sie Gothmund. Diese kleine Fischersiedlung an der Trave zwischen Lübeck und Travemünde, nah beim Herrentunnel  wurde  in  der Varendorfschen Landkarte von 1796 Goodmund genannt.

Die Gothmunder Fischer werden 1502 in einem Protokoll der Lübecker Ratsversammlung erwähnt de vischere to deme Godmunde, tegen Symesen awer liggende (Die Fischer zu Gothmund liegen gegenüber Siems) und erhalten 1585 in der ersten allgemeinen Fischereiordnung eigene Rechte. Ein Beispiel für eine historische Gothmunder Fischerkate ist im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum Kiel-Molfsee auch innen zu besichtigen.

Die Siedlung Gothmund selbst ist völlig autofrei, trotzdem gut mit Auto oder Fahrrad (an der Trave entlang) erreichbar, mit dem Bus ca. 20 Minuten von der Lübecker Innenstadt mit der Linie 12 (Haltestelle Normannenweg). Die Reet gedeckten Fischerhäuser können heute durch einen Spazierweg, der durch die Siedlung führt, besichtigt werden. Unter Denkmalschutz stehen die Häuser Fischerweg 10 bis 18. Im natürlichen Schutzhafen sind noch einige aktive Fischerboote vorhanden. Unmittelbar westlich der Siedlung beginnt das Naturschutzgebiet Schellbruch. Der Ort liegt am Treidelstieg der Trave, von dem aus die Segelschiffe früher getreidelt wurden, wenn der Wind ungünstig kam.

 

Brodtener Ufer