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Kinoangebot in der Traveregion - einst und jetzt

Der alte Spruch “Mach Dir ein paar schöne Stunden - Geh’ ins Kino!” gilt heute immer noch.


OHO-Kino-Center Bad Oldesloe


CineStar-Filmpalast Stadthalle Lübeck


Filmhaus Lübeck

Kommunales Kino Bad Schwartau

Movie Star Kino Bad Schwartau

Filmring Reinbek

Erste Vorführungen von aneinandergereihten Bildern gab es mit der Laterna magica im 18. Jahrhundert. Die Fotografie wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt.
Mit einem Projektor, man nannte ihn Bioskop, zeigten die Brüder Skladanowsky erstmals wohl am 1. November 1895  im Rahmen eines Varieté-Programms im Berliner Wintergarten neun kurze Filme. Projiziert wurde auf eine Leinwand. Die etwa zehn Minuten lange Veranstaltung war in Europa die erste vor einem zahlenden Publikum. 
Solche Einrichtungen wie Kinos gab es jedoch zunächst nicht. Die ersten Filme wurden in Cafés, Hinterzimmern und auf dem Jahrmarkt gezeigt. Das waren natürlich noch Stummfilme, bevor es dann erst richtig losging. 1918 gab es bereits 2300 Kinos in Deutschland. 1930 waren es schon 5000. 

Viele Kinos im ganzen Deutschen Reich gehörten der UFA. 1929 wurde das größte Kino Europas eingeweiht. Der "Ufa-Palast" befand sich in Hamburg am Gänsemarkt und hatte 2665 Plätze. Es gab auch andere Kinobetreiber, aber die größten und schönsten Kinos trugen das Ufa-Logo. Die Ufa wurde von einem Konsortium unter der Leitung der Deutschen Bank betrieben. Sogar auf den Überseedampfern der Hapag richtete man Ufa-Bordkinos ein. In ländliche Gebiete kam das Kino auch als Wanderkino.
Jetzt wird der Stummfilm auch immer mehr durch Tonfilme ersetzt und mit dem Ton kam auch Musik in die Kinos. Es wurden Musikfilme gedreht, die wiederum neue singende Stars wie etwa Marlene Dietrich hervorbrachten. Ab 1932 waren alle Spielfilme, die in Deutschland ins Kino kamen, vertont. Bis zum Farbfilm brauchte es aber noch einige Zeit. Die Farbe setzte sich erst ab Mitte der 1930er Jahre langsam durch. Die Kinofilme aus der Zeit der Weimarer Republik waren also in Schwarz-Weiß! 
Nicht nur die Zahl der Kinos nahm rasant zu, es wurde auch massenhaft gedreht, die Produktion von Kinofilmen wuchs. So wurden  in Deutschland  mehr Filme gedreht als in allen anderen europäischen Staaten zusammen. Nur Amerika hatte absolut die Nase vorn und hatte einen Namen: Hollywood
Der Film wurde in der Weimarer Republik überhaupt erst zu einer anerkannten Richtung der Kunst – neben Malerei und Bildhauerei, Musik, Literatur, Theater und Tanz.
Im Kino waren neben dem Hauptfilm mehrere kurze Vorfilme zu sehen, darunter meist auch ein "Kulturfilm". Das waren Lehrfilme zu naturwissenschaftlichen, geschichtlichen oder sonstigen Sachthemen. In den Pausen konnte man schon damals Eis essen, die Popcorn-Kultur setzte erst später ein.
Außerdem wurde auch immer eine Wochenschau im Vorprogramm gezeigt. In einem Wochen-Rückblick wurden dabei alle wichtigen Ereignisse  - politische, gesellschaftliche und kulturelle – gezeigt. Zunächst waren dies Stummfilm-Wochenschauen, später dann solche mit Ton.
In der Zeit der Weimarer Republik erlebte das Kino einen wahren Boom. Der Film wurde zu einem Massenmedium. Zwei Millionen Menschen strömten täglich in die Kinos! Fernsehen gab es ja noch nicht und so waren Kinofilme vor allem in den Städten eine beliebte Unterhaltung. Gezeigt wurden Kinofilme in den "Lichtspielhäusern", die häufig einen Namen trugen wie "Apollo-Theater". 
Mit Hitlers Machtübernahme endete 1933 die große Zeit des künstlerischen Kinos. Die Filme waren von nun an geprägt von der NS-Propaganda.  Bis 1940 konkurrierten mehrere Unternehmen, die diese Wochenschauen produzierten, ab 1940 gab es nur noch die von den Nazis kontrollierte "Deutsche Wochenschau". 
1957 ging es dann los. Die Zahl der Kinobesucher sank stetig. 1963 betrug die Anzahl der Kinobesuche noch 366 Millionen, 1973 gingen nur noch 144 Millionen Menschen ins Kino, 1989 waren es 101 Millionen. 
Immer mehr Kinos mussten schließen, da die Besucher ausblieben. Ein regelrechtes Kinosterben setzte ein. Und warum?
In der Hauptsache liegt es am Fernsehen. Immer mehr Haushalte legten sich einen Fernseher zu. Da konnte man sich gemütlich zu Hause hinsetzen und Filme und Nachrichten schauen.
1953 besaßen 10.000 Haushalte einen Fernseher, 1962 waren es schon 7 Millionen!
1963 gab es noch knapp 6000 Leinwände in der Bundesrepublik, 1968 waren es nur noch 4000, 1989 dann 3200. 
Und heute? Toller Sound, tolles Erlebnis auch in 3-D, außerdem mit Verzehrerlebnis. Aber Filme sind über Streaming-Dienste, Youtube zum Teil sogar kostenlos erhältlich und können sogar unterwegs in der U-Bahn zum Beispiel auf einem Smartphone verfolgt werden.
Was die weltweite Pandemie 2020 dazu noch anrichtet ist derzeit nicht abzusehen.


Eis essen


 

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