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Dassow am Ufer der Pötenitzer Wiek

Dassow im Landkreis Nordwestmecklenburg ist eine Stadt im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland).

Das durch Eingemeindungen gewachsene Gemeindegebiet Dassows erstreckt sich von der Ostseeküste (zwischen Klützer Winkel und Priwall) über die Ufer der Pötenitzer Wiek und des Dassower Sees bis zur Mündung der Maurine in die Stepenitz. Die Kernstadt Dassow selbst befindet sich am Eintritt der Stepenitz in den Dassower See, der als Seitenbucht der Travemündung in die Ostsee bereits auf Meeresspiegelhöhe liegt. Im Nordosten der Gemarkung steigt das hügelige Gelände bis 58 m ü. NN an. Die Ufer des Dassower Sees und der Stepenitz sowie Teile des Küstenabschnittes sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Schloss Lütgenhof
Schloss Lütgenhof Dassow


Die Nachbargemeinden sind in Uhrzeigerrichtung, beginnend im Norden, grenzen folgende Städte und Gemeinden an Dassow: Kalkhorst, Roggenstorf, Papenhusen, Schönberg, Selmsdorf und Lübeck (Travemünder Ortsteil Priwall).

Ab 1158 wurde die Landschaft Darrsowe oder Darxowe genannt, 1188 sprach man von Dartzchowe. 1219 wurde der Ort Dassow erstmals als Dartzowe (altpolabische Bezeichnung für Ort der Dornen oder Gesträuche) urkundlich erwähnt. Die Schreibweise veränderte sich 1415 zu Darsowe und im 15. Jahrhundert zu Dassow.
Aus der slawischen Burg entstand Mitte des 12. Jahrhunderts eine deutsche Burg mit einer Siedlung, günstig gelegen an der Straße von Lübeck nach Wismar. Die Lübecker gerieten hier in Verteidigung des Barbarossa-Privilegs von 1188 immer wieder in Konflikt mit örtlichem Adel und den mecklenburgischen Herzögen.
1505 kam es zur Lübecker Fehde zwischen der Hansestadt Lübeck und Mecklenburg sowie den Rittern von Parkenthin in Dassow.
Der markanteste Punkt ist der im 18. Jahrhundert errichtete Speicher an der Mündung der Stepenitz. Hier wurden die Waren aus der Umgebung gestapelt, die Schiffe ins nahe Lübeck brachten.

Erst 1938 wurde der Ort zur Stadt erhoben.

Dassow wurde Anfang Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen besetzt.

Im Mai 1945 gab es eine Explosion von entsorgter Munition auf dem Holmer Feld beim Spezenbruch nahe Dassow, die 28 dort eingesetzte, kriegsgefangene deutsche Soldaten das Leben kostete. Sie wurden auf dem Ortsfriedhof beigesetzt.

Dassow, die nordwestlichste Stadt der DDR, lag bis Ende 1989 inmitten des Sperrgebietes der DDR-Grenze und war ohne spezielle Passierscheine nicht erreichbar. Der zu Lübeck und damit zum Gebiet der Bundesrepublik gehörende Dassower See war durch die DDR-Grenzsperranlagen von der Stadt abgetrennt und von dort aus nicht zugänglich. Das nahe dem Dassower See an der Transitstrecke F 105 gelegene Siechenhaus vor Dassow wurde 1972/1973 von den Grenztruppen beseitigt.

Der Stadtkern und der Alte Speicher von Dassow wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.
Das Naturschutzgebiet Küstenlandschaft zwischen Priwall und Barendorf mit Harkenbäkniederung stellt das Nordufer des Dassower Sees, das Ostufer der Pötenitzer Wiek und die Küstenlandschaft der Lübecker Bucht im Gemeindegebiet unter Naturschutz. Dort an der Grenze zum Priwall mit seinem ehemaligen Wasserflughafen befinden sich am Ostufer der Pötenitzer Wiek auch der ehemalige Anleger und Ruinen des Luftzeugamt See aus den 1930er Jahren.

Sehenswertes

Mit den Kindern zum Tigerpark Dassow

Schloss Lütgenhof
St.-Nikolai-Kirche, eine frühgotische Backsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts
Tigerpark Dassow im Gewerbegebiet (Weißer Tiger, zahlreiche andere Tigerarten, Alpakas und Kleintiere)
Alter Hafenspeicher von 1861
Heimatstube und die Altenteilerkate in der Lübecker Straße

Söhne und Töchter der Stadt
Christian August von Berkentin (1694–1758), Diplomat in dänischen Diensten
Friedrich Wigger (1825–1886), Archivar
Meno Rettich (1839–1918), konservativer Reichstagsabgeordneter
Wilhelm Beusch (1894–1979), Ankläger im Strafverfahren gegen Adolf Seefeldt und ab 1944 Generalstaatsanwalt von Mecklenburg
Ernst Puchmüller (1897–1976), Bäcker, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Erster Sekretär einer SED-Kreisleitung, VVN-Landesvorsitzender in Mecklenburg und Direktor einer Landesblindenanstalt.
Herbert Freitag (* 1915), Landtagsabgeordneter (CDU)

 

Stockelsdorf