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Limes Saxoniae

In 2012 veröffentlicht in den Trave-Streifzug-News

Verlief hier der Limes Saxoniae ?

 

Verlauf des Limes Saxoniae in Schleswig-Holstein
Verlauf des Limes Saxoniae in Schleswig-Holstein auf der Basis der public-Domain-Karte von www.demis.nl selbst weitergezeichnet von Wolfgang Meinhart, Hamburg (Die Bild-Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.)


 

Wohl kaum!

Nur wenige wissen noch, dass sich vor zwölf Jahrhunderten durch Holstein eine strenge Grenze hinzog, Teile der Trave bildeten diese. Nur wenige Überreste erinnern daran. Was davon war slawischer Herkunft, wie der Nütschauer Ringwall, der vor dieser Zeit schon entstand? Was ist unkenntlich geworden, weil Grenzflüsse einen anderen Verlauf hatten oder wahrscheinlich andere Namen getragen haben dürften? 

Heinz Willner hat den Stand der Limes-Forschungen zusammengetragen im neu erschienenen Buch „Limes Saxoniae – Die Wiederentdeckung einer lange vergessenen Grenze.“  Das Werk ist erschienen im Tectum-Verlag und dort erhältlich wo es Bücher der Region gibt.

Die alte Grenze quer durch das Land, noch bevor Lübeck entstand und die Mönche des Loccumer Klosters die Reinfelder Klosteranlagen anlegten führte seinerzeit noch durch einen Urwald den Isarnho und sollte für Karl den Großen die nordelbischen Sachsen vor den Westslawen schützen. 

Aus Überlieferungen erstellte um 1075 herum „Adam von Bremen“ für die Erzbischöfe Hamburgs eine Chronik mit dem am ältesten erhaltenen Text über den Grenzverlauf.  Zwischen der Grenzziehung und der Abfassung des Textes (alle Urschriften sind zudem verloren) lagen bereits 250 Jahre. Kein Wunder also, das Übersetzungsinterpretationen zu unterschiedlichen Grenzverläufen führten. Wo also wirklich die Grenze durch unsere Region geführt haben dürfte, wird anschaulich und spannend belegt. Heinz Willner schildert auch, wie die endlosen Raubzüge der Slawen durch den Holsteiner Grafen Adolf III. mit einem genialen Konzept beendet wurden und die Slawen in die Besiedlung integriert wurden, die Grenze dann überflüssig wurde und doch in die Geschichte einging. Das Heimatmuseum Oldesloe widmet dem „Adam von Bremen-Text“ übrigens eine eigene große mit Fotos der Gegend angereicherte Schauwand. (Königstr. 32, 23843 Bad Oldesloe – Öffnungszeit Freitag von 14 bis 16 Uhr Sonnabend von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung  Eintritt: frei)

Nach den 825-Jahr-Feierlichkeiten Reinfelds in 2011 kam 2012 die 850-Jahr-Feier des Klosters Loccum, deren Mönche mitverantwortlich waren für die Besiedlung und Christianisierung unserer Region durch das Kloster Reynevelde. 

Westerau