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Die Lieblingstochter von Thomas Mann

Elisabeth Mann wuchs als fünftes Kind und jüngste Tochter von Katia Mann geb. Pringsheim und Thomas Mann in München in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Elisabeth Mann gilt als das Lieblingskind ihres Vaters Thomas, der sie in Gesang vom Kindchen und als „Lorchen“ in der Novelle Unordnung und frühes Leid portraitierte. 

Elisabeth Veronika Mann Borgese (* 24. April 1918 in München; † 8. Februar 2002 in St. Moritz, Schweiz) war eine Seerechtsexpertin und Ökologin sowie Publizistin, Sachbuchautorin, Autorin von Erzählungen und Gründerin der wissenschaftlichen Zeitschrift Ocean Yearbook. Im Laufe ihres Lebens hatte sie vier Staatsbürgerschaften, die deutsche, die tschechoslowakische, die US-amerikanische und die kanadische. Charakteristisch für Mann Borgese war, dass sie sich unabhängig davon in allen Ländern zuhause gefühlt hat. Dass im internationalen Seerecht heute die Meere als schützenswertes und überlebenswichtiges Gemeingut angesehen werden, fußt auf Mann Borgeses Arbeiten seit Ende der 1960er Jahre. Mann Borgese war 1970 Gründungsmitglied des Club of Rome, als einzige Frau, und maßgeblich an dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 beteiligt. Auch dass es seit 1996 einen Internationalen Seegerichtshof gibt, ist ihr zu verdanken.
In Deutschland wurde Elisabeth Mann Borgese einem breiten Publikum durch den Dokumentar-Spielfilm Die Manns – Ein Jahrhundertroman im Jahre 2001 bekannt, in dem sie erstmals, angeregt durch den Interviewer Heinrich Breloer, tiefe Einblicke in die Geschichte ihrer Familie gab.
In den 1990er Jahren regte Mann Borgese mit publizistischem Weitblick die Gründung einer deutschsprachigen Publikumszeitschrift zum Thema Meere an, wodurch mare. die Zeitschrift der Meere entstand, die seit 1999 monatlich erscheint.

 

Im Buddenbrookhaus Lübeck erfährt man viel über sie, vor allem ihrem Vater und über das Wirken der ganzen Familie.

Theodor Mommsen