A-Z

Der Ehrenbürger Emil Fehling

Emil Ferdinand Fehling (* 3. August 1847 in Lübeck; † 3. August 1927 ebenda) war ein deutscher Rechtsanwalt und Notar, Er wurde im Jahr 1896 Lübecker Senator und war 1917–1920 Bürgermeister der Freien und Hansestadt Lübeck.
Sein Bruder war der Konsul Hermann Wilhelm Fehling (1842–1907).

Er war verheiratet mit der einzigen Tochter des Dichters Emanuel Geibel, Ada Marie Caroline (1853–1906)
1896 trat er richtig in die Politik ein durch seine Wahl in den Lübecker Senat. Als Vorsitzender der Justizkommission (ab 1902) sowie Mitglied der Kommission für Reichs- und auswärtige Angelegenheiten gestaltete er wesentlich das politische Geschehen. Ab 1913 war Fehling schließlich Bevollmächtigter Lübecks im Bundesrat. 1917 erfolgte seine erste Wahl zum Lübecker Bürgermeister. In den Wirren der zusammenbrechenden Monarchie am Ende des Ersten Weltkrieges ist es seinem ausgleichenden Wesen zu verdanken, dass es in Lübeck nicht zu gewalttätigen Unruhen kam. Am Ende seiner zweiten Wahlperiode (1920) konnte sogar eine neue Landesverfassung für Lübeck in Kraft gesetzt werden, die wesentlich von ihm mitgestaltet wurde. In dem Jahr ging Fehling im Alter von 73 Jahren in den Ruhestand.

Die Familie Fehling gehörte zum engeren Bekanntenkreis der Familie Mann. Daher wurden Emil Fehling und sein Bruder, Konsul Hermann Fehling, in dem Roman Die Buddenbrooks als Personen einbezogen. Emil Ferdinand Fehling diente Thomas Mann als Vorbild für die Gestalt des Dr. Moritz Hagenström; Konsul Hermann Fehling erscheint als Konsul Hermann Hagenström. Emil Fehlings Schwiegervater, der Dichter Emanuel Geibel, tritt als Dichter Jean Jacques Hoffstede auf.
An seinem 80. Geburtstag, am 3. August 1927, erschien der gesamte Lübecker Senat in seinem Privathaus, um ihm die Ehrenbürgerurkunde zu übergeben. Ebenfalls anwesend waren zwei Professoren der Hamburger Universität, um ihm die Ehrendoktorwürde der Staatswissenschaften zu verleihen. Zu diesem Zeitpunkt lag Fehling schon auf dem Sterbebett und verschied noch am gleichen Tage.

 

Benjamin Franklin