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Baron Friedrich Karl von Tettenborn

Friedrich Karl Freiherr von Tettenborn (* 19. Februar 1778 im damals badischen Teil der Grafschaft Sponheim; † 9. Dezember 1845 in Wien) war ein General der Kavallerie im Befreiungskrieg und badischer Politiker.

1794 trat er als Kadett in das Kinsky-Chevauxlegers-Regiment Nr. 5 der österreichischen Armee ein und stieg in den französischen Revolutionskriegen schnell zum Rittmeister auf.
Bei dem Ausbruch des russischen Kriegs 1812 trat er als Oberstleutnant in die russische Armee ein.
Er besetzte Königsberg. Zum Obersten ernannt, ging er darauf über die Weichsel und Oder und rückte, nachdem er sich in Landsberg mit dem General Tschernyschow vereinigt hatte, in Berlin ein. Von da wurde er nach Hamburg entsandt, das er am 18. März 1813 besetzte, nachdem er Morand bei Bergedorf auf das linke Elbufer zurückgeworfen hatte. Doch musste er die Stadt am 30. Mai dem anrückenden Davout überlassen. Sein Wirken in Hamburg wird kritisch beurteilt. „Er betrachtete Hamburg als einen günstigen Standort, um sich selbst zu bereichern und einen ausschweifenden Lebenswandel zu führen. Um eine ernsthafte Verteidigung der Stadt bemühte er sich weniger als um das Eintreiben eines ‚Ehrengeschenks‘ von 5000 Friedrich d’or und seine Ernennung zum Ehrenbürger."
Am 15. Oktober 1813 zog er als russischer Generalmajor mit seiner Reiterei in Bremen ein, musste bald aber wieder weichen. Am 4. November 1813 erreichte er wieder Bremen. Er arbeitete mit einigen Bremern zusammen und leitete durch die Einsetzung einer provisorischen Regierungskommission - bestehend aus sieben Senatoren - erste Maßnahmen zur Befriedung ein. Bereits am 6. November 1813 konstituierte sich der Bremer Rat neu und führte das alte Bremer Stadtrecht wieder ein.
Außer der Hamburger Ehrenwürde erhielt er auch die Bremer Ehrenbürgerwürde.

 

Ernst Thälmann