Die Gebrüder Grimm und ihre Märchen

Am 4.1.1785 und am 24.2.1786 wurden Jacob und Wilhelm Grimm in Hanau geboren. Wilhelm Grimm starb am 16.12.1859, Jacob am 20.9.1863, beide in Berlin. Die Brüder, oft auch Gebrüder genannt, gelten als die Begründer der germanischen Philologie. Als Wissenschaftler gewannen sie bald und bis in unsere Gegenwart internationales Ansehen. Sie waren hochgeschätzte, aktiv tätige Mitglieder einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Akademien und gelehrter Gesellschaften im In- und Ausland. Jacob Grimm war Träger hoher Auszeichnungen, er wurde 1842 Mitglied des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste.
Die Anregungen Johann Gottfried Herders aufgreifend, waren sie zusammen mit den Romantikern Ludwig Achim von Armin und Clemens Brentano Entdecker und Herausgeber der zunächst mündlich tradierten literarischen Überlieferungen: der Volkslieder, Volksmärchen und Sagen. Während ihres Jurastudiums in Marburg von 1802 bzw. 1803 bis 1806 wurden sie in ihrer Wissenschaftsauffassung von ihrem akademischen Lehrer Friedrich Carl von Savigny nachhaltig geprägt und wendeten später erstmals die für die Rechtswissenschaft entwickelte historische Methode auf die Sprach- und Literaturwissenschaft an. Sie verbanden ihr Vorgehen mit jeweils umfassenden Quellenstudien und strenger Quellenkritik. Auf diese Weise entstand auch im philologischen Bereich der gründliche und jederzeit nachprüfbare Belegnachweis. Auf dieser Grundlage erschienen aus ihrer Feder im Laufe ihres Lebens vorbildhaft zu nennende Werke.
Rechtsgeschichte, Texteditionen mittelalterlicher Literatur, Grammatik, Religionswissenschaft und Geschichte sind die Wissenschaften, denen Jacob Grimm sich besonders widmete; als veröffentlichte Ergebnisse seiner Forschungen seien (in Auswahl) genannt: Deutsche Rechtsaltertümer (1828), Reinhart Fuchs (1834), Silva de romances viejos (1815), Andreas und Elene (1840), Deutsche Grammatik (1819/1822-1837), Deutsche Mythologie (1835), eine Ausgabe der Germania (1835) des Publius Cornelius Tacitus.

Briefmarken Grimms MärchenBriefmarken Grimms Märchen

Wilhelm Grimm gab ebenfalls mittelalterliche Texte heraus, so mit seinem Bruder Jacob gemeinsam das Hildebrandlied (1812) und, allein, Altdänische Heldenlieder (1811), Konrads von Würzburg Goldene Schmiede (1850), Graf Rudolf (1828 und 1844), Freidanks Bescheidenheit (1834), Konrads des Pfaffen Rolandslied (1838), Exhortatio ad plebem christianam. Glossae Cassellanae (1848), aber auch des Freundes Ludwig Achim von Arnim Sämtliche Werke (1839 - 1856). Von seinen bei den Texteditionen immer wieder bewiesenen gründlichen grammatisch-sprachwissenschaftlichen Kenntnissen zeugt auch sein Werk Über deutsche Runen (1821), das den Beginn wissenschaftlicher Runenforschung in Deutschland bezeichnet. 
Als letztes, wiederum gemeinsames Werk begannen die Brüder Grimm die Veröffentlichung ihres umfangreichen Deutschen Wörterbuchs (1854ff.), das erst 1960, also mehr als hundert Jahre danach, als Gemeinschaftsarbeit der Wissenschaftlichen Akademien in Berlin und Göttingen mit insgesamt 32 Bänden von A - Z vollständig vorgelegt wurde. Damit wird gewissermaßen eine erste Gemeinschaftsarbeit ihrer Jugend reflektiert: die Edition der von ihnen gesammelten und in den Textfassungen redigierten zweibändigen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen (1812 bis 1815) in einem Umfang von 156 Märchen, den sie in den Folgeauflagen bis auf 200 Nummern in der Ausgabe letzter Hand (1857) erhöhen und um 10 Kinderlegenden vermehren konnten. Mit ihren Anmerkungen zu den Märchen (1819) begann die inzwischen international weit verbreitete Märchenforschung.
Mehrere Straßenzüge in Hamburg-Schiffbek und  Lübeck-Moisling tragen die Namen der berühmtesten Märchen Schneewittchenweg, Rotkäppchenweg, Ilsebillweg, Knusperhäuschen usw. In Moisling gibt es zudem den Brüder-Grimm-Ring, sogar die Schule hier trug lange Zeit ihren Namen, die Brüder-Grimm-Schule.

 

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