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Georges-Arthur Goldschmidt Ehrenbürger von Reinbek

Georges-Arthur Goldschmidt (* 2. Mai 1928 in Reinbek bei Hamburg) ist ein französisch-deutscher Schriftsteller, Essayist und Übersetzer. Er lebt in Paris.

Georges-Arthur (Jürgen-Arthur) Goldschmidt kam in Reinbek bei Hamburg als Sohn des Oberlandesgerichtsrats Arthur Goldschmidt (1873–1947) und von Toni Katharina-Maria Jeanette Horschitz, genannt Kitty (* 9. Februar 1882 in Kassel; † 2. Juni 1942 in Reinbek bei Hamburg), zur Welt.

Autor=Hans Peter Schaefer, http://www.reserv-a-rt.
2007 Literaturhaus Köln Autor=Hans Peter Schaefer, http://www.reserv-a-rt.de

Die ursprünglich jüdische Familie war bereits im 19. Jahrhundert zum Protestantismus konvertiert und Georges-Arthur wurde dementsprechend auch evangelisch-lutherisch getauft. Aber auch die Goldschmidts blieben vom Antisemitismus des aufkommenden Nationalsozialismus nicht verschont. Seine Mutter überlebte die NS-Zeit nicht, der Vater kehrte aus Theresienstadt nach Reinbek zurück, starb aber kurze Zeit später.
Schriftstellerisch betätigte sich Goldschmidt erstmals in den 1960er-Jahren. Er begann für namhafte Zeitschriften zu schreiben, teilweise in Zusammenarbeit mit seiner Frau Lucienne Geoffrey, es folgten erste Essays und Romane in französischer Sprache. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller machte sich Goldschmidt auch als Literaturkritiker und Übersetzer einen Namen. Zu den von ihm übersetzten Autoren und Philosophen gehören etwa Friedrich Nietzsche, Walter Benjamin, Franz Kafka, Adalbert Stifter, Johann Wolfgang Goethe sowie der mit ihm befreundete Österreicher Peter Handke, welcher seinerseits wiederum einige Werke Goldschmidts ins Deutsche übertragen hat.

1997 wurde Goldschmidt die Ehrendoktorwürde der Universität Osnabrück verliehen, eine Auszeichnung, mit der, so der Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Osnabrück, sein Einsatz als „einzigartiger Grenzgänger und Brückenbauer“ zwischen Deutschland und Frankreich gewürdigt werden soll.

 

Günter Grass