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Lessing und das Hamburger Nationaltheater

Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz, Sachsen; † 15. Februar 1781 in Braunschweig) war der wichtigste Dichter der deutschen Aufklärung.

Briefmarke Lessing

Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften, die vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet sind, hat dieser Aufklärer der weiteren Entwicklung des Theaters einen wesentlichen Weg gewiesen und die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Lessing ist der erste deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen in den Theatern aufgeführt wird.
Als Lessing im November 1752 nach Berlin zurückkehrte, bezog er gemeinsam mit Christian Nicolaus Naumann eine Wohnung. Er machte Bekanntschaft mit Karl Wilhelm Ramler, Friedrich Nicolai, Ewald Christian von Kleist, Johann Georg Sulzer und schloss Freundschaft mit Moses Mendelssohn.
Im Oktober 1755 kehrte er nach Leipzig zurück. Im folgenden Jahr plante er eine auf mehrere Jahre angelegte Bildungsreise durch die Niederlande, England und Frankreich als Begleiter des Leipziger Kaufmannssohns Christian Gottfried Winkler (1731–1795)], die er und insbesondere Winkler jedoch wegen des Siebenjährigen Krieges bereits in Amsterdam abbrechen mussten. Im selben Jahr begegnete er Johann Wilhelm Gleim, Friedrich Gottlieb Klopstock und Conrad Ekhof.
1758 zog Lessing erneut nach Berlin, wo er mit Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn zusammen die Briefe, die neuste Literatur betreffend veröffentlichte. 1760 wurde Lessing zum Auswärtigen Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt.
1765 kehrte er zurück nach Berlin, um dann 1767 für drei Jahre als Dramaturg und Berater an das Hamburgische Entreprise (auch Hamburger Entreprise oder Hamburger Nationaltheater) zu gehen, welches aber bereits 1769 aus finanziellen Gründen wieder geschlossen wurde.Als Haus diente das Ackermannsche Comödiantenhaus an der Stelle der ehemals berühmten Oper am Gänsemarkt. In dem Theater wurde Lessings Stück Minna von Barnhelm uraufgeführt und 16 mal gezeigt, womit es das erfolgreichste Stück des Theaters war. Am 8. Oktober 1776 heirateten er und Eva König in Jork bei Hamburg im Hause von Johannes Schuback. Am Weihnachtsabend 1777 gebar sie den Sohn Traugott, der aber am folgenden Tag starb. Am 10. Januar 1778 starb auch Eva Lessing an Kindbettfieber.
Während seiner Tätigkeit am Hamburger Theater machte er unter anderem Bekanntschaft mit Friedrich Ludwig Schröder, Philipp Emanuel Bach, Johann Melchior Goeze, Johann Friedrich Löwen und den Familien Reimarus und König. Dabei lernte er seine spätere Frau Eva König kennen, deren Mann Engelbert König zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Im selben Jahr wurde er zum auswärtigen Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt.
1779 verschlechterte sich Lessings Gesundheitszustand. Am 15. Februar 1781 starb Lessing nach vierzehntägiger Krankheit an Brustwassersucht im Hause des Braunschweiger Weinhändlers Angott.
Der Gedanke der Freiheit – für das Theater gegenüber der Dominanz des französischen Vorbilds, für die Religion vom Dogma der Kirche – zieht sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Leben. Folgerichtig setzte er sich auch für eine Befreiung des aufstrebenden Bürgertums von der Bevormundung durch den Adel ein. In seiner eigenen schriftstellerischen Existenz bemühte er sich ebenfalls stets um Unabhängigkeit. Sein Ideal eines Lebens als freier Schriftsteller ließ sich jedoch nur schwer gegen die ökonomischen Zwänge durchsetzen. So scheiterte in Hamburg das Projekt „Deutsches Museum“, das er 1768 mit Johann Christoph Bode durchzuführen versuchte.

 

Lessing-Denkmal am Gänsemarkt

Das Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt in Hamburg ist ein vom Berliner Bildhauer Fritz Schaper geschaffenes Kunstwerk. Es wurde 1881 anlässlich des 100. Todestags von Gotthold Ephraim Lessing aufgestellt.

Udo Lindenberg