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Gustav Frenssen

Diesem Herrn möchten wir kein Denkmal setzen, er ist ein Beispiel dafür, wie man sich bei der Benennung von Straßen auch irren kann.

Gustav Frenssen (* 19. Oktober 1863 in Barlt, Dithmarschen; † 11. April 1945 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller des völkischen Nationalismus, ab 1932 des Nationalsozialismus.
Er besuchte nach der Volksschule zunächst das Gymnasium in Meldorf, gemeinsam mit dem späteren antisemitischen Literaturhistoriker Adolf Bartels, und wegen schlechter schulischer Leistungen danach das in Husum.
Gustav Frenssen lebte von 1902 bis 1906 in Meldorf und danach in Blankenese. Nach der Machtübernahme unterstützte er offen die NSDAP. Er unterschrieb 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Hitler, bejahte ab 1938 die Ausgrenzung der Juden und trat für die Euthanasie ein.
Im Oktober 1933 ließ sich Frenssen in die gleichgeschaltete Preußische Akademie der Künste Sektion Dichtung aufnehmen, die sich ab 1939 Deutsche Akademie der Dichtung nannte, und wurde zum Ehrensenator des Reichsverbands Deutscher Schriftsteller, einer Unterabteilung der Reichsschrifttumskammer, ernannt. 1933 erhielt er den Raabepreis. 1938 verlieh Hitler ihm die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.
Er war Vorstandsmitglied des 1936 gegründeten Eutiner Dichterkreises, einer der bedeutendsten Autorengruppen in Nazi-Deutschland.  In den letzten Kriegsjahren arbeitete Frenssen vorwiegend für den Rundfunk und die Reichspressestelle der NSDAP. Nach seinem Tod 1945 geriet Frenssen weitgehend in Vergessenheit. In der Sowjetischen Besatzungszone und der Deutschen Demokratischen Republik wurden viele seiner Werke auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.
Frenssens publizistische Unterstützung für die Verbrechen des NS-Staates wurden in der Bundesrepublik lange weitgehend verdrängt und der Autor geehrt. Vor allem in Schleswig-Holstein wurden Straßen nach ihm benannt. Erst in den 1980er Jahren – 1983 zuerst in Heide (Holstein) – bildeten sich politische Initiativen, die – wie 1986 in Hamburg-Blankenese – eine Umbenennung erreichten. Die Frenssenstraße in Kiel-Pries wurde erst 2011 mit der Begründung umbenannt, Frenssen habe „seine Begabungen wissentlich und willentlich in den Dienst der Nationalsozialisten“ gestellt. Die Straße war schon 1920 nach ihm benannt worden. 2014 folgten die Gustav-Frenssen-Straßen in Heide, Brunsbüttel. und Marne; 2015 auch in Meldorf.
2014 berief die Stadt Hannover einen Beirat aus Fachleuten zur Überprüfung, ob es bei Personen als Namensgeber für Straßen „eine aktive Mitwirkung im Nazi-Regime oder schwerwiegende persönliche Handlungen gegen die Menschlichkeit gegeben hat“. Er regte die Umbenennung der im Jahr 1967 nach Frenssen benannten Straße an. Er habe „Judenverfolgung und Euthanasiemorde gerechtfertigt“
(Texte aus Wikipedia)
1999 wurde nach monatelangen Auseinandersetzungen in Bad Oldesloe gegen die Stimmen der CDU-Fraktion die Gustav-Frenssen-Straße in Ernst-Barlach-Straße umbenannt.

 

 

 

 

Carl Friedr. Gauß