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Johann Sebastian Bach - der grösste Komponist der Musikgeschichte

Zu Lebzeiten wurde Johann Sebastian Bach (* 21. Märzjul./ 31. März 1685greg. in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) als Virtuose, Organist und Orgelinspektor hoch geschätzt, allerdings waren seine Kompositionen nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. 

Nach einer abgebrochenen Schulausbildung bis zur Prima auf dem Lyzeum in Ohrdruf, einer Kleinstadt in Thüringen, entschlossen sich der 14-jährige Bach und sein Klassenkamerad Georg Erdmann, ihre Schulausbildung in der Partikularschule des Lüneburger Michaelisklosters fortzusetzen. Die Stipendien wurden nicht weiterbewilligt, die Noten waren aber sonst recht gut. Das akademische Niveau an der Partikularschule in Lüneburg war höher als am Ohrdrufer Lyzeum. Außerdem lernten die Schüler hier durch die Nachbarschaft der Ritterschule die Grundlage der höfischen Tradition kennen. Bekannt ist auch, das er seine Geige mit nach Lüneburg nahm.

Briefmarke Bach

Beim Komponisten und Organisten von St. Johannis lernt er einiges. Im Altbestand der Bibliothek der Weimarer Herzogin Anna Amalia entdeckte man 2005 Abschriften von Orgelwerken Dieterich Buxtehudes und Johann Adam Reinckens, des zu Bachs Zeit berühmten Organisten von St. Katharinen in Hamburg Diese legen nahe, dass der knapp 15-jährige Johann Sebastian Bach die Kopie von Reinckens Choralfantasie An Wasserflüssen Babylon für den Orgelunterricht bei Georg Böhm verfertigt hat. Sie ist von Bach mit einem Hinweis auf Böhm datiert: „â Dom. Georg: Böhme | descriptum aõ. 1700 | Lunaburgi“.
Er reiste „von Lüneburg zuweilen nach Hamburg, um den damals berühmten Organisten an der Catharinenkirche Johann Adam Reinken zu hören“. Die Orgel der St. Katharinenkirche, die als berühmtestes und schönstes Instrument Norddeutschlands galt, hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck.
Nach Aufenthalten wahrscheinlich wieder in Thüringen erhielt Bach am 9. August 1703 seine Bestallung als Organist der Neuen Kirche in Arnstadt verbunden mit mehr Geld und späterer Chorleitung des Chores des Lyzeums dort.
Im November 1705 wanderte er zu Studienzwecken nach Lübeck, um „den dasigen berühmten Organisten an der Marienkirche Diedrich Buxtehuden zu behorchen“, möglicherweise aber auch, um sich als Nachfolger des 70-jährigen Organisten zu St. Marien zu bewerben. Es war ihm Urlaub von vier Wochen gewährt worden. Diesen dehnte er bis in den Januar 1706 aus.
Diese Reise zu Buxtehude bescherte Bach wertvolle musikalische Eindrücke. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat Bach auch auf der berühmten alten Totentanz-Orgel der Marienkirche Lübeck spielen können. Buxtehudes Abendmusiken, Orgel- und Klavierwerke und sein unvergleichliches Orgelspiel bildeten einen Ansporn für den noch jungen Bach. Die ersten erhaltenen Orgel- und Klavierwerke Bachs lassen den Einfluss Buxtehudes erkennen.
Buxtehude fand großen Gefallen an dieser Verbindung. Bedingung für die Nachfolge in der Stelle als Organist war dann aber, dass Buxtehudes älteste Tochter Anna Margreta geheiratet werden sollte. Zu dieser zehn Jahre älteren Frau fühlte sich Bach jedoch nicht hingezogen.
Am 1. Juli 1707 trat er an der Divi-Blasii-Kirche Mühlhausen seinen Dienst als Organist an, noch einmal mit höheren Bezügen.
Sein Gehalt betrug 85 Gulden plus Naturalien und Einkünfte aus den Nebenkirchen – eine wesentlich höhere Bezahlung als sein Vorgänger und sein Nachfolger, die ihm nun erlaubte, eine Familie zu gründen. Am 17. Oktober 1707 heiratete er Maria Barbara Bach. Der Ehe entstammen später sieben Kinder, darunter Carl Philipp Emanuel.
Im Juni 1708 reiste Bach nach Weimar und spielte vor dem Herzog Wilhelm Ernst. Dieser bot ihm die Stelle als Hoforganist und Kammermusiker mit einem Gehalt von 150 Gulden zuzüglich Naturalien an. 
Bach übersiedelte in der ersten Julihälfte 1708 mit seiner schwangeren Gattin nach Weimar und zog in das Haus ein, in dem bis 1705 der Komponist und Violinist Johann Paul von Westhoff gewohnt hatte. Ein Großteil von Bachs Orgelwerk entstand während der Weimarer Zeit.
In Köthen, im heutigen Landkreis Anhalt-Bitterfeld trug Bach 1717 die Titel Kapellmeister und Director derer Cammer-Musiquen.
Bach konnte in Köthen für eine hervorragende Kapelle komponieren. Fürst Leopold von Anhalt-Köthen, selbst oft Violinist in dieser Kapelle hatte bis zu 17 Musiker angestellt, die zum Teil aus der 1713 aufgelösten Kapelle des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. stammten. Acht der Instrumentalisten, unter ihnen Christian Ferdinand Abel, hatten Solistenqualität und den Rang eines Cammermusicus. Der Fürst stattete seine Kapelle mit guten Instrumenten aus und schickte Bach zum Kauf eines neuen Cembalos 1719 nach Berlin. Dort konnte Bach den kunstliebenden Markgrafen Christian Ludwig kennenlernen. Für ihn stellte er 1721 ältere und neuere Instrumentalsätze als Six Concerts Avec plusieures Instruments zusammen, die deshalb später Brandenburgische Konzerte genannt wurden (BWV 1046–1051).
1720 verstarb Maria Barbara dann überraschend. Schon im September 1720 wurde die Organistenstelle zu St. Jacobi in Hamburg frei, um die sich Bach bewarb. Er wurde vom Hamburger Rat zum Probespiel zugelassen, sagte aber dann doch ab, wahrscheinlich weil die Übernahme der Stelle mit einer beträchtlichen Kaufsumme verknüpft war. 
Am 3. Dezember 1721 heiratete er Anna Magdalena, mit der er 13 Kinder hatte. Sehr viele Kinder verstarben wieder, dazu auch noch seine Schwester, was ihn vermutlich in eine Schaffenskrise geraten ließ.
In Leipzig wurde durch den Tod Johann Kuhnaus am 5. Juni 1722 die Stelle des Thomaskantors frei. Nach einem ersten Probespiel am 14. Juli wurde von den Bewerbern Georg Philipp Telemann gewählt. Da Telemann auf Grund einer Gehaltserhöhung in Hamburg blieb, wurde eine zweite Kantoratsprobe anberaumt. Bach wurde aber erst „als dritte Wahl“ Thomaskantor, ein Amt, das er bis zu seinem Tode behielt.
Für Weihnachten 1723 schrieb Bach die zweite Fassung des Magnificat in Es-Dur mit den weihnachtlichen Einlagesätzen, für den Karfreitag 1724 sein bis dahin umfassendstes Werk, die Johannespassion, für Weihnachten 1724 ein Sanctus. Wohl Anfang 1725 begegnete Bach dem Textdichter Christian Friedrich Henrici alias Picander, der schließlich den Text für die Matthäuspassion lieferte, die 1727 oder 1729 uraufgeführt wurde. 
Im Mai 1747 besuchte er auf Einladung Friedrichs des Großen, in dessen Hofkapelle sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach als Cembalist angestellt war, Potsdam und Berlin und spielte auf den dortigen Pianoforti und Orgeln.
Nach seinem Tod am 28. Juli 1750, er wurde drei Tage darauf auf dem Johannisfriedhof in Leipzig begraben, gerieten seine Werke jahrzehntelang in Vergessenheit und wurden kaum noch öffentlich aufgeführt. Nachdem die Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven sich mit Teilen von Bachs Werk auseinandergesetzt hatten, begann mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1829 die Bach-Renaissance in der breiten Öffentlichkeit. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik.  Er ist der prominenteste Vertreter der Musikerfamilie Bach und gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Insbesondere von Berufsmusikern wird er oft als der größte Komponist der Musikgeschichte angesehen.

 

Barbarossa