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Johannes Aepinus und die Reformation in Hamburg

Von der St.-Petri-Kirche aus war er tätig.
Johannes Aepinus auch: Johann Hoeck, auch Huck, Hugk, Hoch oder Äpinus; (* um 1499 in Ziesar; † 13. Mai 1553 in Hamburg).

Zunächst wurde er von seinen Lehrern Johannes Bugenhagen und Hermann Bonnusin den alten Sprachen ausgebildet, dabei betrieb er erste theologische Studien. 1518 ging er zur Universität nach Wittenberg, wo er sich am 1. Oktober immatrikulierte. 
Seine Professoren Martin Luther und Philipp Melanchthon machten ihn bald mit den Ideen der Reformation vertraut und er erwarb am 13. März 1520 den akademischen Grad des Baccalaureus.
In Flensburg kam es schon einmal im April 1529 zu einer sogenannten Disputation mit dem Täufer Melchior Hofmann über die Abendmahlslehre. Hierbei zog Johannes Bugenhagen Johannes Aepinus hinzu.

St. Petri Hamburg
St. Petri Hamburg

Bugenhagen reformierte dann im Juni 1529 in Hamburg das Kirchenwesen. Dabei gab der erste lutherische Pastor an der Sankt-Petri-Kirche sein Amt auf.
Das Domkapitel widersetzte sich ohnehin heftig der Reformation. Aepinus verfasste zwei Schriften, die er dem Rat der Stadt widmete. Dies sollte beschwichtigend wirken. 
Jedenfalls wurde Aepinus nun zum Nachfolger des Pastors an der Sankt-Petri-Kirche ernannt.
Auch in England sollten die kirchlichen Verhältnisse neu geordnet werden. So kam es, dass Aepinus mit einer Delegation des Rats der Stadt Hamburg an den Hof Heinrichs VIII. von England reiste, wo er an Verhandlungen zu Angelegenheiten der Ehescheidung des Königs und den reformatorischen Fragen in England teilnahm. 
Aepinus verweigerte jedoch Heinrich VIII. das erhoffte positive theologische Gutachten zur Ehescheidung und musste erleben, dass während seines Aufenthaltes bei den Parlamentsverhandlungen mit keinem Wort von Glaubensangelegenheiten die Rede war. 
Vielmehr ging es letztlich nur um die Frage, wie König Heinrich VIII. zum Oberhaupt der neuen anglikanischen Staatskirche Kirche in England gemacht werden sollte und dazu die Einziehung der Kirchengüter geregelt werden sollte. 
Aepinus überreichte Heinrich VIII. zwei Exemplare der Apologie der Confessio Augustana und verließ London enttäuscht im Januar 1535. 
Auch bei Gesprächen 1538 in Braunschweig und später in Hamburg in Anwesenheit König Christians III. von Dänemark war Aepinus daran beteiligt, um die drohende Kriegsgefahr, die durch die Gründung des Nürnberger Bundes entstanden war, abzuwenden. 1546 kam es nach dem ergebnislosen Regensburger Religionsgespräch dazu. 
Sein Rat war aber weiter erbeten, so unternahm er 1552 Reisen nach Kopenhagen, Rostock und Lübeck, wo dieser in kirchlichen und theologischen Fragen begehrt wurde. 
Am 13. Mai 1553 starb Aepinus. Er wurde vor dem Altar der Sankt-Petri-Kirche beigesetzt.

 

 

 

 

Bendix von Ahlefeldt