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Lucas Cranach der Ältere 

(* um 1472 in Kronach, Oberfranken; † 16. Oktober 1553 in Weimar) war einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance. 

Er war ab 1505 Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Neben zahlreichen Altarwerken und allegorischen Gemälden fertigten er und seine Werkstatt vor allem auch eine große Zahl an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Cranach-Werkstatt, die mutmaßlich rund 5000 Gemälde verlassen haben, wurde von seinem gleichnamigen Sohn Lucas Cranach d. J. fortgeführt.
In Wittenberg schloss er Freundschaft mit Philipp Melanchthon und Martin Luther. Zusammen mit seiner Ehefrau war er 1525 Trauzeuge bei dessen Heirat mit Katharina von Bora und war Taufpate von Luthers ältestem Sohn Johannes. Die zweite Ehefrau seines Sohnes Lucas Cranachs des Jüngeren, Magdalena Schurff, war eine Nichte Philipp Melanchthons. Cranach entwickelte sich nicht nur zu dem charakteristischen Maler der deutschen Reformation, er wirkte auch mittels seiner Grafiken in reformatorischen Schriften landesweit in der geistigen Auseinandersetzung dieser Zeit.
Lucas Cranach zählt zu den bedeutendsten bildenden Künstlern des frühen 16. Jahrhunderts in Deutschland. Seitdem er 1505 die feste Stellung als Hofmaler der sächsischen Kurfürsten innehatte, arbeitete er zusätzlich für Kaiser Maximilian I., für Albrecht von Brandenburg, Albrechts Bruder Joachim I. Nestor und dessen Sohn Joachim II. von Brandenburg, außerdem für andere hohe Adlige und – gleichzeitig – für seine protestantischen Freunde. Zusammen mit Albrecht Dürer und weiteren bedeutenden Künstlern der Zeit hat er 1515 den ehrenvollen Auftrag erhalten, das Gebetbuch Maximilians I. zu illustrieren.
Sein Männerbildnis (früher als Johannes Bugenhagen interpretiert, nach neuerer Forschung jedoch eher der aus Leipzig stammende Reformator Christoph Ering) wird in Hamburg in der Hamburger Kunsthalle  aufbewahrt. Auch Johann der Beständige und Die drei Kurfürsten von Sachsen.
Wertvolle Stücke von ihm sind weiterhin im Schloss Gottorf ausgestellt.


In der Kunsthalle sind auch zwei Werke seines Schülers Franz Tymmermann (* um 1515 in Hamburg; † nach 1540), seit dem 20. Jahrhundert auch Franz Timmermann ausgestellt.
1538 schickte ihn der Hamburger Rat nach Wittenberg zur Ausbildung bei ihm, unter der Bedingung, dass er nach der Ausbildung ohne Wissen und Zustimmung des Rates sich nirgendwo außer in Hamburg niederlassen dürfe. Tymmermann war besonders talentiert und lieferte dann auch einiges ab. Seine Lukrezia und sein Werk Sündenfall und Erlösung werden jetzt in der Kunsthalle verwahrt. Nach 1541 verliert sich dann aber seine Spur.

 

Leonardo Da Vinci