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Luise Zietz 

Luise Catharina Amalie Zietz, geb. Körner, (geboren 25. März 1865 in Bargteheide; gestorben 27. Januar 1922 in Berlin) war eine deutsche Politikerin (SPD, USPD).

Von klein auf musste Zietz in der Heimweberei des Vaters mitarbeiten. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete Zietz zunächst als Dienstmädchen und Tabakarbeiterin. Sie ließ sich im „Hamburger-Fröbel-Verein“ von Johanna Goldschmidt zur Kindergärtnerin ausbilden. 1890 heiratete sie den Hafenarbeiter Carl Zietz in Hamburg und war seit 1892 in der deutschen Sozialdemokratie tätig.
Beim Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896 trat sie erstmals als Rednerin in der Öffentlichkeit auf. Während des Streiks organisierte sie den Widerstand der Frauen. Zietz war von 1898 bis 1904 Vorsitzende der Zahlstelle des „Verbandes der Fabrik- Land- und gewerblichen Hilfsarbeiter“ in Hamburg-St. Georg und vertrat diesen Ortsverband auf den Gewerkschaftskongressen 1902 und 1910. 

Briefmarke SPD

Nach Verabschiedung des Reichsvereinsgesetzes 1908 konnte sie offiziell Mitglied der SPD werden. Sie galt als populäre und erfolgreiche Agitatorin der Partei, vor allem in der Frauenagitation. Wegen dieser Fähigkeiten wurde sie „weiblicher Bebel“ genannt. Auf dem Nürnberger Parteitag wurde sie und Clara Zetkin als erste Frauen in Deutschland in einen Parteivorstand gewählt. 1911 organisierte sie das erste Mal den 1910 in Kopenhagen beschlossenen Internationalen Frauentag in Deutschland. Sie schrieb regelmäßig für die sozialdemokratische Frauenzeitschrift Die Gleichheit und Die Neue Zeit.

1917 gehörte Luise Zietz zu den Gründungsmitgliedern der USPD, deren Zentralkomitee sie bis zu ihrem Tod angehörte. Sie wurde auf dem Sozialistenfriedhof Berlin-Friedrichsfelde begraben.
Nach Zietz wurde 1951 die Luise-Zietz-Straße in Berlin-Biesdorf benannt; außerdem gibt es eine Luise-Zietz-Straße in Zwickau-Oberplanitz. In ihrer Geburtsstadt Bargteheide gibt es außerdem einen Louise-Zietz-Weg.