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Siegfried Wedells Vermächtnis

Siegfried Wedells (* 17. Oktober 1848; † 4. Juni 1919) war ein Hamburger Unternehmer und Kunstsammler.

Siegfried Wedells wurde unter dem Familiennamen Wedeles geboren. Zunächst dem Judentum angehörig, ließ er sich am 31. Dezember 1871 in St. Petri taufen. Diesen Schritt vollzogen im Laufe des 19. Jahrhunderts viele wohlhabende Hamburger Juden. Interessanterweise ließ Wedells erst 1890 seinen jüdischen Familiennamen in Wedells ändern.
Wedells erwarb durch Großhandel ein beträchtliches Vermögen. Auf Grund dieses Vermögens wurde er ein bedeutender Kunstsammler und darüber hinaus Eigentümer des 1895 vom Rathausarchitekten Martin Haller konzipierten Bürgerhauses im Hamburger Stadtteil Harvestehude. Wedells gilt als einer der größten Stifter und Kunstmäzene der Hansestadt Hamburg seiner Zeit. Seine Grabstätte befindet sich in der Nähe des Wasserturms an der Cordesallee auf dem Hamburger Zentralfriedhof Ohlsdorf. Sie wurde 2002 bis 2003 durch eine Spende und Zuschüsse der Stadt renoviert. Das von dem Bildhauer Walther Schmarje geschaffene Grabdenkmal trägt die Inschrift: Aus mir fließt alles, kehrt zu mir zurück. So Tod wie Leben, Menschenleid und Glück.
In Ermangelung von persönlichen Erben setzte der erfolgreiche Kaufmann die Freie und Hansestadt Hamburg als Erben ein. Der äußerst wertvolle Nachlass Wedells setzte sich aus einer umfangreichen Gemäldesammlung alter und neuer Meister, wie Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck zusammen. Diese Gemäldesammlung wurde entgegen seinem letzten Willen aufgeteilt. Dabei wurden Teile verkauft, andere Gemälde wurden in der von ihm nicht sonderlich geschätzten Hamburger Kunsthalle ausgestellt.
Sein Haus, das heute denkmalgeschützte "Haus Wedells" nutzte der Hamburger Senat ab 1949 zu Repräsentationszwecken, von 1951 bis 1965 als Gästehaus. In dieser Zeit beherbergte das Haus bekannte Gäste wie den Bundespräsidenten Theodor Heuss, Bundeskanzler Konrad Adenauer, den Komponisten Paul Hindemith und den Maler Oskar Kokoschka. In der jüngsten Zeit war die Ehefrau des Bundespräsidenten Horst Köhler, Frau Eva Luise Köhler dort zu Gast.
Trotz seiner sehr großzügigen Stiftung geriet Wedells in Vergessenheit. Um sein Andenken zu wahren und ihm entsprechend posthum zu danken, wurde im Jahr 2003 eine Straße nach ihm umbenannt. Das "Haus Wedells" trägt seitdem die Hausnummer "Siegfried-Wedells-Platz 2" (vorher: Neue Rabenstr. 31).
Heute wird es von der HanseMerkur-Versicherungsgruppe betrieben: Das moderne Atrium mit dem integrierten denkmalgeschützten Haus Wedells bieten ein breites Spektrum an Veranstaltungsmöglichkeiten für bis zu 500 Personen. Es reicht von Präsentationen und kulturellen Veranstaltungen bis hin zu Galaabenden und Empfängen. 

Luise Zietz

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