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U434 und andere U-Boote

Immer wieder sehenswert sind Unterwasserboote also U-Boote. So ein U-Boot wird im militärischen auch Uboot , also ohne den Bindestrich geschrieben. Die gibt es mittlerweile von klein, unbemannt (zivil sagt man dann Tauchboot dazu) bis groß, sogar ganz groß. Ab einer Masse von 26.000 Tonnen spricht man dann auch von einem U-Schiff.

In der näheren Umgebung kann man drei verschiedene besichtigen. In Hamburg liegt U434, ein russisches Exemplar, auf Fehmarn kann man das deutsche U-11 (Baujahr 1966) erkunden und am Strand von Laboe ist das Zweite-Weltkriegs-U-Boot U-995 zu bestaunen.
Die Idee einer Unterwasserfortbewegung ist schon sehr alt, mehrere Ansätze gab es schon im Mittelalter. Leonardo da Vinci zeichnete 1515 schon ein Ein-Mann-Tauchboot. Bei Alexander dem Großen gab es schon Versuche mit einer Tauchglocke. Das Rotterdammer Schiff (kurz für Rotterdammer Schiff, das die Engländer unter Wasser vernichten wird) oder Kämpfendes Tauchboot war das erste für den militärischen Einsatz konzipierte Tauchboot der Geschichte. Es wurde im Jahre 1653 durch den Franzosen De Son in Rotterdam, Holland konstruiert. Dieser Entwurf war 22 m lang, 3,6 m hoch und 2,4 m breit und war eine völlige Fehlkonstruktion. Es kam nie zum praktischen Einsatz.

U-11
U-11 auf Fehmarn

Da ist U-11 dann schon beachtlich groß. Länge 43,50 m, Breite 4,60 m, Gesamthöhe 9,80 m; Gebaut in Kiel bei den Howaldtswerken, nach einem Umbau zum Zweihüllenboot 1988 520 Tonnen schwer, zum Museum dann umgebaut 2005 .

U-Boot U-11 www.ostsee-u-boot.de
Burgstaaken 89, 23769 Fehmarn/OT Burg
Öffnungszeiten in der Hauptsaison
April bis Oktober: täglich 10 - 18 Uhr 
Nebensaison November: täglich 10 - 16 Uhr und  Dezember bis Februar: Freitag bis Sonntag 10 - 16 Uhr in den Weihnachtsferien: täglich 10 - 16:30 Uhr
Als zur Zeit größtes U-Boot gilt die russische „Dmitri Donskoj“, So heißt das russische Schiff mit einer unglaublichen Länge von 172 Metern. Wasserverdrängung getaucht 26.500 Tonnen. Es hat 150 bis 180 Matrosen an Bord und ist mit Interkontinentalraketen bewaffnet. Das U-Boot ist sonst als Teil der russischen Nordflotte am Polarkreis unterwegs, nimmt ansonsten an Paraden teil oder ist eine Erprobungsstelle für die neuesten Raketen.

U434
U434 im Hamburger Hafen

Nicht mehr in russischen Diensten ist das jetzt hamburgische U434. Es stammt aus der U-Bootwerft Krasnoje Sormowo in Nischni Nowgorod und wurde 1976 in nur acht Monaten gebaut. Bis zum April 2002 war es in Dienst gestellt und Teil der sowjetischen Nordflotte. Es besitzt eine sechs Zentimeter dicke Gummibeschichtung, so dass es mittels Sonar schwerer zu orten war.
Adressen: http://www.u-434.de U 434 St. Pauli Fischmarkt 10  D-20359 Hamburg
Montag – Samstag  09.00 Uhr - 20.00 Uhr Sonntag  11.00 Uhr - 20.00 Uhr  
 
Eine besondere Rolle für die norddeutsche Schiffbaubranche erhielten dann die Uboote, die zu Kriegszwecken eingesetzt wurden.  Eines davon, U-995, ist am Strand von Laboe in der Nähe des Marineehrenmals am Strand aufgestellt und zur Besichtigung hergerichtet worden. 
Um diese schreckliche Waffe haben sich besonders drei Personen bekannt gemacht. Zum einen war da der bayrische Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer. In Düppel hatte dieser am 13. April 1849 beim Anblick dänischer Einheiten, die bei Sonderburg über eine Pontonbrücke vorrückten, erstmals die Idee, durch den Einsatz einer Unterwasserwaffe eine Verteidigungslinie schaffen zu können. Er entwarf daraufhin das erste in Kiel gebaute U-Boot mit Namen Brandtaucher. Es sank zwar beim ersten Tauchversuch auf den Grund in sieben Metern Wassertiefe, galt aber sonst als funktionstüchtig.  Der verunglückte Brandtaucher wurde erst am 6. Juli 1887 geborgen. Nach verschiedenen Museums-Stationen hat das Tauchboot nun seine Heimat im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Ein Modell des Brandtauchers steht im Deutschen Museum in München. Ein Modell vom Bug des Brandtauchers in Originalgröße befindet sich im Kieler Schifffahrtsmuseum. Manchmal wird es auch auf einer Messe wie der SMM in Hamburg gezeigt.
Ein anderer Erfinder war Hellmuth Walter (* 26. August 1900 in Wedel bei Hamburg; † 16. Dezember 1980 in Upper Montclair (New Jersey)), der erfolgreich am Bau der Uboote beteilit war und der dritte brillante Kopf war Ulrich Gabler (* 1. Oktober 1913 in Berlin; † 24. Februar 1994 in Lübeck). 1938 wurde dieser als Diplom-Ingenieur Mitarbeiter des Lübecker Ingenieurkontors für Schiffbau. Man war am Bau der vielen Weltkriegs-Uboote beteiligt. Ein Exemplar davon, U-995 welches am 16. September 1943 unter dem Namen „Hecht“ in der Hamburger Werft „Blohm & Voss“ in Dienst gestellt worden ist, ist nun am Strand von Laboe zu besteigen, nicht wie im Original durch das Turmluk, es sind extra durch Treppen erreichbare Schotten angebracht, so dass auch Kinder und Senioren die Möglichkeit haben ohne Turnübung ins Innere zu gelangen.  Das U-Boot gehörte zum Typ VII C, von dem bis 1945 insgesamt 693 Einheiten fertiggestellt wurden. Der legendäre Film „Das Boot“ spielt übrigens im gleichen Typ. Bis zu seiner Außerdienststellung am 8. Mai 1945 im norwegischen Drontheim wurde U-995 vorwiegend im Nordmeer eingesetzt.
Nicht vergessen werden sollen die Opfer dieser Waffenkategorie. Das U-Boot-Ehrenmal Möltenort in Heikendorf bei Kiel (nur 6 km entfernt von Laboe) ist die  Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der deutschen U-Boot-Einheiten sowie für alle Opfer des U-Boot-Krieges. Darüber hinaus wird auch der im Dienst ums Leben gekommenen U-Boot-Fahrern der Bundeswehr gedacht. Das Ehrenmal ist Wahrzeichen von Heikendorf.

An deutschen U-Bootfahren verzeichneten wir 1939–1945 30.003 Gefallene auf 739 verlorenen U-Booten, auf damaliger gegnerischer Seite erhebliche Menschenleben auf See und indirekt empfindliche Schäden, weil die Versorgungslinien stark geschwächt wurden.  
Das Ingenieurkontor für Schiffbau in Lübeck gehörte zum Kruppkonzern und wurde von der Besatzungsmacht aufgelöst. Ulrich Gabler gründete 1949 zusammen mit Fritz Ebschner die Travewerft Ebschner & Gabler, die 1958 schloss. Gabler und Ebschner machten sich danach im selben Aufgabenbereich selbständig und gründeten das Ingenieurkontor Lübeck (IKL). Das IKL wurde ab 1958 mit der Wiederaufrüstung mit den alten Kenntnissen in der Entwicklung von U-Booten für die Bundesrepublik Deutschland und andere Auftraggeber tätig. Bis heute ist Norddeutschland führender Waffenlieferant dieser Gattung, außer für die Eigenversorgung mit modernster U-Boot-Technik lieferte Norddeutschland zahlreiche U-Boote an Israel, Türkei und Südkorea um nur einige Beispiele zu nennen.
Näheres zum U-Boot-Ehrenmal hier… 
Und zu U-995 hier… 

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