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Der alte oder St.-Pauli-Elbtunnel

Der 1911 in Hamburg eröffnete St. Pauli-Elbtunnel – in Abgrenzung zum seit 1975 bestehenden Neuen Elbtunnel auch Alter Elbtunnel genannt – unterquert die Norderelbe auf einer Länge von 426,5 Metern und verbindet mit zwei Tunnelröhren die nördliche Hafenkante bei den St. Pauli-Landungsbrücken mit der Elbinsel Steinwerder. 

Zwei grünspanüberzogene Kuppeln sind der Eingang zu den zwei gekachelten Tunnelröhren. Der erste Spatenstich zu der seinerzeit ersten Flussuntertunnelung des Kontinents war der 22. Juli 1907. Man musste sich damals etwas einfallen lassen, denn die seit 1888 bestehenden Fährlinien der HADAG konnten den bei Schichtwechsel entstehenden Strom der Arbeiter nicht bewältigen.

nördlicher Eingang zum St.Pauli-Elbtunnel
nördlicher Eingang zum St.Pauli-Elbtunnel

Insgesamt waren 1895 im Hamburger Hafen 20.000 Werft- und 25.000 Hafenarbeiter beschäftigt. Hinzu kam, dass viele sich die Fähren finanziell nicht leisten konnten oder der Betrieb witterungsbedingt, zum Beispiel im Winter bei Schnee und Eis, eingeschränkt war.
Die Schiffahrt auf der Elbe durfte auch nicht beeinträchtigt werden und eine Brückenlösung oder eine Schwebebahn fiel aus finanziellen Gründen auch aus. So baute man also bis 1911, sensationellerweise unter Druckluft, und es gab dabei nur mit fünf vergleichsweise wenig Tote einen Tunnel nach dem Vorbild des Clyde-Tunnels in Glasgow.
Selbst heute noch ist der alte Elbtunnel die kürzeste Verbindung von der City bis zum ehemaligen Freihafen. Zu den Röhren kommt man über Treppen hinunter oder über Aufzüge.
Die mittleren Aufzüge haben eine Tragfähigkeit von je zehn Tonnen (10.000 Kilogramm) und haben eine Nutzlänge von etwa 9,5 Meter. Sie sind länger als die beiden äußeren Aufzüge von je sechs Tonnen und einer Länge von etwa 7,3 Metern. 
Außer Sonn- und Feiertags ist also für PKW-, Radfahrer und Fußgänger geöffnet. 
Erwähnenswert sind noch die dekorativen Kachelornamente, die fast schadlos die Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges überstanden haben. Die plastische Ausstattung einschließlich der zahlreichen Majolikareliefs entwarf Hermann Perl.
In den Tunnelröhren wurden Darstellungen von Wassergetier, wie Fischen, Krebsen, Muscheln, aber auch Fundstücken und Ratten appliziert. 
Das Innere des Bauwerks ist praktisch und dekorativ gestaltet. Die c sind als sichtbare Eisenkonstruktion jeweils auf der Straßenseite in den kreisrunden Schacht eingestellt. Die Vorhalle für Fußgänger im östlichen Eingang wurde mit prächtigem farbigem Mosaik und einer Bronzetafel mit den wichtigsten Tunneldaten versehen. Verschiedenfarbige Kacheln kleiden das Tunnelgebäude aus und sind durch Majolikareliefs geschmückt. 
Kosten seinerzeit 10 Mio. Goldmark , Einweihung 7. September 1911 , Öffnung für Fahrzeuge 30. November 1911.
Seit der Eröffnung des Tunnels unterquerten pro Jahr zwanzig Millionen Menschen die Elbe.Im Jahr 2008 wurden rund 300.000 Kfz, 63.000 Radfahrer und 700.000 Fußgänger gezählt.
Also ist der Tunnel immer noch ein faszinierendes Bauwerk für Jung und Alt.

 

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