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Jersbeker Barockgarten

Zu den wenigen erhaltenen Gutsgärten in Schleswig-Holstein gehört der Garten aus der Barockzeit in der Nähe von Bargteheide.

Die beeindruckenden Alleen  wurden vom damaligen Besitzer Bendix von Ahlefeldt ab 1726 auf 8,8 ha angelegt. Dieser ließ das Herrenhaus umbauen, auf das man zugeht, wenn man das Torhaus (erbaut 1678) passiert. Ausgangspunkt der Gartengestaltung war aber ein 1738/1739 fertiggestelltes Gartenhaus. Vermutlich nach der damaligen Schließung der Hamburger Oper, deren Direktor Bendix von Ahlefeldt war, wurden Konzerte und Singspiele dort veranstaltet. Aus dieser Zeit stammt der Kupferstich, der die Anlage zeigt.

Jersbek Stich 1747

1820 wurde das Gartenhaus allerdings wieder abgebrochen. 

Der spätere Besitzer Paschen von Cossel, Domherr des hamburgischen Domkapitels, vereinfachte ein wenig den gärtnerischen Aufbau, seiner Ehefrau Marie Elisabeth legte er ein Grab an, dass noch heute zugänglich ist und in dem er selbst auch später seine Ruhe fand.

Noch heute sind aber die Grundstrukturen des Gartens durch das gut erhaltene Alleensystem zu erkennen. Beeindruckend ist dabei der aus zwölf Linden bestehende “Grüne Salon”. Man kann sich allerdings nicht alles anschauen. Das Gut wird seit dem 16. Jahrhundert bis heute bewirtschaftet und ist wie das Herrenhaus im Privatbesitz und deshalb nicht zugänglich. Die Besitzer bitten darum auch die Privatsphäre zu respektieren.

 

Barockgarten

Im späten April überzieht ein Meer von Schlüsselblumen das 500 Meter lange Rasenmittelstück der Allee in zartem Gelb. Der Besitzer Graf Theodor von Reventlow ließ seit 1840 malerisch verteilte Solitäre pflanzen, darunter Buchen, Eichen, Eschen, Linden und Maronen, die auch heute noch das Auge verwöhnen.

Ausgetüftelt ist im Park auch die barocke Entwässerung. Der Grundwasserstand liegt hier recht hoch, deshalb wurde die Hauptallee als Damm ausgebildet, damit die Bäume nicht im Wasser stehen. Drei wasserführende Querschläge leiten das Wasser dann links und rechts in die Gräben.

Weit hinten im Wald des Gartens zielen noch heute zwei Schneisen der barocken Jagdsterne auf das Ende der Lindenallee. An diesem Wechselpunkt markiert ein achteckiger “Feuerlöschteich”, der aus dem Wald gespeist wird, die Stelle, wo sich früher ein aufwendig gestalteter Aussichtsort befand. Während einer Treibjagd nahm der bedeutendste Jagdgast im Zentrum diesen Platzes Aufstellung und konnte so rundum in alle Schneisen schießen.Die anderen Jagdgäste platzierten sich am Ende einer jeden Schneise und konnten deshalb das Wild nur in jeweils einer Richtung erlegen. Nicht selten kam es deshalb auch zu Jagdunfällen.
Das Wild wurde von Treibern innerhalb des Sterns im Kreis herum getrieben. Damit die Tiere nicht das Areal verlassen konnten, wurden am Rand des Waldes bemalte oder bunt bedruckte Jagdlappen gespannt.  Gelang doch einmal einem Tier die Flucht, so war es “durch die Lappen gegangen”. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es deshalb diese Redewendung.


Rund 500 Bäume im Alter von bis zu 250 Jahren wollten aber gepflegt werden. Bis 1980 noch kam es zu Schäden durch Überalterung und mangelhafter Pflege. Seit 1986 steht der Park nun unter Denkmalschutz.

Bringen Sie mehr Zeit mit, lohnt es sich den Parkplatz in der Nähe der Grabstelle Cossel zu nutzen und die Anlage von hier zu betreten. Alles ist gut ausgeschildert.

 

Herrenhaus Stockelsdorf