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Das Behnhaus Drägerhaus Lübeck, Museum der Malerei und Wohnkultur

Das Behnhaus (Museum Behnhaus Drägerhaus, Galerie des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne) ist ein Lübecker Museum. Es steht in der Stadt für die Malerei der Nazarener und den deutschen Impressionismus und Expressionismus, aber auch für die bürgerliche Wohnkultur von Rokoko, Klassizismus und Biedermeier.

Das Gebäude des Kunstmuseums ist eines der repräsentativsten klassizistischen Bürgerhäuser in der Königstraße der Lübecker Altstadt, unweit von St. Jakobi und dem Koberg. 

Behnhaus Drägerhaus

Es wurde 1783 als großbürgerliches Wohnhaus errichtet und Anfang des 19. Jahrhunderts von dem dänischen Architekten und Inneneinrichter Joseph Christian Lillie für den späteren Bürgermeister Peter Hinrich Tesdorpf im heute noch erhaltenen klassizistischen Stil umgebaut und eingerichtet. 1823 erwarb der Arzt Georg Heinrich Behn, Vater des späteren Lübecker Bürgermeisters Heinrich Theodor Behn, das Haus; es war bis 1920 im Familienbesitz.
Vor allem die »Privatgemächer des Hausherrn und der Hausherrin« in den Flügelräumen des Behnhauses zählen zu den bedeutendsten klassizistischen Inneneinrichtungen in Norddeutschland. Im Drägerhaus findet sich mit einer Festraumfolge im Rokoko-Stil ein in Lübeck einzigartiges Raumensemble nach französischem Vorbild.
Einer der seltenen Stockelsdorfer Öfen erinnert an die kurze Blütezeit der Stockelsdorfer Fayencemanufaktur am Ende des 18. Jahrhunderts.
Der Sammlungsschwerpunkt Nazarener kreist um den in Lübeck geborenen Friedrich Overbeck und seinen Freundeskreis.
Die deutsche Romantik ist mit Caspar David Friedrich, Carl Blechen und Carl Gustav Carus repräsentativ vertreten. Dem Museum wurden von dem Lübecker Sammler und Mäzen Christian Dräger große Teile seiner Sammlung von Zeichnungen der Goethe-Zeit und der Romantik übertragen.
Der in Lübeck geborene Gotthardt Kuehl gehört zu den frühen deutschen Impressionisten. Er behielt zeit seines Lebens  einen Bezug zu seiner Heimatstadt und Travemünde, die er häufiger besuchte. Die Themen der auf diesen Reisen entstandenen Bilder sind also für ein Lübecker Kunstmuseum naheliegendes Sammlungsinteresse. Die Entwicklung Kuehls spiegelt sich in der Ausstellung wider und wird im Vergleich zu den gezeigten Bildern von Max Liebermann, Lovis Corinth, Maria Slavona, Ulrich Hübner und Max Slevogt verdeutlicht.
Expressionismus: Aufgrund der Beziehung Edvard Munchs zu dem Lübecker Arzt und Mäzen Max Linde befindet sich ein zentrales Werk für die Porträtkunst Munchs, das Porträt Die Söhne des Dr. Linde im Behnhaus (2006 im Museum of Modern Art gezeigt) und wird als Sammlungsschwerpunkt des Museums durch weitere Werke des norwegischen Künstlers ergänzt.
Seit 2006 wird mit dem Stehenden und knienden Mädchenakt ein Gemälde von Paula Modersohn-Becker gezeigt. Von Ernst Ludwig Kirchner wird das Bild Straßenbahn und Eisenbahn von 1914 ausgestellt.
Das Behnhaus ist Teil des Lübecker Museums für Kunst- und Kulturgeschichte.
Öffnungszeiten
01.01.-31.03.: Di-So 11-17 Uhr
01.04.-31.12.: Di-So 10-17 Uhr

 

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