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Das Schmuckstück, der Bismarckturm Aumühle

In Aumühle steht ein besonders schöner Bismarckturm. Es ist einer der Türme, die Ende des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland und in abhängigen Gebieten zum Gedenken an Fürst Bismarck errichtet wurden.

Der Eigentümer der Villenkolonie Sachsenwald-Hofriede Emil Specht, der die Entwicklung der Gemeinde besonders vorantrieb, ergriff auch die Initiative zum Bau diesen Turmes 1898/99.

Auf einer Anhöhe wurde seinerzeit nach Plänen des Hamburger Architekten Hermann Eduard Schomburgk (1850–1937) der Turm errichtet, einschließlich der vier Meter hohen Haube ist der Turm 27 m hoch und die Kosten betrugen damals 45.000 Mark.

Bismarckturm Aumühle
Bismarckturm Aumühle

Der Turm ist besonders verputzt worden, es sieht aus wie eine Bauweise aus Quadern, an der Basis beträgt der Umfang 28 m.
Zur Aussichtsplattform gelangt man über eine Wendeltreppe im Innern. Dort ist Platz für ca.60 Seh-Leute.
Nach der Einweihung am 12.Juli 1901, also zwei Jahre nachdem der Sarg des ehemaligen Reichskanzlers in Aumühle, im Beisein des Kaisers im nahe gelegenen Mausoleum aufgestellt wurde, erfuhr er unterschiedliche Nutzungen.
Von Anfang an war er schon als Wasser- und Aussichtsturm konzipiert. Bis 1917 wurde auf der Turmhaube zu Bismarcks Geburtstag am 1. April und zur Sonnenwendfeier am 21. Juni ein Scheinwerfer eingeschaltet.
Zunächst wurden die Räumlichkeiten unterhalb des Wasserbassins im dritten Stock als Bismarck-Museum genutzt, darunter als Bibliothek. 
Der Turm war ganztägig geöffnet, um Ausstellungstücke dazukaufen zu können wurde Eintritt genommen. Es waren 20 Pfennig. 
1922 wurde der Turm dann von der Gemeinde angemietet. 100 Mark im Jahr kostete es die Gemeinde an Miete, den Turm als Strom- und Wasserwerk nutzen zu dürfen. Geld für den Erwerb der Ausstellungsstücke war nicht mehr da.  Emil Specht verstarb und 1927 erwarb die Gemeinde dann aus seinem Nachlass den Turm. Die Ausstellungsstücke wurden dem neuen Bismarck-Museum zugeführt, die Bibliothek ging an den Auer-Verlag, einem Verlag für Unterrichtsmaterialien, der heute zur Klett-Gruppe gehört.
Frei gewordene Räumlichkeiten dienten dann der Gemeinde und einem Südfrüchtehandel als Lager. 1963 zog die Gemeindebibliothek in das Erdgeschoss und den ersten Stock.
1967 gründete man das Gemeindearchiv und bezog hiermit den dritten Stock.
1987 flossen 1,2 Mio DM in eine umfangreiche Sanierung und jetzt befindet sich das Archiv anstelle des Wasserbassins im oberen Teil des Turmes, andere Räume stehen für Ausstellungen zur Verfügung, die Bücherei wurde auch vergrößert.
1998 erfuhr der Fahnenmast dann auch eine zusätzliche kommerzielle Nutzung. Unsere Mobilfunkanbieter strahlen jetzt ihre Signale von dort ab.
Der Turm wurde ein Jahr später unter Denkmalschutz gestellt.

Dem Vater des Turmes wurde die Emil-Specht-Allee in Aumühle gewidmet.
173 von ursprünglich 240 Bismarcktürmen sind heute noch vorhanden. In der Bundesrepublik Deutschland sind noch 146 von ehemals 184 Türmen erhalten. 
Einen schönen Blick von der Ostsee bis zu den Sieben Türmen hat man vom Bismarckturm am Pariner Berg.