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Chilehaus und Kontorhausviertel Hamburg UNESCO-Welterbe

Das bekannteste Gebäude im Hamburger Kontorhausviertel ist das mächtige Chilehaus. Der Name dieses Kontorhauses geht auf seinen Bauherrn zurück. Der hanseatische Kaufmann Henry Brarens Sloman ließ dieses einzigartige Geschäftsgebäude von Fritz Höger von 1922 bis 1924 erbauen.

Henry Brarens Sloman (* 28. August 1848 in Kingston upon Hull; † 24. Oktober 1931 in Hamburg) war ein britisch-deutscher Unternehmer und Privatbankier.  Er galt als bedeutender Importeur vor und nach dem Ersten Weltkrieg von Chile-Salpeter aus seinen eigenen Minen. 1912 wurde er mit einem Vermögen von rund 60 Millionen Mark und einen jährlichen Einkommen von rund 3 Millionen Mark als mit Abstand vermögendste Person in Hamburg bezeichnet. 1981 wurde seine gegründete Bank von der Deutschen Länderbank AG übernommen, welche heute wiederum der UBS Deutschland AG gehört.  

Chilehaus Hamburg
Chilehaus Hamburg

Sloman gab dem Prachtwerk seines Baumeisters Fritz Höger den Namen "Chilehaus", um an seinen langen Aufenthalt und die gut gehenden Geschäfte mit dem südamerikanischen Land zu erinnern. Das Resultat: Der Bau fehlt in keinem Standardwerk der Architektur des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Ikone des Expressionismus. 
Die Ostspitze des dunkel geklinkerten Bürohauses ähnelt einem steil aufragendem Schiffsbug.
Als Hafen- und Handelsstadt nahm Hamburg einen Platz in der Spitzengruppe der Welthäfen ein. Nur London und New York waren damals größer. 
Die benachbarte Speicherstadt und das Kontorhausviertel waren jetzt Ausdruck dieser Moderne.

Kontorhausviertel Hamburg
Kontorhausviertel Hamburg

Am 5. Juli 2015 hat das UNESCO-Welterbekomitee in Bonn dem Hamburger Antrag auf  Aufnahme der "Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus" zugestimmt. Neben dem Hamburger Michel und der Elbphilharmonie ist es ein weiteres markantes Wahrzeichen des Hafen- und Handelsplatzes Hamburg, ein Baudenkmal und praktisch schöner Arbeitsplatz für 1200 Menschen in 130 Firmen auf 5000 m² Bürofläche.
Bei aller Glorifizierung sei aber auch noch an eine nicht so schöne einstmals ansässige Firma erinnert.
Eine Gedenktafel trägt folgende Aufschrift:
"… un nit varnicht die schlechte oif der erd, soln sej varnichtn sich aleijn!"
Dieses Zitat stammt aus dem großen Poem über das Sterben der Juden in der Shoah von Jitzchak Katzenelson, der, wie viele Menschen aus ganz Europa, in Auschwitz mit dem Giftgas Zyklon B ermordet worden ist.

UNESCO-Welterbe Hamburg
UNESCO-Welterbe Hamburg

Die Firma Tesch und Stabenow, die ihr Büro im Kontorhaus Meßberghof hatte, lieferte das Giftgas Zyklon B an die Konzentrationslager Auschwitz, Majdanek, Sachsenhausen, Ravensbrück, Stutthof und Neuengamme. 
Inhaber und Geschäftsführer der Firma sind 1946 von einem britischen Militärgericht verurteilt und hingerichtet worden.

Köhlbrandbrücke

 

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