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Freilichtmuseum Vierlande  Rieck Haus


Mehr als 500 Jahre Vier- und Marschländer Kultur macht das Freilichtmuseum Rieck Haus in Curslack erlebbar. Teilweise ist es geöffnet oder bietet Platz für Veranstaltungen wie z.B. dem jährlichen Erdbeerfest Ende Juni.

Das Rieck Haus, benannt nach der hier ansässigen Familie Rieck, ist ein typisches Niedersachsenhaus aus dem 16. Jahrhundert.  Die Bauart ist verbreitet von den Niederlanden bis nach Danzig. Holzständer tragen das Dach und unterteilen das Haus in Gefache. Wohn-, Arbeitsbereich und Ställe befinden sich unter einem Dach.

Rieck Haus

Rieck Haus

Auf dem Dachboden lagert im Winter die ungedroschene Getreideernte. Einzige Wärmequelle im Haus ist eine offene Feuerstelle ohne Schornstein. Der Rauch durchzieht das Haus und wird über Rauchklappen rausgelassen.

Freilichtmuseum Vierlande

Freilichtmuseum Vierlande

Zu solch einem Bauernhaus dieser Größe gehörten ca. 36 Hektar Land. Umgeben vom Grün im Gemüsegarten Hamburgs, findet der Besucher außerdem Scheune, Haubarg, Backhaus und Feldentwässerungsmühle. Alles gibt anschaulich Einblick in die bäuerliche Sachkultur und das Zusammenleben von Menschen und Tieren unter einem Dach. 
Das reetgedeckte Hufnerhaus wurde im Jahr 1533 errichtet. Vierländer Intarsienarbeiten und Delfter Fliesen schmücken die "Grot Döns" und zeugen vom Reichtum der Bauern in den Vierlanden nahe Bergedorf.  

Rieck Haus Curslack

Rieck Haus Curslack

Das Haupthaus besteht aus Diele, Flett und Kammerfach.
Die Diele ist der Stallbereich und Arbeitsbereich von Bauer und Knechten. Links vom Flett aus ist der Kuhstall gelegen, rechts die Pferdeställe. Auf den Hillen über den Ställen lagert bis zur Decke Heu als Winterfutter. Auf der großen Fläche dreschen die Knechte das Getreide. Das Leinentuch zum Flett hin soll den Staub zurückhalten.
Das Flett ist der Arbeitsbereich der Bäuerin und der Mägde. Hier wird gekocht, an der großen Tafel gegessen, Obst und Gemüse eingemacht oder Schlachtvieh verarbeitet. Über der Feuerstelle wird zum Konservieren auch geräuchert. Der Rauch zieht zur Decke und dann seitlich aus den Rauchklappen.
Die Milchkammer liegt gleich neben dem Kuhstall. Hier stellen die Mägde Butter und Käse her.
Das Kammerfach besteht aus Altenteil, Kammer und Grot Döns. Im Altenteil haben die Eltern des Bauern ihre Stube und Kochstelle. Die Wirtschaftskammer dient der Lagerung von Geräten und Vorräten. In der Grot Döns wohnt die Bauernfamilie samt Kindern. Als Döns, Dönse, Dönz oder Dörnsch wird ein beheizbarer Wohnraum bezeichnet, in dem sich das tägliche Leben der Bewohner des Bauernhauses abspielte. Wogegen ein Pesel nur zu besonderen Anlässen (Feste, Besuche) genutzt wird und natürlich auch nur dann beheizt wird.
Handgemachte Fliesen aus den Niederlanden, Intarsienmöbel und auch die aufwendigen Trachten sind Zeichen von Reichtum. Die Vierländer Landwirte und Gartenbauer verdienen lange sehr gut. Die Böden sind nach Einführung der Be- und Entwässerungssysteme extrem fruchtbar. Die wachsende Großstadt Hamburg ist über die Elbe per Ewer gut erreichbar. Vierländer Blumen und Gemüse  ist Qualitätsware und hat einen guten Ruf in der Stadt.
Die Mistbeetkästen im Garten dienen dem Vorziehen von Gemüse im Frühjahr. Unter Glas und mit Mist bedeckt ist der Boden früher frostfrei. Die Anbau- und Erntezeit wird so künstlich verlängert.

Schweinekoben Rieck HausSchweinekoben Rieck Haus

Ein Stück der Feldbahn wird auch angedeutet. Die Felder in den Vierlanden gehen senkrecht vom Deich ab. Da der Weg vom hinteren Feld bis zur Deichstraße lang ist, nutzen die Gartenbauer Feldbahnen zum Transport der Ernte.
Viele Bauern halten auf dem Hof Bienenstöcke vor. Der hiesige Imker stellt Hamburger Lagen-Honig her. Bei guter Ernte gibt es den Rieck-Haus-Honig im Museumsshop.
Der Krühoff ist ursprünglich der Kräutergarten des Hofs. Bald wird er aber mit Buchsbaumhecke umsäumt und anderen Blumen repräsentativer Ziergarten.
Das Backhaus steht wegen Brandgefahr separat vom Hufnerhaus. Der Steinofen muss zum Backen mehrere Stunden vorheizen. Das Backhaus am Rieck Haus ist ein originalgetreuer Nachbau.
Der Sechsruten-Haubarg ist ein höhenverstellbarer Speicher. Hier lagern und trocknen ungedroschenes Getreide oder Heu. Unter dem Getreidespeicher lagern landwirtschaftliche Geräte. 
In der Scheune lagern normalerweise landwirtschaftliche Maschinen wie Pflüge oder Dreschmaschinen und Kutschen. 
Jetzt ist sie ein idealer Ort für Sonderausstellungen.
Auf der Mistplatte lagert früher der Mist. Durch die Holzbohlen laufen Gülle und Gärflüssigkeit in einen darunter gelegenen Jauchebehälter ab, der regelmäßig geleert werden muss. 
Der Schweinestall, Schweinekoben befindet sich wegen der Geruchsentwicklung in einiger Entfernung vom Haupthaus in Koben an der Scheune. Die Hufner halten Schweine zur Selbstversorgung und für den Verkauf. Die Schweine fressen Schrot, Rübenschnitzel und gekochte Kartoffeln. Im Herbst werden ausgewählte Tiere in den Sachsenwald getrieben, um dort mit Eicheln und Nüssen noch einmal Fett zur Mast anzusetzen.
Interessant sind übrigens Dänische Protestschweine. Die dänische Minderheit im preußischen Holstein darf Ende des 19. Jahrhunderts ihre Flagge, den Dannebrog, nicht hissen. 
Die Bauern züchten darauf ein rotes Schwein mit weißem Sattel und unterlaufen das Verbot mit dieser quiecklebendigen Flagge. Das dänische Protestschwein heißt auch Rotbuntes Husumer. Es ist ein robustes Tier, ist aber für schnelle Mast nicht geeignet. Es stirbt daher fast aus, bis Liebhaber die Rasse 1984 wieder züchten. Jetzt ist diese Rasse auch wieder anzutreffen auf dem Hof Lütjensee, dem Tierpark Arche Warder oder dem Tierpark Hagenbeck. 2019 leben weltweit ungefähr 140 Exemplare. 

dänische Protestschweinedänische Protestschweine

Die Schöpfmühle dient der Be- und Entwässerung der Felder. Sie steht ursprünglich in Ochsenwerder. Der Wind treibt in der Schöpfmühle eine archimedische Schnecke an. Sie transportiert Wasser je nach Drehrichtung nach oben oder unten.

SchöpfmühleSchöpfmühle im Freilichtmuseum Rieck Haus



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Adresse: Freilichtmuseum Curslacker Deich 284 21039 Hamburg


Planetarium

 

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