A-Z

Das Wahrzeichen Holstentor Lübeck

Das Holstentor („Holstein-Tor“) ist ein Stadttor, das die Altstadt der Hansestadt Lübeck nach Westen begrenzt. 

Wegen seines hohen Bekanntheitsgrades, es zierte den alten 50-DM-Schein und jetzt wieder eine 2€-Münze, gilt es heute als Wahrzeichen der Stadt. Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Befestigungsanlagen der Lübecker Stadtbefestigung. Es ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks.

Holstentor Lübeck

Die reiche und wohlhabende Hansestadt Lübeck sah sich im Laufe der Jahrhunderte genötigt, sich mit immer stärkeren Mauern und Befestigungsanlagen gegen Bedrohungen von außen zu schützen. Dabei erlaubten drei Stadttore den Zugang zur Stadt: das Burgtor im Norden, das Mühlentor im Süden und das Holstentor im Westen. Nach Osten war die Stadt durch die aufgestaute Wakenitz geschützt. Hier führte das weniger martialische Hüxtertor aus der Stadt hinaus.
Das heute als Holstentor bekannte Tor ist das einstige Mittlere Holstentor; daneben gab es ein (noch älteres) Inneres Holstentor, ein Äußeres Holstentor und noch ein viertes Tor, das als Zweites Äußeres Holstentor bezeichnet wurde.
Auf der Stadtseite lautet die Inschrift S.P.Q.L., eingerahmt von den Jahreszahlen 1477 und 1871; ersteres war das vermeintliche Datum der Erbauung (korrektes Datum ist allerdings, wie man inzwischen weiß, 1478), letzteres das Datum der Restaurierung sowie der Gründung des Deutschen Reiches. Diese Inschrift hatte das römische S.P.Q.R. (lateinisch Senatus populusque Romanus – Senat und Volk Roms) zum Vorbild und sollte entsprechend für Senatus populusque Lubecensis stehen. Sie wurde allerdings erst 1871 angebracht.
Eine andere Inschrift befindet sich auf der Feldseite. Dort steht Concordia domi foris pax („Eintracht innen, draußen Friede“). Auch dieser Schriftzug stammt von 1871 und ist eine verkürzte Form der Inschrift, die zuvor auf dem (nicht erhaltenen) Vortor gestanden hatte: Concordia domi et foris pax sane res est omnium pulcherrima („Eintracht innen und Friede draußen sind in der Tat für alle am besten“)
 

concordia domi foris pax

Im Innern befindet sich jetzt das Holstentor-Museum.
Im ersten bis dritten Geschoss des Holstentores sind neun Themenräume eingerichtet: Im ersten Geschoss werden der Fernhandel, die ursprüngliche Wehranlage und die Entwicklung zum heutigen nationalen Denkmal dargestellt. Im zweiten Geschoss werden die Schifffahrt und die Schifffahrtswege, das schildkrötenartige Modell der Innenstadt von Lübeck und der Markt gezeigt. Im dritten Obergeschoss werden das lübische Recht und die lübische Stadtrechtsfamilie aus 80 bis 100 Städten und die Strafausübung inklusive Folter und Scharfrichter erklärt.

 

Die beiden, in der von Harry Maasz gestalteten Anlage vor dem Holstentor liegenden, Monumentalstatuen von Löwen aus Eisen werden Christian Daniel Rauch zugeschrieben. Die Liegenden Löwen aus Eisenguss von 1823 sind unsigniert. Sie entstanden möglicherweise unter Mitwirkung von Rauchs Werkstattmitarbeiter Th. Kalide (1801–1863). Einer der beiden Löwen schläft, der andere richtet seinen Blick aufmerksam auf den schlafenden Löwen. Weitere Abgüsse der gleichen Löwen befinden sich vor dem Schloss Philippsruhe in Hanau. Ursprünglich befanden sich die Lübecker Löwen seit 1840 vor dem Wohnhaus des Kaufmanns und Kunstsammlers Johann Daniel Jacobj (1798–1847) in der Großen Petersgrube 19. Seit 1873 standen die beiden Löwen vor dem Hotel Stadt Hamburg in Lübeck am Klingenberg bis dieses im Zweiten Weltkrieg 1942 zerstört wurde. Erst später wurden die Löwen vor dem Holstentor aufgestellt. Dazu passend steht auf der anderen Straßenseite die Bronzestatue der Schreitenden Antilope des Bildhauers Fritz Behn.

Von hier sind es nur wenige Schritte bis zur Puppenbrücke.

Puppenbrücke