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St. Jakobi zu Lübeck

St. Jakobi ist eine der fünf evangelisch-lutherischen Hauptpfarrkirchen in der Lübecker Altstadt. 

Sie wurde im Jahre 1334 als Kirche der Seefahrer und Fischer geweiht, die ihr Schütting noch heute in der gegenüberliegenden Schiffergesellschaft haben. Ihr Patron ist der Heilige Jakobus der Ältere. Die Kirche, das Heiligen-Geist-Hospital (Lübeck) und die benachbarte Gertrudenherberge sind Pilger-Stationen auf einem Zweig des Jakobswegs von Nordeuropa nach Santiago de Compostela. 

St. Jakobi zu Lübeck

Seit September 2007 ist die nördliche Turmkapelle der Kirche als Pamir-Kapelle Nationale Gedenkstätte für die zivile Seefahrt.
Der heutige Bau am Koberg entstand um 1300 und ersetzte nach dem großen Stadtbrand von 1276 eine romanische Hallenkirche an gleicher Stelle, die bereits um 1227 erwähnt wurde.
Die Turmspitze wurde erst 1657/58 erneuert und erhielt erst jetzt die heute für die Kirche so typischen vier Kugeln an den Turmecken, die damit die vier Ecktürmchen von St. Petri aufnahmen, aber nicht kopierten.
St. Jakobi blieb als eine der wenigen Lübecker Kirchen während des Bombenangriffs in der Palmsonntagsnacht 1942 unbeschädigt. Sie verfügt daher über die zwei letzten historischen Orgeln Lübecks.
In der nördlichen Turmkapelle befindet sich die Gedenkstätte für die auf See gebliebenen Lübecker Seeleute.
Hier steht auch das Wrack eines Rettungsbootes der 1957 gesunkenen Viermastbark Pamir, bei deren Untergang 80 der 86 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.
Es entstand auch die Idee, nach alter Tradition Menschen, die sich mit der Schifffahrt und dem Meer verbunden fühlen auch über den Tod hinaus eine Heimat in der Kirche anzubieten. Im Columbarium unter der Gedenkstätte ist Platz für die Urnen von 350 Verstorbenen.
Die Große Orgel an der Westwand war ursprünglich ein gotisches Blockwerk, wurde aber im Barock mehrfach erweitert und umgebaut. Die kleine Orgel (Stellwagenorgel; Nordorgel) ging ebenfalls aus einer mittelalterlichen Orgel hervor (1467), wurde aber 1636/1637 von Friedrich Stellwagen umgebaut und erweitert. Sie zählt heute zu den bedeutendsten Orgeln Europas.

 

Hamburger Michel