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Kirchenkunst in Lübeck und im Hanseraum

Neben den Museen finden auch die alten "heiligen Orte" der Kirchen wachsendes Interesse jenseits aller Zugehörigkeit zu welcher Religion oder Konfession auch immer. Ein Kirchenraum bietet offenbar gerade wegen seiner Andersartigkeit Freiraum jenseits aktueller Zwänge. Tragen doch kirchliche Kunststätten in der Steinkruste ihrer Geschichte die Spuren gelebten Lebens, Glaubens und Hoffens. Sie sind "Fenster" in eine andere Welt.

Jede Kirche beherbergt ein kleines Museum, speziell in dieser Gegend ist darüberhinaus erwähnenswert das St.-Annen-Museum, Lübeck, das Behnhaus mit Werken von Johann Friedrich Overbeck und das Burgkloster, Lübeck.
Zur Kirchenkunst kann man dann auch die spezielle Orgelmusik zählen. Ein Meister seines Faches war der Sohn der Stadt Bad Oldesloe Dietrich Buxtehude. Der Streifzug berichtet auf diesen Seiten von diesen Schätzen.

Einfluss der Spätgotik:

Ab dem 16. Jahrhundert verbreitet sich in Herrenhäusern und Kirchen die Renaissance durch fürstliche Aufträge wie vom französischen Franz I. an italienische Künstler wie Leonardo da Vinci etwa oder durch Studien europäischer Künstler in Italien, wie u.a. bei Albrecht Dürer, ohne die gotischen Spätstile zu verdrängen.
Fürstliche Schlösser, Residenzen, Herrenhäuser lösen die Burg ab, die Künstler befreien sich aus der handwerklichen Gebundenheit der Maler-, Dombau- und Steinmetzschulen.
Der bürgerliche Charakter der Zeit in Deutschland spiegelt sich in städtischen Patrizier- und Rathäusern, zum Teil im Fachwerkstil mit Erkern, Treppen und Uhrtürmen (Nürnberg, Rothenburg). Rathäuser und Schlossbauten nach italienischem Vorbild vermehrt im Süden z.B. beim Heidelberger Schloss und in der sog. Weserrenaissance um 1600.
Die altdeutsche Graphik (Holzschnitt) und Malerei gewinnt auch in den Altarbildern u.a. von Stephan Lochner (Kölner Schule), Konrad Witz, Martin Schongauer (bis 1491), Hans Holbein d.Ä. an Realistik, vollendet in dem „letzten Gotiker“ Matthias Grünewald (bis 1528) aus Würzburg (Isenheimer Altar). 

Matthias Grünewald (16. Jahrhundert), auch Matthias von Aschaffenburg, war ein Maler und Grafiker und gilt als großer, bedeutender deutscher Vertreter der Renaissance. Er wird von einem Teil der kunstgeschichtlichen Forschergemeinde als identisch mit Mathis Gothart-Nithart oder Mathis Nithart-Gothart, von einem anderen als dessen Zeitgenosse angesehen. Im ersten Fall soll er um 1475/1480 in Würzburg geboren und am 31. August 1528 in Halle an der Saale gestorben sein; im zweiten vermutet man seinen Geburtsort in der Nähe von Aschaffenburg und nimmt 1531/32 als Todeszeitpunkt an.

 

 

 

 


Konrad Witz (* um 1400 wahrscheinlich in Rottweil; † um 1446 in Basel) war ein oberdeutscher Maler in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Er zählt gemeinsam mit Hans Hirtz zu den bedeutendsten Vertretern der oberrheinischen Malerei der Spätgotik bzw. der von den Niederländern (Robert Campin, Jan van Eyck, Rogier van der Weyden) beeinflussten ars nova (neue Kunst, d. h. die frühe Renaissance nördlich der Alpen).

Robert Campin (* um 1375 in Tournai (?); † 26. April 1444 in Tournai) war ein flämischer Maler.
In der Kunstwissenschaft hat sich weitgehend die Auffassung durchgesetzt, dass die früher mit dem Notnamen Meister von Flémalle und Meister von Mérode bezeichneten Künstler mit Robert Campin assoziiert und deren Werke dem Œuvre Campins inklusive seiner Werkstatt zugeordnet werden können. Robert Campin spielte neben Jan van Eyck eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Altniederländischen Malerei. Seine wichtigsten Schüler waren Rogier van der Weyden und Jacques Daret.

Jan van Eyck (* um 1390 in Maaseik; † 1441 in Brügge) war ein flämischer Maler des Spätmittelalters und gilt als der berühmteste Vertreter der altniederländischen Malerei. Er leitete die neue naturalistische Kunstepoche nördlich der Alpen ein. Wegen seiner vollendeten Technik und seines Sinns für Naturalismus wurde er von vielen Autoren sogar als „König unter den Malern“ bezeichnet. Er schuf den angeblich von seinem vermeintlichen Bruder Hubert van Eyck begonnenen Genter Altar (vollendet wahrscheinlich 1435). Dieses Polyptychon ist ein Meisterwerk der Feinmalerei und das größte bekannte Werk der altniederländischen Malerei. Ab dieser Zeit arbeitete er auch für private Auftraggeber. Für den Kanzler Nicolas Rolin malte er eine Madonna mit dem betenden Stifter des Bildes, und für die Stadt Brügge schuf er sechs vergoldete Statuen, die für die Fassade des Rathauses gedacht waren.
Rogier van der Weyden, ehemals Rogier de la Pasture (* 1399/1400 in Tournai, in der damals zum Königreich Frankreich gehörenden Stadt in Flandern; † 18. Juni 1464 in Brüssel, damals Hauptstadt des Herzogtums Burgund), war ein flämischer Maler und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Altniederländischen Malerei.

Albrecht Dürer (1471 – 1528) verbindet spätgotische Tradition und deutsches Empfinden mit italienischer Sehweise. Durch Perspektivik und Proportionslehre, Selbstbildnisse, religiöse Tafelbilder, Landschafzsaquarelle, Holzschnitte (Apokalypse, Marienleben, Passion), Kupferstiche (Madonnen) und Radierungen wird er zum Lehrmeister der neuen Malergeneration.
Italienischer Einfluss ist auch in den Porträts von Hans Holbein d.J. (1497 – 1553), in den Bildern von Albrecht Altdorfer und den Fraphiken von Lukas Cranach d.Ä.
Blüte der Plastik durch die fränkischen Schnitzaltäre Tilman Riemenschneiders (bis 1531) und durch die Nürnberger Veit Stoss, Adam Kraft und Peter Vischer. 
Großartige Entfaltung in den Niederlanden des „weichen Stils“ der realistischen Stimmungsmalerei (frühe Porträts, Landschaften) u.a. durch die Gebrüder van Eyck (Genter Altar 1432) und Rogier van der Weyden. Die grotesken Bilder des Hieronymus Bosch (bis 1516) wirken auf Pieter Breughel d.Ä. (bis 1569).      
Veit Stoß (auch: Stoss, polnisch Wit Stwosz); (* um 1447 in Horb am Neckar; † 1533 in Nürnberg) war ein Bildhauer und -schnitzer der Spätgotik. Er war vor allem in Krakau und Nürnberg tätig.

Adam Kraft (* zwischen 1455 und 1460 in Nürnberg; † Mitte Januar 1509) war ein deutscher Bildhauer und Baumeister zur Zeit der Spätgotik.
Peter Vischer der Jüngere (* 1487 in Nürnberg; † 1528 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Medailleur. Er stammte aus der Künstlerfamilie Vischer.
Er war der Sohn von Peter Vischer dem Älteren, dessen Vater Hermann Vischer der Ältere war. Seine Brüder waren Hans und Hermann. Bekannt von ihm sind vier Plaketten, die Orpheus und Eurydike darstellen.

Hieronymus Bosch [ɦijeːˈɾoːnimʏs ˈbɔs] (eigentlich Jheronimus van Aken [jeɪˈɾoːnimʏs vɑn ˈaːkə(n)]; * um 1450 in ’s-Hertogenbosch; † August 1516 ebenda) war ein niederländischer Maler der Renaissance. Er hat ein bis heute faszinierendes und nachwirkendes Gesamtwerk hinterlassen, das sich in der Interpretation jeder einfachen Deutung entzieht. Es gibt einige plausible Deutungen seiner Bilder; viele Darstellungen sind jedoch rätselhaft geblieben.

Pieter Bruegel der Ältere (niederländisch [ˈbɾøːɣəl]; * um 1525/1530 vermutlich in Breda; † 5. September 1569 in Brüssel), genannt de Drol „der Drollige“ oder „Bauernbruegel“, war ein Maler der Niederländischen Renaissance.

Mit Peter Cornelius zählt Johann Friedrich Overbeck zu den bedeutsamsten Vertretern des Versuchs einer Erneuerung der deutschen Malerei aus religiösem Geist im 19. Jahrhundert.


 

Bernt Notke (* um 1435 in Lassan in Pommern; † Anfang – vor dem 12. Mai – 1509 in Lübeck) war ein in Nordeuropa bekannter Lübecker Maler und Werkstattleiter, wohl der bedeutendste im Ostseeraum des ausgehenden Mittelalters.

Triumphkreuz
Bernt notkes Triumphkreuz

 

Hinrik Bornemann, auch Hinrich Bornemann (* um 1450 in Hamburg; † nicht vor 1499 und nicht später als 1510) war ein in Hamburg tätiger Maler und Amtsmaler der Spätgotik.
Hinrik Bornemanns Hauptwerk ist der Lukas-Altar für den Mariendom, der sich seit dem Abriss des Doms infolge der Säkularisation 1806 als einer von drei mittelalterlichen Altären in der Jakobikirche in Hamburg befindet. Dieser Altar wurde 1499 von Absolon Stumme und Wilm Dedeke vollendet, letzterer heiratete auch die Witwe Hinrik Bornemanns.

 

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