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Ein spektakuläres Wahrzeichen Hamburgs: Die Köhlbrandbrücke über die Elbe

1974 war es soweit, die Köhlbrandbrücke in Hamburg wurde fertig, die zur Zeit mit 3618 m zweitlängste Straßenbrücke Deutschlands über den Arm der Elbe.

 

 

 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Brückenbau insbesondere bei uns einen großen Aufschwung erfahren. Bedingt durch die Herstellung neuer und verbesserter Baustoffe konnten deutsche Bauingenieure neue Brückensysteme aus Stahl- und Spannbeton entwickeln, die heute in der ganzen Welt angewendet werden. 

Köhlbrandbrücke
Köhlbrandbrücke Hamburg

Zu den bautechnisch bedeutendsten Neuerungen im Großbrückenbau gehören die sogenannten Schrägseilbrücken. Bei diesem Brückentyp, mit dem Spannweiten von bis zu 700 m erreicht werden können, wird der Fahrbahnträger nicht von unten durch Pfeiler unterstützt, sondern durch schräg über Pylone abgespannte Seile gehalten. Eine solche wurde nun von Bauingenieur Paul Boué und dem Architekten Egon Jux entworfen. Die Schrägseilbrücke, deren 520 m langer stählerner Fahrbahnträger mit einer 325 m weiten Mittelöffnung von 88 fächerförmig angeordneten Stahlseilen gehalten wird, in einer Höhe von 52 m eine vierspurige Fahrbahn über die Seeschiffahrtstraße den Köhlbrand führt und die verschiedenen Bereiche des Hamburger Hafens an die Bundesautobahn A 7 anschließt. 
Wie kaum ein anderes Brückensystem verwirklicht eine Schrägseilbrücke die heutigen Vorstellungen von der Eleganz, Kraft und Funktionalität moderner Ingenieurbauwerke, so das Bundesministerium für Verkehr. Diese Anforderungen erfüllt in besonderem Maße diese Hamburger Brücke, deren 130 m hohe Pylone an zwei übergroße Stimmgabeln erinnern und deren Fahrbahnträger wie eine scheinbar federleichte Raumkurve dem uralten Wunsch der Menschen nach Überbrücken von Hindernissen entspricht.
Sie hat ursprünglich 160 Millionen DM gekostet.  Zum Bau der Brücke wurden 81.000 Kubikmeter Beton und 12.700 Tonnen Stahl verwendet. Die Bauzeit betrug vier Jahre.
Eingeweiht wurde sie am 20. September 1974 durch den damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Anschließend hatte die Bevölkerung drei Tage lang die Gelegenheit, die Brücke zu begehen.
Weithin sichtbar ist sie zu einem Wahrzeichen Hamburgs geworden. Im März 2014 begann eine umfassende Grundinstandsetzung der Brücke, die 2016 bei 61 Mio. Euro Kosten abgeschlossen wurde.
Für Fußgänger, Fahrradfahrer und Mofas ist die Brücke gesperrt, für Sportler findet regelmäßig der Köhlbrandbrückenlauf statt. Ca. 30.000 Fahrzeuge nutzen die Brücke am Tag.
Radfahrer können sie jährlich als Teilnehmer des Hamburger Vattenfall Cyclassics-Rennens oder im Rahmen der Fahrraddemo zum Autofreien Tag passieren. Seit einigen Jahren wird die Köhlbrandbrücke während des Silvesterfeuerwerks für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

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