A-Z

Propsteikirche Herz Jesu und die Lübecker Märtyrer

Die Propsteikirche Herz Jesu an der Parade ist die römisch-katholische Hauptkirche Lübecks.

Sie wurde 1888 bis 1891 nach einem Entwurf des Architekten und Paderborner Diözesanbaumeisters Arnold Güldenpfennig errichtet und am 10. Mai 1891 konsekriert. Das Patrozinium „Heiligstes Herz Jesu“ ist ein Hinweis auf die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark anwachsende Herz-Jesu-Verehrung.

Lübecker Märtyrer

Bis zum Bau weiterer katholischer Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg war die Herz-Jesu-Kirche neben der 1910 erbauten Kirche St. Joseph im Stadtteil Kücknitz die einzige katholische Pfarrkirche für Lübeck und Umgebung; zur Ehre der in der Herz-Jesu-Gemeinde tätigen Märtyrer  erhielt sie 1958 den Rang einer Propsteikirche.
Als Lübecker Märtyrer werden die drei katholischen Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink bezeichnet, die am 10. November 1943 kurz hintereinander in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis durch Enthauptung hingerichtet wurden. Die drei katholischen Geistlichen wurden am 25. Juni 2011 seliggesprochen, an Stellbrink wird seit dessen Einführung im Jahre 1969 im Evangelischen Namenkalender erinnert.
Die katholischen Priester waren an der Propsteikirche Herz Jesu (Lübeck) in der Lübecker Innenstadt tätig, Prassek als Kaplan, Müller als Adjunkt und Lange als Vikar. Stellbrink war Pastor der Lutherkirche. Seit 1941 waren sie miteinander freundschaftlich verbunden und tauschten Nachrichten und Predigten, unter anderem des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, miteinander aus.
In der Predigt am Palmsonntag 1942 sagte Stellbrink, durch den britischen Luftangriff auf Lübeck in der Vornacht habe Gott mit mächtiger Stimme gesprochen. Dies wurde fälschlich so wiedergegeben, als habe er von einem „Gottesgericht“ gesprochen, ein Begriff, der in seiner Predigt nicht vorkam. Er wurde am 7. April 1942 verhaftet, Prassek am 18. Mai, Lange am 15. Juni und Müller am 22. Juni. Außer den Geistlichen wurden noch 18 katholische Laien verhaftet, unter ihnen auch der spätere Moraltheologe Stephan Pfürtner.

Hier ist jetzt die Märtyrergedenkstätte.

 

Hamburger Michel