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Die barocke Schlossanlage Schloss Eutin

Die ersten Gebäude an dieser exponierten Lage gehörten zum Bischofshof von Gerold von Oldenburg. Der baute, und Helmold von Bosau schrieb schon davon, hier ein Haus, die Ländereien erhielt er 1156 von Adolf II. zum Geschenk 
Zwischen 1260 und 1275 wurde der Hof ausgebaut, er bekam ein größeres, steinernes Gebäude, das noch heute den Kern des Ostflügels bildet. Bischof Johannes von Tralau residierte hier 1439. Bis 1486 wurde immer weiter gebaut, der Kern des heutigen Torturms entstand, bis schließlich zum 16. Jahrhundert die einzelnen Häuser miteinander zu einem bescheidenen Renaissanceschloss verbunden wurden. Deshalb ergibt sich bis heute der unregelmäßige Grundriss (vor allem der stadtseitigen Fassade).

Schloss Eutin
Schloss Eutin

Die Reformation blieb nicht ohne Auswirkungen für Eutin.  Die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf gelangten ab 1586 in den Besitz von Eutin und stellten von da an die Fürstbischöfe. Es drohte dem Bistum die Säkularisation. Wallensteins Truppen zogen durch das Land, aber Johann X. konnte das schlimmste verhindern, was er sich mit der Bindung des fürstbischöflichen Amtes an das Haus Gottorf danken ließ. 1689 wurden die Stadt und das Schloss bei einem Brand schwer beschädigt und anschließend auf den alten Grundmauern wieder aufgebaut. Die Vorburg wurde dabei zu einem großen Schlosshof umgestaltet.
Es wurde aber weiter mit Dänemark gezankt und 1705 kam es zu einer Besetzung und teilweisen Zerstörung des Schlosses durch die Dänen.
Die nächsten zwei Jahrhunderte wurde es dann richtig fürstlich. Zur Zeit von Christian August bis Friedrich August I. verwandelte sich das Schloss in ein Schmuckstück. Eutin schwang sich auf zum gesellschaftlichen Zentrum des Landes.
Der schwedische Hofbaumeister Rudolph Matthias Dallin bekam die große Aufgabe in den Jahren von 1717 bis 1727.
Er nahm an der Inneneinrichtung und am Park bedeutende Erweiterungen vor, die dazu führten, dass Eutin zu einer den wenigen großen Barockresidenzen in Norddeutschland wurde. 

Schloss Eutin
Schloss Eutin

Es galt als schick den Schlosspark nach französischem Vorbild umzugestalten, neben der Gartenanlage des Gottorfer Schlosses erfuhr er die Erweiterung zu einem der größten Barockparks des Landes, da kam sogar Borstel nicht mit.
In diesem Schlosspark wurde dann auch große Geschichte geschrieben. Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die Nichte von Friedrich August I. und spätere Katharina die Große traf hier ihren später ungeliebten Gatten Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf 1739 das erste Mal.
Nun war Eutin bis zum Thronverzicht Friedrich August II. 1918 die regelmäßige Sommerresidenz der herzoglichen Familie. Danach wurde das Schloss nicht mehr bewohnt und ein erstes Schlossmuseum eingerichtet.
Glücklicherweise überstanden Eutin und das Schloss beide Weltkriege ohne Schäden. Das Schloss stand leer und eine Flüchtlingswelle kam auf Eutin zu. Vor allem aus den Ostgebieten strömten Menschen in den kleinen Ort. Man wusste sich nicht besser zu behelfen und funktionierte das Schloss zu einem Auffanglager um. Von mehreren Hundert Personen ist die Rede, zeitweise soll es im ganzen Haus lediglich vier Toiletten gegeben haben und allein im Rittersaal waren bis zu 90 Personen untergebracht.
Die Migranten waren auf sich alleine gestellt. Das bedeutete aber auch, dass in kleinen Gruppen auf kleinen Küchenöfen  gekocht wurde. Bis zum Beginn der fünfziger Jahre nahm die Zahl der Bewohner ab, aber der Rauch und die Kochdünste schadeten dem Stuck in den Innenräumen. 

Schloss Eutin
Schloss Eutin

Das Schloss musste deshalb zunächst umfassend restauriert werden, ab 1957 konnte es dann aber zumindest begrenzt wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. 1972 war es sogar Kulisse für Teile des Films Cabaret mit Liza Minnelli. In den 19achtziger-Jahren wurden mehr Sanierungsarbeiten fällig.. Der Bund und das Land Schleswig-Holstein unterstützten finanziell und 1992 brachte die herzogliche Familie Schloss und Garten in die neugegründete Stiftung Schloss Eutin ein.
Die  Schlosskapelle ist der bedeutendste Raum des Süd-Flügels in der südöstlichen Ecke des Baus. Hier war immer schon die Kapelle der Burganlage, der erste Kirchenraum ist auf 1293 zu datieren. Das Kellergewölbe an dieser Stelle entstammt noch der Gotik. Der Kapellensaal reicht bis ins erste Obergeschoss und wird vollständig von einer Empore umgeben, die im Obergeschoss gleichzeitig als Verbindung zwischen Süd- und Ostflügel dient. Die Ausstattung stammt größtenteils aus der Zeit nach dem Schlossbrand und wurde zwischen 1689 und 1694 installiert. Die Raumaufteilung folgt dem Vorbild der Kapelle im Schloss Gottorf und wie dort gibt es auch hier eine Fürstenloge. Der Orgelprospekt stammt aus dem Jahre 1693 und ist von Arp Schnitger, das Instrument selber wurde 1862 durch die Orgelbaufirma Friedrich Schulze erneuert.
Sehr sehenswert ist natürlich die Gartenanlage des Schlosses.
Öffnungszeiten.
Frühjahr
17. März - 09. April, ​Fr - So ​11 - 17 Uhr
10. April - 18. Juni, Di - So 11 - 17 Uhr
Sommer
19. Juni - 17. September, Mo - So 10 - 18 Uhr
Herbst und Winter
18. September - 29. Oktober, Di - So ​11 - 17 Uhr
30. Oktober - 03. Dezember, Fr - So 11 - 17 Uhr
04. - 22. Dezember, ​Di - So 11 - 17 Uhr
Zusätzlich geöffnet: Karfreitag, Ostern, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit
 
Aktuelles immer hier www.schloss-eutin.de


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