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Die St.Lorenzkirche in Travemünde

Papst Gregor IX erwähnt in einer päpstlichen Urkunde vom 11. Mai 1235 diese Kirche erstmals indirekt.

Ausdrücklich genannt wird diese ursprünglich gotische Kirche 1259. Sie erhielt das Patrozinium des Heiligen Diakons Laurentius, daher der Name also. Wir nennen sie die St.-Lorenz-Kirche. 1522 fiel die erste aber einem Stadtbrand zum Opfer. Der Sage nach war dieser auf den Bierdurst Lübecker Soldaten zurückzuführen. Als die Lübecker Flotte zum Krieg gegen Dänemark rüstete, sollten zum Proviant natürlich auch erhebliche Mengen Bier gehören. Doch die Brauerei heizte zu stark ein, und es kam zu einem verheerenden Feuer, dem die Kirche und alle Wohnhäuser zum Opfer fielen.  
1557 begann man mit einem großen Saalbau aus Backstein. Zuerst errichtete man das Langhaus in spätgotischen Stil. Der Chor wurde etwas später auf den Resten des alten Chores aus dem 13. Jahrhundert errichtet, der vermutlich auch spätromanisch war. Der Turmbau erfolgte 1605/06, ebenfalls auf alten Resten. Das oktogonale Geschoss, das dieser Kirche ihr unverwechselbares Aussehen verleiht, kam zwischen 1619 und 21 hinzu. Im Inneren zieren Malereien aus dem frühen 17. Jahrhundert die Holzbalkendecke.

St. Lorenz-Kirche Travemünde Foto: Lübeck Tourismu
St. Lorenz-Kirche Travemünde Foto: Lübeck Tourismus

Noch zur Ausstattung der Vorgängerkirche gehört die spätromanische Taufe aus Kalkstein. Alle anderen Gegenstände datieren in das 16. bis 18. Jahrhundert. Zu erwähnen ist noch eine St. Jürgen-Gruppe aus der abgebrochenen Siechenhauskapelle von Travemünde, ein spätgotisches Schnitzwerk der Zeit um 1510 zugeschrieben der Werkstatt des Henning von der Heyde. Vor dem Turm der Kirche wurde 2002 ein interessanter Brunnen mit Bronzefiguren errichtet. 
Die Bronze-Figur Otto Timmermann, einem Travemünder Original, mit einem Buch in der Hand und auf dem Brunnenrand zwei Kinder, die seinen Geschichten lauschen. Der Brunnen vor der alten Schmiede – dem heutigen Gemeindehaus der St. Lorenz-Kirche – stellt eine Pferdetränke dar. Otto Timmermann († 24. April 2008) war hier Küster bis 1978.

Laurentius, also St. Lorenz ist der Schutzpatron vieler Berufsgruppen, die mit offenem Feuer zu tun haben, etwa der Feuerwehrleute, der Bäcker, der Bierbrauer, Textilreiniger und Köche. Als Diakon verwaltete Laurentius das Vermögen seiner Kirche, daher wird er auch oft von Berufsgruppen wie Archivaren und Bibliothekaren angerufen. Bei Hexenschuss, Ischias- und Hautleiden wird der hl. Laurentius ebenfalls angerufen. Das Feuer 1522 soll also der Grund für diese Namensgebung, diese Schutzherrschaft gewesen sein.

 

 

 

 

Dorfkirche Zarpen