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Das TheaterFigurenMuseum in Lübeck

Pole Poppenspäler war der berühmte Name einer Romanfigur von Theodor Storm. In der mehrfach verfilmten Geschichte geht es um die Leidenschaft für das Spiel mit Marionetten. 

Marionette

Ein Sohn teilt zusammen mit seiner Frau die Leidenschaft des Vaters und führt sein Lebenswerk fort. Vielleicht erinnern sich einige an die "Lisei" und den „Kasperl Wurstl“. Diese Novelle erschien erstmals 1874 und wurde 1875 bei G. Westermann in Braunschweig als Buch herausgegeben.
Ein ähnliches Schicksal, dieses Mal aber ganz real, erfährt die Familie Fey. Fritz Fey sen. (gest. 1986) eröffnet am 1.4.1977 sein Lübecker Marionettentheater in einem völlig umgestalteten alten Kaufmannshaus in der Lübecker Altstadt. Seine Frau Ingeborg führte das Theater in seinem Stil weiter, bis sie sich im Januar 2007 mit 81 Jahren zur Ruhe setzte.  Der Sohn Fritz Fey (geb. 1940) wächst in der Puppenspielerfamilie heran. Zunächst ist er Kameramann für Fernsehdokumentationen, aber die Faszination der Puppen lässt ihn nicht los. Da er zudem die ganze Welt bereist sammelt er Theaterfiguren, wo immer er sich aufhält. Die Sammlung wurde immer umfangreicher. 1982 bekommt er die Chance wenigstens einen kleinen Teil der Schätze in historischen Mauern auszustellen. Die Stadt Lübeck, der Förderkreis Lübecker Marionettentheater und Museum für Puppentheater e.V., die Possehl-Stiftung, Frau Lisa Dräger, Herr Harvey Dräger und andere Gönner machten es möglich dieses Museum ins Leben zu rufen. Seine Frau Saraswathi Fey ist die gute Seele des Museums. In Indien, ihrer Heimat, war sie einmal klassische Tänzerin und international tätig. Auf einer Europareise lernte sie Fritz und seine Leidenschaft für die Theaterfiguren kennen. 1991 haben sie geheiratet. Das Lebenswerk ihres Mannes ist jetzt auch ihr Lebenswerk geworden.


 

TheaterFigurenMuseum Lübeck

Schwindende Besucherzahlen und rückläufige Einnahmen sowie steigende Mieten machten der Traditionseinrichtung des Theaters Anfang des 21. Jahrhunderts sehr zu schaffen. Dank der Hilfe der Possehl-Stiftung wird der Spielbetrieb an der jetzigen Stelle aber aufrechterhalten. Das Theater und das Theaterfigurenmuseum wurden 2006 in gemeinnützige GmbHs gewandelt.
Heute ist das Museum thematisch verwandt mit den renommierten Spezialsammlungen des Münchner Stadtmuseums und der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.  Das Museum zeigt ca. tausend Stücke aus drei Jahrhunderten aus den Kontinenten Europa, Afrika und Asien, die den unterschiedlichsten Figurengruppen angehören: Handpuppen, Marionetten, Stab- und Fingerpuppen, Marotten, Schattenspielfiguren, Gliederpuppen, Bauchrednerpuppen und mechanische Figuren aller Art.
Zu den „Stars“ im Museum zählen die phantasievollen Schattenspielfiguren Indonesiens (Wayang), Moto Rafael, der elektrische Zeichner, der „Hundeclown“, der zusammen mit echten Hunden auftrat, und die Metamorphosen, technisch raffinierte Verwandlungspuppen.
Abstrakte Figuren des Kasseler Kunstprofessors Harry Kramer vertreten die Moderne in der Sammlung des Museums; sie gehören zu seinem ersten von zwei Programmen: 13 Szenen (erstaufgeführt 1955 in der Galerie Springer, Berlin). Sein Mechanisches Theater bestand aus skurril-abstrakten Skulpturen, hergestellt aus Papiermaché, Holz und Draht, die von zwei Spielern in collageartig angeordneten Szenerien zur Musik auf einer kleinen schwarzen Bühne in Bewegung versetzt werden. Das Figurentheater Kramers zeigte keine Handlungsabläufe, so wie das klassische Marionettenspiel, sondern zu Musikstücken, Jazz und Musique concrète, angelegte Bewegungsabläufe.
Das Museum präsentiert nicht nur Theaterfiguren, sondern auch Plakate, Requisiten, Kulissen, Kostüme, Musikinstrumente und ganze Theater.
Mit dem Museumsquiz können Jugendliche und ihre Eltern spielerisch in die Welt des Puppenspiels eintauchen. Im Videoraum des Museums wird ein Kurzfilm über Puppenspiele in aller Welt gezeigt.
Das Museum verfügt außerdem über einen Shop und ein Café.
Von September 2010 bis Ende 2011 wurden im Rahmen des Projektes Digital-fotografische Erfassung des Bestandes des TheaterFigurenMuseum Lübeck, das von der Possehl-Stiftung Lübeck gefördert wird, die rund 35.000 Stücke in Ausstellung und Fundus des Museums in großen Teilen fotografiert und die über Fritz Fey verfügbaren Sammlungsangaben digital erfasst. Bilder und Angaben sind für die Öffentlichkeit im Internet frei zugänglich. Ziel ist neben der digitalen Archivierung auch, Sammlern, Wissenschaftlern sowie privaten Fachkundigen und Interessierten auf einer separaten Internet-Arbeitsplattform die Möglichkeit zu geben, an der Korrektur, Ergänzung, Diskussion und Verbesserung der Sammlungsangaben teilzunehmen. (Text zum Teil aus Wikipedia).

Figurentheater Lübeck
Kolk 20 – 22, 23552 Lübeck

TheaterFigurenmuseum
Kolk 14, 23552 Lübeck
Öffnungszeiten: 
November bis März: 11 - 17 Uhr (Montags geschlossen)
April bis Oktober: 10 - 18 Uhr (täglich geöffnet)
 

Behnhaus Lübeck