14. und 15. Jhdt. Spätmittelalter im Trave-Raum 

Hochmittelalter

Als Spätmittelalter wird der Zeitraum der europäischen Geschichte von der Mitte des 13. bis zum Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts bezeichnet (also ca. 1250 bis 1500), der das europäische Mittelalter abschließt und in die Renaissance mündet, die Übergangsepoche zur frühen Neuzeit.

Eine generelle zeitliche Eingrenzung des Übergangs vom Spätmittelalter in die Renaissance ist nicht möglich, da letztere wesentlich aus der kulturphilosophischen und kunstgeschichtlichen Entwicklung heraus definiert ist. Je nachdem, wie offen die jeweiligen Gelehrten und Mäzene in den europäischen Kulturzentren der neuen Entwicklung gegenüber standen, breitete sich die Renaissance in den europäischen Regionen unterschiedlich schnell aus.

Um 1300 breitete sich Hungersnöte und Seuchen wie die große Hungersnot 1315–1317 und der Schwarze Tod 1347–1353 aus und reduzierten die Bevölkerung auf etwa die Hälfte. Soziale Erhebungen und Bürgerkriege führten in Frankreich und England zu schweren Volksaufständen (Jacquerie und Peasants’ Revolt), und zwischen diesen beiden Staaten brach der Hundertjährige Krieg aus. Die Einheit der Kirche wurde durch das Große Schisma erschüttert. Am Ende der Kreuzzüge (1095–1291) war das Byzantinische Reich zu einer unbedeutenden Regionalmacht herabgesunken, der Islam herrschte nach seiner Expansion über das Gebiet von Spanien bis Zentralasien. Der 200 Jahre dauernde Konflikt hatte die Kriegsführung und auch die Gesellschaft verändert. Die Verlierer jener Ära waren vor allem die Lehnsherren und das Rittertum. Doch auch Papsttum und Kaisertum mussten Autorität einbüßen.

Weder das Danewerk noch der Limes Saxoniae hatten ihren ursprünglichen abgrenzenden Charakter bewahren können, seit den zunehmenden Städtegründungen wurden diese Barrieren augenfällig nach Norden und Osten weit überschritten. Sehr unterschiedliche Völker treffen auf der Landbrücke aufeinander, für die hier wohnenden Menschen bedeutete dies immer wieder neue Nachbarn, mit denen sie sich auseinandersetzen mussten, die zur Gefährdung, aber auch zur Ergänzung beitragen konnten. Die Vielfalt der landschaftlichen und kulturellen Äußerungen blieb dennoch erhalten.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts kam es zu einer ersten Vereinigung von Holstein und Schleswig, nachdem die Holsteiner Grafen bereits größere schleswigsche Gebiete zur Pfandleihe hatten.

Zunächst schien es, als würde der dänische König, Erich Menved, die dänische Oberhoheit auch in Holstein durchsetzen. Dann jedoch wurde sein Nachfolger Christoph II. vom Holsteiner Grafen Gerhard III., unterstützt vom schleswigschen Adel, in der Schlacht am Hesterberg, das ist in der Nähe von Schleswig, 1326 vernichtend geschlagen.   

Diese Niederlage hatte einschneidende Folgen: Anstelle König Christophs wurde Waldemar V., der noch unmündige Neffe Gerhards III., zum dänischen König gewählt, mit dem Holsteiner selbst als Vormund.   

Frühe Neuzeit