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Die Trave - Der Fluss mit den vielen Gesichtern
 

Nüchtern gesehen ist die Trave ein Fließgewässer mittlerer Größe in Schleswig Holstein. Seine endgültige Fließrichtung, nämlich in die Ostsee hinein, durch den Travefjord, der sich gebildet hatte in die Lübecker Bucht, erhielt der Fluss nachdem die Gletscher der letzten Eiszeit abgeschmolzen waren.

Der Fluss, der Arbeitsplätze geschaffen hat, zunächst den Fischern, später dem Handel. Durch die Mündung verbunden günstig gelegen zum ganzen Ostseeraum, dem Baltikum, ermöglichte er der Ansiedlung ein beispielloses Wachstum. Lübeck, "Die Königin der Hanse" war zeitweilig die zweitmächtigste Stadt im deutschen Reichsgebiet des Mittelalters nach Köln geworden.

Travequelle
Travequelle Gießelrade

Der Fluss als Ausflugsort, Ort der Erholung, aber auch der Kriegführung.
Der Fluss als Grenze, teilweise schon Teil des "Limes saxoniae" aber auch Teil der seinerzeitigen "Zonengrenze", der innerdeutschen Grenze.
Überwunden im Unterlauf durch die Priwallfähre, noch älter, aber nicht mehr betrieben, die Herrenfähre, an deren Stelle die Trave jetzt durch den Herrentunnel untertunnelt ist, es folgen Richtung Quelle zahlreiche Brücken (insgesamt mögen es wohl 80 sein), die neueste und nördlichste ist die Eric-Warburg-Brücke. Die alte Klappbrücke, die Herrenbrücke, ist jetzt abgetragen. Die älteste wird wohl die 1216 bezeugte holzaete bryggae gewesen sein, aus der die heutige Holstenbrücke hervorgegangen ist.
Der Fluss als Teil wertvoller Natur
Der Fluss heute als Schiffahrtsweg
und die Gewässer zur Ausübung interessanter Sportarten

 

Der Fluss aber auch als Namensgeber für unser kleines Freizeitmagazin, das mit den einzelnen Fragen und Tipps dazu gerne  zum Stöbern einlädt.  
Der Fluss verbindet aber auch Ostsee und Nordsee, und da gab es schon mal gigantische, königliche Pläne.
 

Travequelle - Boje

Die Trave (lat. Travena oder ptolemäisch Chalusus Fluvius) ist ein 113 km langer Fluss in Schleswig-Holstein, der in die Ostsee mündet.
Die Trave entspringt in Gießelrade (Kreis Ostholstein) , nördlich der B 432 zwischen Ahrensbök und Scharbeutz. In der Dorfmitte findet sich der Quelltümpel, der von einer kleinen Anlage mit Sitzbänken umgeben ist. Eine rote Boje, 1975 aufgestellt, zeigt die Längenangabe 124 km. Diese ist aber von 1890, danach ist die Trave an mehreren Stellen begradigt worden, deshalb gehen wir von der Längenangabe von Dr. Manfred Brembach aus (Die Trave - Ein Fluß mit vielen Gesichtern, Oho-Verlags GmbH, IBSN 3 - 9804959 Ausgabe 2000). Von dort fließt sie in alten Schmelzwasserbetten der letzten Eiszeit und zuerst in südwestlicher Richtung durch den Wardersee nach Bad Segeberg und dann weiter in Richtung Süden nach Bad Oldesloe. Bei Gross Barnitz trifft man die südlichste Stelle an, um erst nördlich an Reinfeld und Wesenberg vorbeizufließen und dann bei Hamberge und Moisling nach Lübeck zu gelangen.
 

In seinem Verlauf sind besonders erwähnenswert der Wardersee, die Nütschauer Schanze, das Brenner Moor, der schön vom Fluss aus anzusehende Dom zu Lübeck, die Salzspeicher, das Holstentor, vieles während einer Barkassenfahrt zu bestaunen. Weiterhin einen Besuch wert das Theaterschiff,die Muk Lübeck, die historische Drehbrücke, den Fluss bis Travemünde erkunden mit Schiffen von Könemann, das neue europäische Hansemuseum, die Hubbrücke, überhaupt der Hafen, Schwartau mit der Teerhofsinsel und Alt-Liubice, den Fischerort Gothmund, das Stülper Huk, die Verbindung in den ganzen Ostseeraum mit dem Skandinavenkai, Dassow, der Badeort Travemünde mit der Viermastbark Passat, die Halbinsel Priwall, Lübecker Bucht und überhaupt die Ostsee.

Verlauf der Trave

Quellort ist Gießelrade

In Sarau vereinigt sich der Gießelrader Ast der Trave, der manchmal nicht ganzjährig Wasser führt mit der Glasau, kurz vor Travenhorst verstärkt sich der Wasserfluss durch den Zulauf der Berliner Au und gelangt nach Travenhorst. Sie ergießt sich in den Wardersee bei Wensin. Der See erhält noch Zulauf durch die Bißnitz auf der Höhe von Gut Pronstorf. Hinter Klein und Groß Rönnau mündet erst die Brandsau, dann die Faule Trave ein, ein ökologisch höchst interessanter Wasserlauf. Für Kanu und Boot vernünftig befahrbar ab der Einsetzstelle Herrenmühle. Hinter Högersdorf mündet die Mözener Au ein. In Bad Oldesloe fließt die Beste hinein. Der nördliche Teil der Beste sollte früher schon einmal mit der Alster verbunden werden. Aber das war ein königlicher Reinfall. Wikipedia spricht davon, und damals gab es wohl die Elbphilharmonie oder die HSH-Nordbank noch nicht, von der größten Fehlinvestition Hamburgs. Wörtlich Alster-Beste-Kanal: Gemessen am Gesamthaushalt der Stadt war der Kanal die größte Fehlinvestition Hamburgs. Der Herrenteich in Reinfeld wird von der Heilsau gespeist. Der Abfluss in die Trave nennt sich dann Mühlenau. Vor Hamberge fliesst die Ratzbek hinein, hinter Hamberge die Lehmbek. Von Stockelsdorf kommend nähert sich der Landgraben und mündet kurz vor Hohenstiege ein. Hinter Moisling und Genin vereinigt sich der Wasserlauf mit dem Elbe-Lübeck-Kanal zur Kanal-Trave. Die Altstadtinsel wird westlich umflossen, dabei wird ihr über ein Dükersystem und den Mühlenteich das Wasser der von Ratzeburg kommenden Wakenitz zugeführt. Hinter der Teerhofsinsel fließt von Westen die wasserreiche Schwartau heran. Genau an der Mündung erinnern Steine an die frühesten Siedlungsspuren von Alt-Liubice. Ein großes Steinmonument tut sein übriges. Von Osten über den sumpfigen Schellbruch gelangt das Wasser der Medebek dazu. Schon beim alten Fischerdorf Schlutup wird die Trave ganz breit, einige 100 Meter weiter sogar so weit, dass man das ganze Gebiet Dassower See nennt. In diesen ergießt sich dann auch die Stepenitz. Eine Sonderstellung nimmt noch die Stecknitz ein. Sie entspringt dem Ziegelsee bei Mölln, und fließt bei Lübeck in die Kanal-Trave. Die Stecknitz wurde bereits im Mittelalter als Stecknitzkanal reguliert und mit der in die Elbe mündenden Delvenau in Verbindung gesetzt. Seit dem erneuten Ausbau Ende des 19. Jahrhunderts heißt der 62 km lange Schifffahrtsweg zwischen der Elbe und Trave Elbe-Lübeck-Kanal. Entlang des Kanals sind die Altarme der Stecknitz noch erkennbar.
Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung hat durch Landwirtschaftsminister Dr. von Boetticher den gesamten Travelauf bis zur Mündung einschließlich der anliegenden Naturschutzgebiete der Europäischen Union im Rahmen des Programms Natura 2000 als FFH-Gebiet gemeldet.
Einigen Angelvereinen ist es erlaubt, unter strengen Auflagen diesem Freizeitvergnügen nachzugehen.
http://www.angeln-in-luebeck.de oder http://www.luebecker-anglerforum.de/
http://www.asv-trave.de/ um nur einige Adressen zu nennen.
Das Fischereirecht ist behördlich geregelt. Das erste Nutzungsrecht überhaupt geht auf das Barbarossaprivileg zurück. 

Naturschutzgebiete am unteren Travelauf im Bereich des Flussmündungsgebiets (Ästuar) sind der Schellbruch, das Dummersdorfer Ufer, der Dassower See und Teile des Priwall.