1150

1157-1168 Wurzeln der Hanse

Geschichte in Stormarn und der Traveregion
1157 Heinrich der Löwe stattet Lübeck in einer Urkunde mit dem Vorrecht aus "das Wald-, Wiesen- und Weiderecht auf beiden Seiten der Trave bis zum Dorfe Oldesloe und das Fischrecht vom genannten Dorfe bis zum Meer" auszuüben.

Oldesloe hat demzufolge schon lange als feste Größe zuvor bestanden und war bekannt.
Die Lübecker Burganlage musste Adolf 1158 an Heinrich den Löwen abtreten, als er durch seine Einmischung in die dänischen Thronstreitigkeiten dessen Unzufriedenheit erregt hatte. Nach Heinrichs Sturz wurde die Burg von 1181 bis 1189 kaiserlich, anschließend bis 1192 dann wieder herzoglich-sächsisch.
Ab 1158 wurde die Landschaft östlich der Travemündung Darrsowe oder Darxowe genannt, 1188 sprach man von Dartzchowe. 1219 wurde der Ort Dassow erstmals als Dartzowe, (altpolabische Bezeichnung für Ort der Dornen oder Gesträuche) urkundlich erwähnt. Die Schreibweise veränderte sich 1415 zu Darsowe und im 15. Jahrhundert zu Dassow.
1159: Wiederaufbau der Stadt Lübeck unter Heinrich dem Löwen
Im Jahr 1159 kehrten die Siedler auf die Lübecker Halbinsel zurück und errichteten die Häuser und Mauern wieder, wie es in der Chronik Helmold von Bosaus heißt. Es war also keine Gründung, auch keine Neugründung, sondern eine Wiedererrichtung der alten Siedlung, die nun aber vom Herzog mit besseren Rechten ausgestattet wurde. Heinrich der Löwe baute Lübeck zu einem landersherrschaftlichen Zentrum aus und förderte den Handel durch bilaterale Verträge mit dem schwedischen König, den gutnischen Kaufleuten und möglicherweise auch mit dem Fürsten von Novgorod, nachdem er zuvor den Kaufleuten aus den nordischen Reichen in Lübeck weitgehende Handelsfreiheiten, darunter auch Zollfreiheit verbrieft hatte. Unter Heinrich dem Löwen erhielt Lübeck ein Stadtrecht nach Soester Vorbild, dessen weiterentwickelte Form im Laufe des 13. Jahrhunderts von mehr als 100 Städten im Ostseeraum als „Lübisches Recht” übernommen wurde.
1160: Lübeck wird Bischofssitz
Bereits im Jahr nach der Wiedererrichtung der Siedlung verlegte Herzog Heinrich den Sitz des ehemaligen Missionsbistums Oldenburg (in Holstein) nach Lübeck. Die Stadt wurde dadurch auch Bischofsstadt und Zentrum der Missionierung Ostholsteins. Das schnelle Wachstum der Stadt und des Handels kontrastierte allerdings erheblich mit dem nur langsamen Vorwärtsschreiten der ländlichen Siedlung und der christlichen Mission in Ostholstein im 12. Jahrhundert. 1163 wurde der erste aus Holz gebaute Dom geweiht und 1173 legte Heinrich der Löwe den Grundstein für den Bau einer der größten Backsteinbauten Norddeutschlands, der großen romanischen Domkirche.
Unter Heinrich dem Löwen verband Lübeck mehrere Funktionen miteinander: die Stadt war ein wichtiges Zentrum der Landesherrschaft des Herzogs, Sitz des Bischofs und vor allem das Zentrum des von Südwesten, von Westfalen und Niedersachsen zur Ostsee gerichteten Handels. Herzogliche Ministerialen, Niederadlige und Kaufleute aus diesen sozialen Gruppen stellten die Führungsgruppe der Stadtbewohner, die jedoch unter der unumstrittenen Stadtherrschaft des Herzogs und seiner Amtsträger standen. 1160 erhielt Lübeck das Soester Stadtrecht. Dieser Zeitpunkt wird heute von Historikern als der Beginn der Kaufmannshanse (im Gegensatz zur späteren Städtehanse) angesehen. Wichtigstes Argument für diese Position stellt dabei das Artlenburger Privileg von 1161 dar, in dem die Lübecker Kaufleute den bisher im Ostseehandel dominierenden gotländischen Kaufleuten rechtlich gleichgestellt werden sollten.
1165: St. Johann auf dem Sande war die erste vollständig in Stein errichtete Kirche Lübecks.
Das kleine, schlichte Bauwerk mit annähernd rechteckigem Grundriss wurde im Jahre 1165 erbaut und befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lübecker Dom, dessen Grundstein ja zwei Jahre zuvor gelegt worden war, auf dem Gelände des heutigen Großen Bauhofs. Die Absicht hinter der Errichtung einer zusätzlichen Kirche in so geringer Entfernung zum Dom lässt sich nicht mehr mit Sicherheit nachvollziehen. Manchmal wird vermutet, das Bauwerk sollte während der abzusehenden langen Bauzeit der großen Bischofskirche als Provisorium dienen; es blieb allerdings auch nach Fertigstellung des Doms weiterhin in Benutzung. Vermutlich ist St. Johannes als Taufkirche (Baptisterium) geplant worden, wofür auch das Patrozinium Johannes der Täufer und die Lage sprechen.
Hamberge war ursprünglich ein slawisches Dorf mit dem Namen „Lancowe“. Seit 1163 war es im Besitz des Lübecker Domkapitels.  Oldesloe wurde erstmals 1163 als „Tadeslo“ erwähnt. Die Schauenburger Grafen von Holstein-Stormarn entwickelten den Ort, der im sächsisch-slawischen Grenzgebiet an einem Traveübergang an der Nordsee-Ostsee-Straße von Lübeck nach Hamburg liegt, zu einem wichtigen Umschlagplatz.

 

 

 

 

Deutsche Geschichte
Bei der frühen Hanse handelte es sich um den freien Zusammenschluss von Kaufleuten, die den Schutz der Gruppe für die gefahrvolle Reise suchten und ihre Interessen gemeinsam an den Zielorten besser vertreten konnten. Dazu fanden sich die Kaufleute einer Stadt oder einer Region zusammen, die in einer Fahrgemeinschaft reisten. Die frühesten Belege für solche organisierten deutschen Handelsgruppen liegen für das Auftreten Kölner Kaufleute in London vor. Neben den Deutschen waren bereits flandrische Kaufleutegruppen in London vorhanden. Wann man direkt von der "Hanse" also sprechen kann war früher schon und bis heute umstritten. Wir schließen uns aber den Wissenschaftlern an, die vom Datum der Schutzbriefe Heinrichs II. für den Londoner Stalhof ausgehen. Seit dem frühen 11. Jahrhundert sind rheinische Kaufleute in London nachzuweisen, die hauptsächlich mit Wein handelten. 1157 erlangten einige Kölner Kaufleute durch Heinrich II Handelsprivilegien bzw. eben der Schutzbriefe und begründeten eine gemeinsame Niederlassung an der Themse. Dieses Gebäude, die Guildhall, übersetzt Gilde- bzw. Zunfthaus, diente den zusammengeschlossenen Kaufleuten als Versammlungsort, Lager und gelegentlich auch für Wohnzwecke. Der Standort des Gebäudes, der Stalhof (auch Stahlhof) bezeichnete seit 1475 ein umfriedetes Gelände am Nordufer der Themse.
Um 1160 werden weitere Wurzeln zur Hansegeschichte gelegt, in Wisby auf Gotland, dem Mittelpunkt des Ostseehandels, nämlich findet sich eine deutsche Stadtgemeinde und eine Gemeinschaft der deutschen Gotlandfahrer zusammen. Nach Ablösung des alten Wanderhandels durch den Schriftverkehr (Buchführung, Kredit- und Kommissionsgeschäfte) verlagert sich der Handel nach Lübeck, das zunächst zum ost-westlichen Umschlagsplatz und Auswandererhafen für Livland und Preußen aufsteigt. In diesem Jahr wurde von Heinrich das Bistum Oldenburg nach Lübeck verlegt. 

Europäische Geschichte
1157-82 Waldemar I. der Große: Unter ihm beginnt der Aufstieg Dänemarks zur Großmacht. Mit Absolon, Bischof von Roskilde, unterwirft er die Provinz und errichtet Burgen. 1160 bis 64 unternimmt er mit Heinrich dem Löwen Feldzüge gegen die Wenden. 1168 erobert er Rügen.
Friedrich I. Barbarossa von 1152 bis 1190 römisch-deutscher König und von 1155 bis 1190 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
Weltgeschichte
12.und 13 Jh. Mongolen erobern Asien und Osteuropa

 

1169