13.000 v.Chr. - 12.000 v.Chr. Die Hamburger Kultur

14.000 v.Chr.

Geschichte in Stormarn und der Traveregion

Die Hamburger Kultur oder Hamburger Gruppe (13.700–12.200 v. Chr.) ist eine in den Niederlanden, in Norddeutschland, Dänemark und Nordpolen verbreitete archäologische Kultur, zeitlich in der ersten Warmphase nach der Weichsel-Eiszeit. Die Pflanzenwelt war durch eine Strauchtundra mit einem relativ hohen Anteil von Sonnenpflanzen geprägt. Die Hamburger Kultur wurde zunächst nach Funden am Alsterufer bei Hamburg-Wellingsbüttel aus dem Jahre 1931 benannt. Den Begriff prägte 1933 der in Kiel arbeitende Prähistoriker Gustav Schwantes. 1933 entdeckte Alfred Rust den Fundplatz im Ahrensburger Tunneltal.
Große Rentierherden wanderten im Sommer in die nördlichen Tundrengebiete, im Winter zurück in die südlicheren Gebiete. Diese Rentierherden wurden von den Jägern dieser Kultur vermutlich mit Speer und Speerschleuder gejagt, daneben jagten sie Pferde, Niederwild, Vögel und Fische. Als Behausungen von Siedlungsplätzen der Hamburger Kultur sind nur Grundrisse von Stangenzelten bekannt.
Jagdplätze mit zahlreichen Rentierresten und Werkzeugen befinden sich im Ahrensburger Tunneltal östlich von Hamburg, wie zum Beispiel die Fundplätze Stellmoor und Poggenwisch. Am Fundplatz Meiendorf entdeckte A. Rust bei seinen Grabungen 1933-34 in den Faulschlammschichten eines spätglazialen Teiches insgesamt 33 Rengeweihe sowie zahlreiche Knochen in Verbindung mit Artefakten aus Feuerstein. Entgegen der Erstinterpretation, es handele sich um mit Steinen beschwerte Rentierkadaver, kann heute von einem natürlichen Umlagerungsprozess dieser Kadaver ausgegangen werden.
Am Stellmoor-Hügel (nahe Hamburg) bewies A. Rust bei seinen Grabungen 1935-36 erstmals die stratigraphische Abfolge der jüngeren Ahrensburger Kultur über der Hamburger Kultur. Bei dem 1951 von A. Rust ausgegrabenen Fundplatz Poggenwisch gelang die Rekonstruktion eines Zeltes. Einen besonderen Fund bildet zudem ein 15 cm langer Geweihstab mit Gesichtsdarstellung, noch heute im Stadtwappen von Ahrensburg abgebildet.

 

Rentierkopf

Für Interessierte gibt es einen nach Alfred Rust benannten Lehrpfad beginnend am Gut Stellmoor, auf dem informative Schilder die Fundorte und damaligen Lebensweise erklären.

Halbkeil Oldesloe

Das älteste Fundstück des Oldesloer Heimatmuseums ist dieser flächig bearbeitete Halbkeil. Mindestens 50.000 Jahre alt. Gefunden bei Ausschachtungsarbeiten für das Oldesloer Klärwerk in 10 Metern Tiefe.


In den siebziger Jahren entdeckte man einen steinzeitlichen Urnenfriedhof bei der Siedlung 'Heidberg' (1 km östlich von Barnitz) und ein mit zwei Schriftzeichen sowie einer Blutrinne im Form eines Blitzes versehener Opferstein in Lokfeld. Die Schriftzeichen zeigen noch deutlich den Einfluß der phönizischen Schrift, aus der sich die spätere und eigenständige Runenschrift entwickelt hat.

Gräber der anderen Beerdigungsform, die Hünengräber genauer gesagt, finden sich aber zur Ostseeküste hin öfter. Das wohl in der Gegend bekannteste ist das Pöppendorfer Großsteingrab (im Waldhusener Forst) (auch Waldhusener Großsteingrab). Es ist ein Dolmengrab in der Nähe des Dorfes Pöppendorf, einem Teil des Lübecker Ortsteils Kücknitz. Der das Großsteingrab ursprünglich abdeckende Erdhügel wurde 1844 abgetragen. Dabei wurde auch das zwischen den heute sichtbaren Steinen befindliche Mauerwerk entfernt.
Das in Nord-Süd-Richtung errichte Großsteingrab hat eine Länge von etwa sechs Meter und mit dem vorspringenden Eingang eine Breite von etwa 3,70 Meter. Der Innenraum ist etwa vier Meter lang, etwa 1,70 breit und etwa 1,50 Meter hoch.
Das Grab besteht aus großen Findlingen, zwölf Trägersteinen und vier Decksteinen. Zehn Trägersteine und drei große Decksteine bilden die Kammer, zwei Trägersteine und ein kleinerer Deckstein bilden den Eingang auf der südlichen Seite. Einer der Trägersteine weist zwei behauene Seiten auf. Er wurde offenbar neuzeitlich eingefügt, um einen leicht abgesunkenen Trägerstein zu ersetzen.
Der Eingang befindet sich rechts im Süden auf der westlichen Längsseite an der so genannten "Holsteiner Kammer".
Einige Steine wurden mit Metallklammern verbunden. In einem Abstand von etwa 3,5 Meter um das Großsteingrab befindet sich ein Kreis aus 59 kleinen Findlingen, die die ursprüngliche Größe des Erdhügels darstellen sollen.
Das Alter dieses jungsteinzeitlichen Großsteingrabes wird auf 5.000 bis 6.000 Jahre geschätzt.

Im Rahmen der Untersuchungen des Grabhügels wurden Spuren bronzezeitlicher und slawischer (Nach-)Bestattungen wie am Pöppendorfer Ringwall gefunden, wo wir auch schon bei der Besiedelung dieser Gegend angekommen sind.

Weltgeschichte

ca. 13,7 Mrd. Jahre Urknall, Entstehung des Universums
ca. 4,6 Mrd. Jahre Entstehung der Erde
ca. 4 Mio. Jahre erste menschenartige Wesen, Ostafrika
ca. 2 Mio. Jahre Altsteinzeit, erste Werkzeuge
ca. 150.000 Homo Sapiens Sapiens
9000 Jungsteinzeit in Vorderasien, neolithische Revolution

 

6.000 v.Chr.