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1361 - 1389 Friede von Stralsund 

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
In Lübeck geht 1367 der Schwarze Tod um. Das Hansemuseum widmet diesem Thema einen Schwerpunkt.
Um 1370 erhält Oldesloe von Graf Adolf VIII. das Marktrecht. 

1371: Oldesloe wird von Adolf VII. das Jahrmarktsprivileg verliehen. Zu Johanni (Sommeranfang) wird seitdem ein 8-tägiger Jahrmarkt und jede Woche samstags ein Markttag abgehalten. Die aktuellen Wochenmarkttermine gibt es auch hier im Travestreifzug. Aus der gleichen Zeit stammt wahrscheinlich auch die erste Oldesloer Münze - der Witten.
Trenthorst (zum heutigen Westerau gehörig) wird erstmals 1372 als Ausstattung einer Vikarie an St. Johann auf dem Sande, Lübeck (erbaut 1165) belegt.
1389 wird Delingsdorf dem Hamburger Domkapitel abgabenpflichtig.

Bliestorf wurde 1380 in einer Urkunde als „Blystorpe“ zum ersten Mal erwähnt.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts bestand in Hamburg eine hölzerne Rolandsstatue, die aber bereits 1389 zerstört wurde, als man sie in die Elbe versenkte.

Klein Hansdorf (niederdeutsch Lütt Hansdörp) wird 1389 erstmals als Johanstorpe Parrochie Berchteheyle erwähnt. Es gehörte damals zum Gut Tremsbüttel und war als Rundplatzdorf angelegt.
Deutsche Geschichte
Am 16. Januar 1362 verändert die „Grote Mandränke“ oder „Mandrenke“ – die „Große Manntränke“ – den Küstenverlauf im heutigen Schleswig-Holstein für immer. Diese erste so genannte Flut war wohl die verheerendste des Mittelalters. 100.000 Menschen sollen wohl umgekommen sein. Der grösste Teil von Rungholt war ein Opfer der Nordsee.

Europäische Geschichte
Der Bund der Hanse, der ursprünglich nur wirtschaftlichen Interessen diente, erhielt hohe politische Bedeutung durch die Kölner Konföderation, die gegen die Bedrohung durch den Dänenkönig geschlossen wurde und die Städte zum Kriegsbündnis mit Schweden und Norwegen gegen Dänemark zusammenschloss.

1361 – 62 In Dänemark herrscht Waldemar IV. Atterdag. Seine Kriegszüge gegen Öland und Gotland (Wisby) veranlassen den Hansekrieg. Zunächst schlägt er die Hanse, verbunden mit Mecklenburg, Holstein, Jütland und Köln. 1367 – 70 ist ein Gegenangriff aber siegreicher.
Der siegreiche Ausgang dieses Zweiten Hanse-Dänemark-Krieges brachte der Hanse 1370 deshalb den Frieden von Stralsund: Ein dänischer König darf jetzt nur noch mit Zustimmung der Hanse gewählt werden und sichert der Hanse somit die Ostseeherrschaft. Die Tochter Waldemars setzt 1380 dann die Wahl ihres Sohnes Olaf in Dänemark und Norwegen durch.
Mit diesem Frieden von Stralsund erreichte Lübeck den Höhepunkt seiner Macht im Ostseeraum. Im 14. Jahrhundert war Lübeck neben Köln und Magdeburg eine der größten Städte des Reiches. Den Kern der Hanse bildeten etwa 72 Städte, weitere 130 waren locker assoziiert. So dehnte sich der Einflussbereich der Hanse über ein Gebiet aus, das von Flandern bis Reval reichte und dabei den gesamten Ostseeraum bis zum Finnischen Meerbusen umfasste. Einziges nichtstädtisches Mitglied war der Deutsche Orden – ein von Ordenrittern geführter Flächenstaat.
Ein  Hansetag besaß keine den Städten übergeordnete Zwangsgewalt. Die Verwirklichung der Beschlüsse hing vom guten Willen der Städte ab; allein in ihrem Ermessen lag es, Beschlüsse des Hansetages mitzutragen oder eigene Wege zu gehen. Sie fühlten sich deshalb auch nur gebunden, wenn sich die Beschlüsse mit den eigenen lokalen Interessen deckten, andernfalls verweigerten sie ihre Mitwirkung, z. B. die Weigerung Dortmunds, sich dem 1367 in Köln geschlossenen, für die Geschichte der Hanse so folgenreichen Kriegsbündnis der wendischen, preußischen und einiger niederländischen Städte gegen den dänischen König Waldemar IV. anzuschließen. In einem Schreiben an die in Lübeck versammelten Ratsendboten stellte die Stadt fest, sie habe die Kriege der Seestädte noch nie unterstützt und wolle das auch jetzt nicht tun.
Das Zeitalter, das wegen des 1370 im Frieden von Stralsund siegreich abgeschlossenen Kriegs gegen Waldemar IV. von Dänemark herkömmlicherweise als der Höhepunkt hansischer Geschichte angesehen wird, war daher vielmehr eines, in dem die Kaufleute der niederdeutschen Städte und ihre Räte sich mit großen handelspolitischen Problemen und jetzt einem Rückgang des Handelsvolumens auseinandersetzen mussten.
Schiffergesellschaften wie die in Lübeck wurden mit Beginn der seefahrenden Hanse häufig zunächst als Bruderschaften unter dem Patronat eines namensgebenden Heiligen gegründet.
Die vermutlich älteste ist die Danziger Schifferzunft, deren Vorgänger zum ersten Male in einem Dokument vom 4. März (Estomihi) 1386 urkundlich erwähnt wurde und die eine Korporation von Kapitänen, qualifizierten Seeleuten und vermutlich auch Reedern aus Danzig war.

In den 1380er Jahren erhoben sich die Knochenhauer in Lübeck. Auch zahlreiche andere niederdeutsche Städte wurden von gesellschaftlichen Unruhen bis hin zu gewaltsamen Aufständen heimgesucht. Die Niederschlagung des Lübecker Knochenhaueraufstandes um 1384 muss derart brutal vonstatten gegangen sein, dass die Ratsherren zu Beginn des 15. Jahrhunderts sich von diesen Vorgängen deutlich distanzierten, als diese von der wiederum aufgebrachten Gemeinde nochmals angesprochen wurden.
Karl IV. (* 14. Mai 1316 in Prag) war römisch-deutscher König (ab 1346), König von Böhmen (ab 1347) und römisch-deutscher Kaiser (ab 1355). Vom 20. Oktober bis 30. Oktober 1375 hatte er noch Lübeck besucht. Er starb am 29. November 1378 in Prag.

 

 

 

 

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