1361

1390 bis 1409 und die Eroberung der Welt

Ab 1390 sind Übergriffe ehemaliger Vitalienbrüder auf Hamburger Schiffe in der Nordsee belegt. Nach empfindlichen Verlusten durch Kaperungen rüsteten Hamburg und Lübeck im Jahre 1400 Kriegsschiffe gegen die Likedeeler und brachten 1401 zuerst die Flotte von Klaus Störtebeker, später auch die von Gödeke Michels auf. Nach der Hinrichtung wurden die Köpfe der Piraten auf Pfähle genagelt und zur Schau gestellt. Erst 1525 wurde mit Claus Kniphoff der letzte Nordsee-Pirat gefasst.
An Klaus Störtebeker, dessen Bronze-Denkmal in der Osakaallee (ehemals Brooktor) in der Speicherstadt steht, wird noch heute erinnert.

 

Lübeck:
Die berufstopographische Gliederung der Stadt war von Bereichen geprägt, in denen Angehörige bestimmter Berufsgruppen bevorzugt wohnten. Die Lage der jeweiligen Bereiche hing meist von berufsspezifischen Standortfaktoren ab: So wohnten die Mitglieder der lederverarbeitenden Gewerbe wegen der Nähe zum fließenden Wasser im Osten der Stadt entlang der Wakenitz. Schiffer, Bootsleute und sonstige Schiffsbesatzungsmitglieder lebten im Nordwesten nahe dem Seehafen, ebenso wie die Exportbierbrauer (Seebrauer). Die Stecknitzschiffer, die den 1398 eröffneten Stecknitzkanal, die erste künstliche Wasserstraße Nordeuropas befuhren, wohnten im Südwesten am Binnenhafen. Die Wohnsitze der Schmiede waren um St. Petri zentriert, diejenigen der Böttcher in der Marlesgrube und in der Dankwartsgrube. Berufe, die auf Laufkundschaft angewiesen waren, wie die Bäcker und Schuster, waren über die ganze Stadt verstreut. Diese Verteilung widerspricht nicht dem oben gegebenen Bild der sozial gemischten Baublöcke, da bei den meisten Berufsgruppen die Vermögensverhältnisse der Mitglieder recht breit gestreut waren und über die Mischung der Berufe für den notwendigen sozialen Unterschied in der Zusammensetzung der Bewohner gesorgt war.
Henning von Rentelen, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck stirbt am  6. Oktober 1406 in Paris
1390-1398 wird der Stecknitzkanal gebaut.

Kogge
Kogge im IMM





1397 beginnt die Weltentdeckung
Erste Erschliessung Amerikas
Die Karte des Florentiners Toscanelli (1397 - 1482) veranlasst Christoph Kolumbus aus Genua (1451 - 1506) im Dienst von Isabella von Kastilien den westlichen Seeweg nach Indien zu suchen. Nach 61-tägiger Fahrt mit der Landung auf Guanahani (San Salvador), Kuba und Haiti gilt dieses Ereignis 1492 als Entdeckungsdatum. Als Vizekönig unternimmt Kolumbus bis 1504 vier Reisen nach Westindien und entdeckt dabei 1498 das Festland auf Höhe der Orinocomündung dem späteren Panama.
Der Florentiner Amerigo Vespucci (1451 - 1512) unternimmt zwischen 1499 und 1502 Küstenfahrten. Durch seine Reiseberichte wird der neue Kontinent bekannt und seit 1507 auf Vorschlag von Martin Waldseemüller Amerika genannt. 
Auf der Indienfahrt des Portugiesen Pedro Alvares Cabral (1460-1526) kommt es 1500 zur Entdeckung Brasiliens.
Der Spanier Balboa erreicht als erster Europäer 1513 den Stillen Ozean nach Durchquerung der Landenge von Panama.
Den amerikanischen Nordkontinent entdeckt der Florentiner Giovanni Caboto. Das war sogar noch vor Kolumbus  im Jahr 1497. Caboto hatte den englischen Auftrag den Seeweg nach Indien zu suchen. Ihm folgen Verazzano und Cartier. Die Spanier Domingo, de Soto, Alvarado und Coronado erforschen bis 1542 das nördliche Mexiko.
Erschliessung jetzt der ganzen Welt:
1498 findet Vasco da Gama den Seeweg nach Indien, nachdem es schon 1487 Bartolomeo Diaz gelungen ist die Südspitze Afrikas (das Kap der guten Hoffnung) zu umsegeln.
Der Größenwahn nahm kein Ende, die Methoden wurden immer brutaler. Den Beweis für die Kugelgestalt der Erde erbringt 1519 - 21 die erste Erdumsegelung durch den Portugiesen Fernão de Magalhães, bei uns wird er Ferdinand Magellan genannt. Er reiste im Auftrag der spanischen Krone, begann die erste Weltumsegelung, entdeckte die Molukken. Am 6. März 1521 erreichten sie die Marianen. Als zum Beispiel die Flotte vor einer der Inseln (möglicherweise Guam) ankerte, versuchten die Einheimischen eines der Beiboote an sich zu nehmen. Magellan ließ daraufhin einige Ureinwohner töten und ihre Häuser niederbrennen. Die Inseln nannte er Islas de los Ladrones (Inseln der Diebe). Die gewaltsame Unterwerfung hörte nicht auf, Magellan wurde noch während der Reise getötet. Die Geschichte seiner Reise ist vor allem durch die Aufzeichnungen des Teilnehmers Antonio Pigafetta bekannt geworden. 
Die zweite Erdumsegelung führte der englische Freibeuter Francis Drake zwischen 1577 und 1580 durch. Süd- und Mittelamerika erschließen und unterwerfen Konquistadoren. Das waren spanische Adlige (Hidalgos) und Abenteurer, von Goldgier, Missionseifer, Ruhmsucht und Ehrgeiz getrieben und sich dabei oft bekämpfend.
Ein solcher war Hernán (auch Hernando) Cortés (1485-1547).  Mit Hilfe seiner indianischen Verbündeten eroberte er 1519 bis 21 das Aztekenreich und dessen Hauptstadt Tenochtitlán. Er gründet Vera Cruz und dringt in Mexiko ein. 1531 bis 1534 unterwirft Francisco Pizarro das Inkareich und gründet 1535 Lima. Dieser lässt 1538 Almagro, den Eroberer Boliviens töten und wird 1541 dann selbst getötet.
1535 bis 38 erobert Quesada Kolumbien, 1544 durchquert Orellana den Kontinent über den Flussweg Maranon - Amazonas und letztendlich entdeckt 1540 - 54 Valdivia Chile.

Der Machtverlust der Hanse begann mit dem Erstarken der landesherrlichen Territorialgewalten im Ostseeraum, wodurch sich die Städte in stärkerem Maße den Interessen der regierenden Fürsten unterordnen mussten. Ein anderer Grund war die gerade geschilderte Entdeckung Amerikas und neuer Seewege, die den bisher dominierenden Ostsee-Westsee (heute Nordsee)-Handel nun in überseeische Gebiete ausdehnte. Dabei ging nicht etwa das Handelsvolumen der Hanse im eigentlichen Sinne zurück, es entstanden jedoch mächtige Konkurrenten, die die Bedeutung der Hanse für die einzelnen Städte – und Kaufleute – schwächten.
Durch Erstarken der nordischen Nationalstaaten seit der Kalmarer Union 1397, einem Ausbleiben der Heringszüge aus der Nordsee und der Verlagerung des Handels zum Atlantik hin nimmt der Einfluss der Hanse noch weiter ab. Lissabon, Sevilla und Rotterdam lösen die bisher führenden Seestädte Lübeck, Venedig und Genua ab. Durch Einfuhr neuer Kolonialprodukte wie Kartoffeln, Mais oder Tabak etwa und die Plantagenwirtschaft steigert sich der Welthandel gewaltig. Die Kolonien selbst als Abnehmer führen zum Erstarken des Großgewerbes. Erhöhter Geldbedarf begünstigt großkapitalistische Unternehmungen.
Portugal und Spanien werden Großmächte. Niederländer, Franzosen und Engländer wenden sich zunächst als Kauffahrer, später aber auch als Freibeuter der Ozeanfahrt zu.
Soziale Krisen nehmen zu, Handwerker- und Bauernaufstände allerorten und die Erde wurde europäisiert, was zu Völkerverschiebungen und Rassenmischungen (Sklaventransporte, Kolonisation) führt.
Rohlfshagen war ein gottorfisches Domanialgut, das 1767 in 13 Erbpachtstellen aufgeteilt wurde, von denen der Rohlfshagener Hof mit mehr als einem Drittel der Gesamtfläche die größte war. Der Ort wurde 1402 zuerst schriftlich erwähnt. 
1402 Sieg Hamburgs vor Helgoland und Hinrichtung des Anführers Klaus Störtebecker. 
Hier noch eine Legende:   Um 1407 wütete in Lübeck eine Hungersnot. Es gab kein Getreide mehr. Die Speicher waren aber reich mit Mandeln aus dem Orient gefüllt. Da trug der Senat den Bäckern auf, aus diesen Vorräten ein Brot aus eben dem Lübecker Marzipan herzustellen. 

 

1410