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1520 - 1525 Geschichte in Hamburg Stormarn und der Traveregion

Eine politische Änderung tritt 1524 ein: Im Kampf um den dänischen Thron verhelfen die Hansestädte Hamburg und Lübeck, Herzog Friedrich von Gottorf, einem Holsteiner gegen den beim Adel unbeliebten König Christian II. zur dänischen Krone. Damit steht der neue König den beiden Hansestädten im Wort.

1524 wurde Wandsbek adliges Gut. Der der Besitzer konnte frei darüber verfügen. Der Hamburger Senatssyndicus Adam Tratziger (* 1523, † 1584) hatte bis 1564 als letzter den Gutshof als Pfandbesitz des dänischen Königs inne. 
Am 14. März 1525 treffen sich Abgesandte der Hansestädte Hamburg und Lübeck mit dem König auf der Siegesburg in Segeberg. Ein neuer Vertrag wird über eine Wasserstraße von Hamburg nach Lübeck, den Alster-Beste-Trave-Kanal, auf der Grundlage des älteren Vertrages von 1448 geschlossen. Nach diesem Vertrag übernehmen Hamburg und Lübeck je zur Hälfte die Baukosten, Friedrich I., König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein, verpflichtet sich, alle durch Holsteinische Adels-Anlieger auftretenden Schwierigkeiten insbesondere in Grundstücksfragen auszuräumen. Später stellt sich heraus, dass diese Finanzfragen wie auch technische Fragen, das ehrgeizige Projekt scheitern lassen.
Tratziger verkaufte das Gebiet Wandsbek jetzt an Heinrich Rantzau, der von 1556 bis 1598 Statthalter des dänischen Königs für den königlichen Anteil von Schleswig-Holstein war. Unter Rantzau wuchs Wandsbek nach 1550 von einem reinen Bauerndorf hinaus. 

 

 

 

 

Der große Traum
1525 traumhaft - ein Kanal zwischen Trave und Alster !!!

Rantzau ließ die Wandse stauen und die Wasserkraft nutzen. Der heutige Mühlenteich erinnert immer noch daran. Das Gutshaus ließ er 1564 abreißen und auf dem Grund ein von Wassergräben umgebenes Wasserschloss errichten. Er nannte es Wandesburg. Auf diesem Schloss hatte er 1597/98 den berühmten dänischen Astronomen Tycho Brahe zu Gast, der von dort aus den Nachthimmel erforschte. Der dänische König Christian IV. übernahm von 1614 bis 1641 den Ort als Gutsherr.
1528 gibt es erste Anhänger der lutherischen Lehre in Lübeck und 1530 werden hier evangelische Predigten zugelassen. 
 
Deutsche Geschichte
Vom Adel und der Kirche verfolgt blieb Luther bis zum 1. März 1522 inkognito als „Junker Jörg“ auf der Wartburg. Auf Anraten Melanchthons übersetzte er im Herbst 1521 das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche. 
Als Vorlage diente ihm ein Exemplar der griechischen Bibel des Erasmus von Rotterdam, zusammen mit dessen eigener lateinischen Übersetzung sowie der Vulgata. 
 
1524 Menno Simons wird zum Priester geweiht,  er wurde führender Vertreter der Täuferbewegung und Namensgeber der Mennoniten.
Erst 1525 wurde mit Claus Kniphoff der letzte Nordsee-Pirat gefasst.
Weiter südlich erheben sich 1522/23 die Reichsritter und der große Bauernkrieg tobt 1525. Eine herausragende Rolle spielt dabei Thomas Müntzer (auch Münzer; * um 1489 in Stolberg, Grafschaft Stolberg; † 27. Mai 1525 bei Mühlhausen, Freie Reichsstadt). Dies war ein Theologe, Reformator und Revolutionär. Im Gegensatz zu Luther stand Müntzer für die gewaltsame Befreiung der Bauern und betätigte sich in Mühlhausen/Thüringen, wo er Pfarrer in der Marienkirche war, als Agitator und Förderer der Aufstände. Dort versuchte er seine eigenen Vorstellungen einer gerechten Gesellschaftsordnung durchzusetzen. Privilegien wurden aufgehoben, Klöster wurden aufgelöst, Räume für Obdachlose geschaffen und eine Armenspeisung eingerichtet. Schließlich scheiterten seine Bestrebungen als Bauernführer, verschiedene Thüringer Freibauern zu vereinigen, doch an der Strategie des Adels. Nach der Schlacht beim thüringischen Frankenhausen, das war im wesentlichen die letzte des Bauernkrieges, wurde er am 15. Mai 1525 gefangen genommen, im Wasserschloss Heldrungen verhört und gefoltert und am 27. Mai 1525 im Feldlager der Fürsten bei Mühlhausen öffentlich enthauptet und aufgespießt.
 
Europäische Geschichte
Die Frage nach dem Autor oder den Autoren des Genter Altars gehört zu den bisher ungelösten Fragen der Kunstwissenschaft. Noch Dürer, der den Altar am 10. April 1521 sehen konnte, spricht nur von Jan van Eyck, von "des Johannes taffel; das ist ein über köstlich, hoch verständig gemähl, und sonderlich die Eva, Maria und Gott der vatter sind fast [=sehr] gut."

1523 Mit Unterstützung Lübecks wird Gustaf Vasa, damals eigentlich Gustav Eriksson, schwedischer König. Dieser Gustav I. Wasa, (* Mai 1496; † 29. September 1560 in Stockholm), befreite Schweden von Dänemark, weshalb der 6. Juni, der Tag seiner Wahl, zum schwedischen Nationalfeiertag wurde. Den Namen Gustav Wasa bekam er erst im 17. Jahrhundert, zu Lebzeiten war er als Gustaf Eriksson und König Jösta bekannt. Gustav Wasa liegt in der Vasagruft im Dom zu Uppsala begraben.
Was war passiert? Gustav beteiligte sich schon frühzeitig an Kämpfen von Sten Sture, dem schwedischen Reichsverwesers gegen den dänischen König Christian II., der gleichzeitig Herrscher der Kalmarer Union (also Dänemarks, Norwegens und Schwedens) und damit Schwedens war. 1518 nach der Schlacht bei Brännkyrka, wurde Gustav mit fünf anderen auf der kleinen Insel Kalø, nordöstlich von Aarhus auf Jütland, als Geisel gefangen gehalten. Im September 1519 gelang die Flucht nach Lübeck. Zuerst fand er Unterschlupf bei Schwedenkaufleuten wie Harmen Israhel. Dieser stattete Kaperschiffe für seinen Kampf gegen Christian II. aus und vermittelte den Kontakt zu dem Lübecker Bürgermeister Nikolaus Brömse. Der Lübecker Rat schützte ihn vor einem Auslieferungsgesuch des dänischen Königs und nach sechs Monaten Aufenthalt konnte er wieder nach Schweden reisen.
Zum Dank erhielt die Hanse weitreichende Privilegien für die Unterstützung beim Freiheitskampf. Diese führten jedoch zur wirtschaftlichen Abhängigkeit Schwedens.

 

 

 

 

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