1526

1532 bis 1563 Geschichte der Traveregion

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Lübecks Rolle als führende Handelsmacht in der Ostsee wurde in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zunehmend durch niederländische Kaufleute gefährdet, die unter Umgehung der Lübecker Stapels direkt die Städte im östlichen Teil der Ostsee ansteuerten.


Nachdem Friedrich I. nicht bereit war, Lübeck als Lohn für seine Hilfe bei der Gefangennahme Christian II. 1532 die Sundschlösser zu überlassen, versuchte Jürgen Wullenwever mit militärischen Mitteln, die alte Vormachtstellung im Ostseeraum wiederherzustellen und die Grafenfehde zu Gunsten Lübecks zu beeinflussen. Zur Finanzierung seiner militärischen Abenteuer ließ er unter anderem den Kirchenschatz einschmelzen. Doch er scheiterte dramatisch, musste 1535 die Stadt verlassen, wurde vom Erzbischof von Bremen gefangen genommen und 1537 hingerichtet. Damit war Lübecks Zeit als „Königin der Hanse“ endgültig vorüber. Und auch die Bedeutung der Hanse schwand.
Jürgen Wullenwever (* spätestens 1488 in Hamburg; † 24. September 1537 in Wolfenbüttel) war von 1533 bis 1535 Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. 1534 lässt er, protestantischen Glaubens, das Kloster Reinfeld überfallen und brandschatzen. Die Dänen fallen 1534 an der Travemündung ein und zerstören den Leuchtturm.

 

 

 

 

Modell Kloster Reinfeld
Modell Kloster Reinfeld

Um 1540 lebten im Kloster Reinfeld nur noch 20 Mönche, 100 Jahre zuvor waren es noch 50 gewesen. 1550 gaben die Reynevelder gezwungenermaßen ihre ablehnende Haltung auf. 
Reinbek: Nach der Zerstörung des Klosters (1534) gewann der Ort erst mit dem Bau der Schlossanlage (1572) wieder an Bedeutung. 
Ahrensfelde wurde erstmals 1555 als abgabenpflichtiges Dorf des Adligen Gutes Wulmenau urkundlich erwähnt. 
1555 heiratet nämlich der Lübecker Ratsherr Franz von Stiten, Besitzer von dem Gute Wulmenau mit dem Dorfe Ahrensfelde (Ahrensfelde war wie auch andere zahlreiche Ortschaften im Laufe der Zeit von dem gutsherrlichen
Besitzer einverleibt worden) die reiche Dorothea Lunten von Trenthorst.
Dorothea Lunten war die Tochter der verstorbenen Witwe des Grobschmieds Marx Meyer, mit dem sie in zweiter Ehe verheiratet war. Die Tochter Dorothea war die Alleinerbin von Trenthorst und durch ihre Heirat mit Franz von Stiten kam auf diese Weise die Vereinigung von Trenthorst-Wulmenau /Ahrensfelde zu stande.
Segeberg:  Lange war Segeberg Sitz des königlich-dänischen Amtmannes. Der bekannteste von ihnen war Heinrich Rantzau im 16. Jahrhundert unter Friedrich II. von Dänemark. Rantzau baute die 1534 während der Grafenfehde, als der Lübecker Feldherr Marx Meyer vergeblich die Burg belagerte, fast völlig zerstörte Stadt wieder auf und errichtete einige wichtige Bauwerke in Segeberg (zum Beispiel ein Stadthaus, nicht erhalten, die Segeberger Pyramide, von der nur Überreste in der Rantzau-Kapelle erhalten sind, sowie einen Obelisken, Reste erhalten) und sorgte dafür, dass die bekannte Stadtansicht von Braun und Hogenberg entstand.
Trittau:  
1534 wurde Trittau von dem aus Hamburg stammenden Söldnerführer und Lübecker Stadthauptmann Marx Meyer im Zuge der Grafenfehde eingenommen. Im Frieden von Stockelsdorf ging es im Tausch gegen das kurzzeitlich dänisch besetzte Travemünde an die Gottorfer zurück. 1775 wurde das Schloss wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Amtmann residierte fortan im Schloss Reinbek.
Trittau gehörte zu den 17 so genannten Holzdörfern.
Stockelsdorf: 1534 wurde ein Holstein betreffender Teilfrieden der Grafenfehde, der Frieden von Stockelsdorf hier vor den Toren der Hansestadt vereinbart. 
Der Gutsbesitzer Bartholomäus von Ahlefeld siedelte 1544 Mennoniten, die vor der religiösen Verfolgung in ihrer Heimat geflohen waren, in Schadehorn an. Auch Menno Simons fand hier eine Heimat. Sein Wohnhaus, die Mennokate, kann bis heute besichtigt werden. 
Lübeck: Auf dem Hansetag 1554 wurden aus den Dritteln Quartiere gemacht. Lübeck führte fortan das wendische Quartier, Braunschweig und Magdeburg das sächsische, Danzig das preußisch-livländische und Köln das Kölner Quartier an.

Deutsche Geschichte
1558 wurde die Hamburger Börse als eine der ersten Deutschlands eröffnet, im Jahre 1678 unter dem Namen Opern-Theatrum die erste deutsche Oper am Gänsemarkt. 

1635