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1564 bis 1589 und die Seeschlachten von Gotland

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
Seit 1571 war Klein Barnitz evangelisch-lutherisch. Es gehörte wie alle Besitzungen des Lübecker Domkapitels außerhalb der Stadt zum Fürstbistum Lübeck, seit 1803 zum Fürstentum Lübeck.

Reinbek: 1572 Die Ansiedlung von Handwerkern im späten 18. Jahrhundert brachte endlich wirtschaftliches Wachstum.
Hoisdorf: Nach der Reformation gelangte der Ort 1576 in den Besitz von Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, der es dem landesherrlichen Amt Trittau zuordnete, wo es - wie auch Oetjendorf - zu den 17 so genannten Holzdörfern gehörte.
1581 wird das Kloster Reinfeld an Herzog Johann d. J. von Plön übergeben. Nachdem das Kloster im 16. Jahrhundert abgerissen wurde, wurde an selbiger Stelle in der Zeit von 1599 bis 1604 ein fürstliches Schloss errichtet. Dabei dienten dem abgeteilten Herzog die Überreste des Klosterkomplexes als Baumaterial. 
Bis 1582 gehörte Meddewade zu den Ländereien des Klosters Reinfeld, danach fiel es zusammen mit Reinfeld an das Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön-Rethwisch. 
Heinrich Rantzau erwirbt 1574 das Gut Nütschau, ab 1577 baut man ihm hier ein Wasserschloss.

Nütschau
Nütschau

Ahrensfelde-Trenthorst-Wulmenau: 1587 heiratet die Tochter Margarethe aus der Ehe Franz von Stitens den Hamburger Bürgermeistersohn Joachim Wetken, der damit später Erbherr auf Trenthorst-Wulmenau, Ahrensfelde und Grinau wurde.
Der Gutshof von Wulmenau kam 1590 in den Besitz von Franz v. Stiten; er ist dann später an das Gut Trenthorst verkauft worden. 
Die Wetken wurden später in den Adelstand erhoben. Bis ins 18. Jahrhundert hinein sind die Wetken im Besitz der vereinigten Güter geblieben.
1588 wurde das Gut Jersbek durch Erbvertrag von dem Stammgut Borstel abgetrennt und unter Hans von Buchwaldt selbstständiges Gut. 

Mit dem Besuch des Dänenkönigs Friedrich II. an der Heilsau im Jahre 1579 geht die fast 400-jährige Ära der Abtei endgültig dem Ende entgegen. Am 12. April 1582, sinnigerweise ein Karfreitag, wurde das Kloster Reynevelde den Abgesandten des Königs übergeben. Der 38. Abt Johannes Kugle, dem allerdings wenig Gutes nachgesagt wird, musste abdanken. Damit geriet der nordstormarnsche Raum vollständig unter den Einfluss der Herzöge von Schleswig-Holstein-Schaumburg-Plön, die die Landesregierung innehatten. 
1568 etwa nimmt die Rantzau-Mühle in Wandsbek den Betrieb auf, benannt nach Heinrich Rantzau, Besitzer von Gut und Dorf Wandsbek von 1564–1598. Am heutigen Mühlenteich kam es zu Streitigkeiten mit dem Nachbarn Hamburg. 1572 einigte man sich und stellte Grenzsteine auf. Einer davon ist noch heute vorhanden, es ist der älteste erhaltene Grenzstein in Hamburg.
1577 bis 1583 errichtet man in Hamburg die hölzerne Börse.

Rantzau-Stein
Rantzau-Stein

In Lübeck erlebt Tönnies Evers d.J. die Blüte seines Schaffens. Er liefert den Lettner für die Petrikirche (1585), danach das Orgelgehäuse (1587–89) in St. Petri, einen Erker am Lübecker Rathaus (1586), den Lettner in der Lübecker Aegidienkirche, (1587) und die Kanzel für die Marienkirche in Wismar (1587).

Ein anderer Handwerker erlangt hier auch Berühmtheit. Die 1586 erschienene Ausgabe des Lübecker Stadtrechts war von Johan Balhorn.
Das war der Balhorn, dem wir den Ausdruck "verballhornen" verdanken.

Deutsche Geschichte

1587 wird im Verzeichnis der Essener Kaufmannsgilde erstmals ein Arnold Krupp (auch Arndt genannt)  als erster Krupp der Dynastie erwähnt. Er war derjenige, der als Händler von beispielsweise Gewürzen, Wein, Eisen und Vieh den Grundstein für den Wohlstand der Familie schuf und mit den Erlösen unter anderem Grundstücke erwarb. 1600 leidet Essen unter der Pest. Trotzdem blieb Arnold in Essen und kaufte Häuser von Flüchtlingen zu nun niedrigen Preisen auf. Sein Sohn Anton Krupp überlebte den Dreißigjährigen Krieg und trieb regen Handel mit Gewehren. Das noch unbedeutende Essen galt schon zuvor als Stadt der Büchsenmacher.  Diese Art des Geschäftemachens pflanzte sich in die Familie fort bis heute. Der letzte Alleininhaber der Friedrich Krupp AG  Alfried Felix Alwyn Krupp von Bohlen und Halbach (* 13. August 1907 in Essen; † 30. Juli 1967 ebenda) war der einzige Industrielle, der im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess  eine Strafe auferlegt bekam.  Er wurde zu zwölf Jahren Haft und Einziehung seines gesamten Vermögens verurteilt. In der Anklageschrift wurde ihm auch die Planung eines Angriffskrieges und die damit verbundene Verschwörung vorgeworfen. Am 31. Januar 1951 wurde er von der Besatzungsmacht dann aber begnadigt und vorzeitig aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen.

Am 22. Oktober 1587 wurde Joachim Jungius in Lübeck geboren († 23. September 1657 in Hamburg) Mathematiker, Physiker und Philosoph. Wegbereitend verwarf er grundlegende Auffassungen der mittelalterlichen Alchemie und begründete damit die modernen Wissenschaften.
Europäische Geschichte
Die Schlacht von Gotland 1564:
Das Lübeck Archiv berichtet darüber:
Erschüttert von gewaltigen Explosionen versank am 31. Mai 1564 das schwedische Flaggschiff "Mars". Die Mars, auch bekannt als Makalös (schwedisch: „Makellose“) oder Jutehattaren (schwedisch: „Dänenhasserin“)  Nichts blieb von dem Schiff, das mit dem schmückenden Beinamen  "Der Unvergleichliche" (weil es größer und besser bewaffnet war als alle bis dahin bekannten Schiffe) und "Der Dänen- oder Jütenhasser" bedacht worden war. Geschütz um Geschütz, Pulverkammer um Pulverkammer flogen in die Luft. Vor der Westspitze Gotlands fand an diesem Morgen ein langer Streit zwischen Dänemark und Lübeck auf der einen Seite und Schweden auf der anderen Seite einen seiner dramatischen Höhepunkte während des Nordischen Siebenjährigen Krieges (1563 - 1570) heute meist als Dreikronenkrieg bezeichnet.
Lübeck war in den Streit zwischen den beiden skandinavischen Staaten hineingezogen worden, als der schwedische König Erik XIV. die Handelsfahrt der Hansestädte ins russische Narva stoppte und stattdessen versuchte, die Schiffe zum Kurs auf das von ihm beherrschte Reval umzuleiten. Als die Schweden schließlich 32 Lübecker Schiffe auf der Heimfahrt von Narva aufbrachten, war das Maß voll. Lübeck schloss am 13. Juni 1563 ein Bündnis mit dem alten Gegner Dänemark. Zum Krieg gegen Schweden stellte die Hansestadt sechs Kriegsschiffe unter dem Befehl der Ratsherren Friedrich Knevel und Johann Kampferbeck. Zusätzlich zur regulären Mannschaft von 1400 Seeleuten und Soldaten wurden noch 500 Landsknechte für die Enter- und Landkämpfe angeheuert. 

Den Oberbefehl über die alliierte Flotte führten die Dänen. Anfangs mit wenig Erfolg. Als am 10. September 1563 bei Gotland die gegnerischen Flotten aufeinanderstießen, hatte der alte dänische Seeheld Peder Skram das Kommando. Aber er vermochte seine Mannen nicht mitzureißen. Das Gefecht im Nebel fiel aus, Ratsherr Knevel fühlte sich bestätigt. Er hatte bereits einen Monat zuvor gewarnt: "So wird zu Wasser diesmal weniger ausgerichtet werden, denn der dänische Admiral, ein alter, guter, frommer Mann, der hat bei und um sich wenig und schier gar keine see-erfahrenen Kapitäne, die zuvor solche Kriegshändel versucht hätten."
Der Winter zwang zur Pause, die Dänen wechselten das Kommando aus. Herluf Trolle gab eine neue Segel- und Gefechtsordnung aus, verlangte sparsamen Einsatz des Geschützfeuers. Sein Ziel war die Kaperung des Gegners. Neues Admiralitätsschiff der Lübecker war die 1563 gebaute "Engel". Insgesamt steuerte Lübeck zehn Schiffe zur neuen Flotte bei. 
Am 30. Mai 1564 trafen die Verbündeten vor Gotland auf die 40 bis 50 Schiffe starke Flotte des Gegners. Man versuchte, sich gegenseitig einzuschüchtern. Die entscheidende Schlacht brach am nächsten Morgen um sechs Uhr los. Schweden und Dänen belegten sich stundenlang mit schwerem Geschützfeuer. Als gegen Mittag der Wind umsprang, nutzten die Lübecker die Gunst des Augenblicks, brachten Dänen in Sicherheit, zerschossen das Ruderblatt der "Mars", enterten das Admiralitätsschiff und setzten die lübsche Flagge. Als auf dem Schiff ein Feuer ausbrach, flogen die Pulverkammern in die Luft. Nur 100 Mann der Besatzung konnten sich retten. Das Wrack wurde erst 2011 gefunden. 
Dieser Zwischenerfolg erleichterte die Finanzierung und begünstigte das Wettrüsten unter den Parteien. Nach einer Atempause kam es zu weiteren Gefechten.  Bartholomeus Tinnappel, Bürgermeister von Lübeck und kommandierender Admiral der Hanseflotte lieferte sich im Juli 1566 erneut mit den Schweden ein Seegefecht zwischen den Inseln Öland und Gotland. Am 19. Juli 1566 sank nach diesem Gefecht eine große Anzahl der Kriegsschiffe der dänisch-lübischen Flotte, weil der Ankerplatz für das Wetter ungünstig war. Dänemark und die Hanse verloren damit einen Großteil ihrer Seemacht.
Am 13. Dezember 1570 kam es unter anderem durch diplomatische Verdienste zum Frieden von Stettin. Schweden ließ seinen Anspruch auf Schonen, Halland, Blekinge und Gotland fallen und der Streit um die drei Kronen wurde auf spätere Verhandlungen vertagt. Aufgrund seiner isolierten Stellung und der drohenden Gefahr durch Russland und Polen musste Schweden auch seine Besitztümer in Livland abgeben und beträchtliche Geldsummen an die deutsche Hanse zahlen.

Der Achtzigjährige Krieg (1568–1648) zwischen den Niederlanden und Spanien beginnt zu toben.

Weltgeschichte
Als größtes Schiff der Welt gilt 1565 die Adler von Lübeck
Der Engländer Francis Drake führte die zweite Erdumsegelung zwischen 1577 und 1580 durch.
1582 findet die große Kalenderreform statt.
Der julianische Kalender wurde einst von Julius Caesar eingeführt und war in manchen Teilen der Welt noch lange gültig, im kirchlichen Bereich teilweise noch bis heute. Er wurde 1582 mit der päpstlichen Bulle Inter gravissimas verordnet und hat schrittweise den gregorianischen Kalender abgelöst.
Seit 1900 (und noch bis 2099) besteht zwischen beiden Kalendern eine Differenz von 13 Tagen, um die der julianische dem gregorianischen Kalender nachläuft. 
Dem nach Papst Gregor IV so bezeichneten Kalender liegt weltweit einheitlich eine durchschnittliche Jahreslänge von 365,2425 Tagen statt der julianischen 365,25 Tage zugrunde. Die letzte Umstellung auf den gregorianischen Kalender erfolgte erst 1949 in China.

 

 

 

 

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