6.000 v.Chr. - 5.000 v.Chr. Oldesloer Gruppe

13.000 v.Chr.

Geschichte in Stormarn und der Traveregion

Rentierjäger können nicht wirklich als sesshaft bezeichnet werden. Die ersten längeren Aufenthalte an einem Ort nimmt man vor etwa 6000 Jahren im Brenner Moor am Traveufer an.
Sie gehörten zur sogenannten „Oldesloer Gruppe“.
Der Begriff „Oldesloer Gruppe“ (6000 bis 4500 v. Chr.) geht zurück auf den Hamburger Prähistoriker Gustav Schwantes und wurde 1925 nach Funden aus der Umgebung von Oldesloe benannt. Der Oldesloer Apotheker und Heimatforscher Wolfgang Sonder (1893-1955) sammelte Tausende von steinzeitlichen Fundstücken, die anders geartet waren und daher eine eigene Entwicklungsstufe rechtfertigten. Die „Oldesloer Gruppe“ findet sich nicht nur am Brenner Moor, am Poggensee, in Flussbiegungen der Trave, sondern in vielen Gegenden Schleswig-Holsteins, in Mecklenburg und sogar in Teilen Brandenburgs. Der Oldesloer Schüler Wilhelm Wolf (1890-1968) entdeckte seinerzeit den ersten Siedlungsplatz von Steinzeitmenschen am Brenner Moor. Man fand dort jede Menge Feuersteinartefakte, Speer- und Harpunenspitzen, Scheibenbeile und Kielschaber, aber keine Gräber. Die „Duvensee-Gruppe“ war schon bekannt, diese Funde unterschieden sich aber. So sind die ein bis drei Zentimeter langen Speer- und Pfeilspitzen lang und schmal sowie dreieckig bis trapezförmig oder querschneidig – eine Weiterentwicklung, die reichere Jagdbeute garantierte.
Durch Schaftungen entstanden Spezialgeräte von hoher Vollkommenheit. Außerdem wurden Geweihäxte, ein Knochendolch, ein Paddelblatt, Fischreusen aus Zweigen, Hirschgeweih-Hacken, Gehörn-Harpunen, Pfeile, Speere und sogar eine Lanze gefunden.
So spät nach der letzten Eiszeit führte eine Klimaerwärmung zu dichteren Wäldern aus Birken, Kiefern, Ahorn und Eschen und erhöhtem Vorkommen von Standwild und Fischen. Die Menschen versorgten sich neben der Jagd auf Wild und Vögel auch mit Fischfang. Erlegt wurden Rothirsche, Auerochsen, Wildschweine, Biber und Elche.

„Die Menschen benötigen etwa zehn Quadratkilometer Jagdrevier pro Bewohner, um genügend Nahrung zum Überleben zu finden“, wissen wir von Dr. Klaus-Christoph Baumgarten. So haben im Raum zwischen Hamburg und Lübeck vor 8000 Jahren vielleicht gerade mal 80 bis 100 Menschen gelebt.
Die „Ur-Oldesloer“ lebten vor allem an der Trave oder an den kleinen Seen, hier hatten sie als Jäger und Fischer reiche Beute zur Auswahl. Mit einem einfachen Einbaum, den die Jäger mit Hilfe von Feuer und Steinbeilen aushöhlten, konnten sie sich auch auf dem Wasser fortbewegen. Ihre Hütten bauten sie aus Schilf, Reisig und Reet auf Holzgerüsten.
Um über den Winter zu kommen, mussten sie versuchen, Vorratswirtschaft zu betreiben. Wo sie allerdings die harten Wintermonate überdauerten, wusste man lange Zeit nicht genau, bis Grabungen im Brennermoor 1950/52 großflächige Pfahlkonstruktionen, Steinansammlungen und Siedlungsabfälle zu Tage brachten.
Das Oldesloer Heimatmuseum wurde 1931 von Wolfgang Sonder aufgebaut, Dr. Klaus-Christoph Baumgarten übernahm 1978 und baute weiter aus.
Eine Tischvitrine zeigt ausgesuchte Fundstücke der Oldesloer Stufe. Daneben gibt es eine Sammlung von typischen Scheiben- und Kernbeilen, Kielschabern und zahlreichen Mikrolithen.  

Europäische Geschichte
5500 Jungsteinzeit in Mitteleuropa-5500 Jungsteinzeitliche Siedlungen mit Langhäusern in Mitteleuropa-3300 Gletschermann “Ötzi”1600 Mykenische Kultur, erste Hochkultur in Europa

Weltgeschichte

4000 Metallzeiten in Vorderasien

-4000 Kupferzeit
-3500 Bronzezeit
-1500 Eisenzeit
3500 Frühe Hochkultur in Indien (Harappa-Kultur)
3000 Frühe Hochkulturen in Mesopotamien
-3000 Sumerische Stadtstaaten, erste Keilschrift
-1900 Babylonisches Reich, Hammurabi, erste Gesetze
3000 Frühe Hochkultur in Ägypten
-2700 Altes Reich, erste Blüte der ägyptischen Hochkultur
-2580 Cheops-Pyramide
-30 Tod der letzten Pharaonin Kleopatra
Ägypten wird römische Provinz
2100 Frühe Hochkultur in China
1000 Königreich Israel,.Judentum

Nach Wolfgang Sonder ist jetzt in Bad Oldesloe eine Straße benannt worden.
 

800 v.Chr.