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819 - 850 in Hamburg und der Traveregion

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion 

Seit dem 10. Jahrhundert war Liubice neben Oldenburg in Holstein (Starigard) die wichtigste Siedlung der Abodriten. Das in der Mecklenburg und Liubice sesshafte Geschlecht der Nakoniden lag mit den Liutizen in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen. Wahrscheinlich war Liubice bereits in dieser Zeit burgartig befestigt. Nach der dendrochronologisch auf das Jahr 819 bestimmten Gründung der Burg wurde Liubice erstmals um das Jahr 1076 von Adam von Bremen erwähnt, der auch von der Steinigung des Ansverus im Jahr 1066 bei Einhaus berichtet. Im Jahr 1093 übernahm der christliche Nakonide Heinrich die Herrschaft über die Abodriten und machte Liubice zu seiner Residenz. Nach seinem Tod im Jahr 1127 wurde der Ort von den Ranen niedergebrannt.

819 Liubice
Stele Alt-Lübeck von Rainer Paulke (Rainer Paulke) [Copyrighted free use], via Wikimedia Commons



Eine zweite Invasion im Jahre 819, wiederum mit Unterstützung der Abodriten, führte zu einem Abkommen, nach dem sich Harald und zwei der überlebenden Söhne Gudfreds, Olaf und Horik I., ab 821 die Herrschaft teilten – wobei Harald anscheinend eine Art von Unterkönig Horiks in Jütland war, während Olaf in Westerfold (südwestliches Jütland, heutiges Nordfriesland) regierte.

Schon bald brachen zwischen Harald und Horik erneut Feindseligkeiten aus, die Ludwig der Fromme und die religiös aufgeladene Reichseinheitspartei um Erzbischof Ebo von Reims auszunutzen suchten. Ins Gewicht fiel dabei die Überlegung, dass man mit einer Taufe Haralds und einer damit zu fördernden Bekehrung der Dänen zum Christentum den Einfluss des Fränkischen Reichs jenseits seiner Nordgrenze sowie Haralds Vasallenverhältnis zu Ludwig stärken zu können glaubte. Harald hatte wieder Zuflucht im Frankenreich gesucht. 
Auf seiner Rückreise 827 begleiteten ihn der bisherige Vorsteher der Klosterschule von Corvey und spätere Erzbischof von Hamburg-Bremen, Ansgar, und eine Gruppe von Mönchen, die die nordische Mission in Dänemark fortsetzen sollten. Harald nannte sich nunmehr König von Rüstringen und Jütland und wurde Mitregent in Stormarn. Ob er allerdings dänischen Boden tatsächlich noch einmal betrat, ist nicht gesichert. Wenn ja, so wurde er jedenfalls noch im gleichen Jahr von Horik I. endgültig aus Dänemark vertrieben. Der Grenzkrieg mit seinem Rivalen dauerte allerdings noch bis 829 an. Haralds Taufe hatte weder die Ausbreitung des Christentums gesichert noch seinen Herrschaftsanspruch gestärkt; sie mag sogar sein Scheitern in Dänemark besiegelt haben.
Wann Harald Klaks Leben ein Ende fand, ist nicht gesichert. Manche Quellen besagen, dass er um 846 bei Walcheren fiel. Wahrscheinlicher ist, dass er im Jahre 852 von fränkischen Rittern wegen des, allerdings unbewiesenen, Verdachts von Verrat umgebracht wurde. Er scheint somit von 829 bis 852 ein Mann von Einfluss im nördlichen Grenzgebiet des Reiches gewesen zu sein, ohne dass er jedoch noch einmal einen ernstzunehmenden Versuch unternahm, die Herrschaft in Dänemark zu erlangen. Auch die fränkischen Monarchen, in ihre eigenen Machtkämpfe verstrickt, waren nicht mehr daran interessiert, seine dortigen Ansprüche militärisch zu unterstützen.
821 Ceadrag verbündet sich mit den Dänen. Slavomir wird als Gegenkönig vorgesehen, stirbt aber auf der Heimreise aus der Gefangenschaft.
822 Auf Befehls Ludwigs des Frommen erbauen die Sachsen jenseits der Elbe in einem Gebiet das Delbende heißt, eine Burg, vermutlich die Ertheneburg. Die slawischen Bewohner werden vertrieben und eine Besatzung zum Schutz gegen Slawen in die Burg gelegt. Die genaue Lage der Burg ist bis heute unbekannt. Der Quelle ist zu entnehmen, dass sie sich an einem Ort rechts der Elbe mit dem Namen Delbende befand, von dem die Slawen wieder vertrieben werden mussten. Das könnte sowohl auf das gesamte vor 804 sächsische Gebiet als auch auf eine Lage unmittelbar westlich des Limes Saxoniae hindeuten. Hinzu kommt, dass die kostspielige Errichtung und Unterhaltung einer Festung mit dauerhafter Besatzung sowie deren Versorgung es nahe liegen lässt, eine solche Burg an einem Ort von militärischer und wirtschaftlicher Bedeutung anzulegen, etwa an einem Fernhandelsweg. In Betracht gezogen werden deshalb Burgwälle am hohen Nordufer der Elbe in Schnakenbek sowie an der Delvenaumündung bei Lauenburg/Elbe. Daneben wurde die Delbende auch in Büchen und wird neuerdings wieder in Gothmann vermutet. Auch Boizenburg ist als Standort erörtert worden. Allerdings liegen bislang für keinen dieser Orte Grabungsfunde aus dem 9. Jahrhundert vor. (Stand 2015)
831 begründete Ludwig der Fromme in Hamburg ein Bistum, das kurze Zeit später zum Erzbistum wurde. Doch schon kurz nach der Reichsteilung von Verdun überfielen Wikinger die Region, später die slawischen Abodriten, der Erzbischof verlegte seinen Amtssitz nach Bremen. 845 überfielen aus Dänemark stammende Wikinger Hamburg und plünderten die Stadt.
Im Jahr 834 wurden in Hamburg die ersten Münzen geprägt. 
836 Aufstand der Abotriten, Dänen und Normannen
840 Das Gebiet der Elbe und Nordelbingien wird erneut für fast ein Jahrhundert Kampfzone.
Zur Deckung der nicht unerheblichen Ausgaben standen Bischof Ansgar die Einkünfte der Abtei Turholt in Flandern zur Verfügung, die jedoch nach der Reichsteilung von Verdun 843 an den westfränkischen König Karl den Kahlen abgetreten werden musste. Diese Reichsteilung, die ein Zeichen für die schwindende Macht der Karolinger war, hatte zur Folge, dass dänische Wikinger und Normannen 845 die deutschen Siedlungen an der Elbmündung zerstörten und auch vor Hamburg nicht haltmachten, die religiösen Bauten in Flammen aufgehen ließen sowie die Hammaburg selbst dem Erdboden gleichmachten.
Ansgar floh nach Ramelsloh (ca. 30 km südlich der Hammaburg gelegen). 
Nach dem Tode Bischof Leuderichs von Bremen wurde auf einer Synode 848 beschlossen, Bremen das vorher an Verden abgetretene Nordelbien mit dem Erzsitz in Hamburg zurückzugeben. Das Erzbistum Hamburg-Bremen entstand. Dadurch wurde aber Bremen aus dem Metropolitanverband Köln herausgelöst. Das führte 850 zum Protest des neugewählten Erzbischofs Gunthar von Köln, der aber die praktische Regelung unter Aufrechterhaltung seiner Ansprüche duldete. Das führte zunächst zu einem Stillstand. Als aber Gunthar wegen seiner Ehescheidung Lothars II.exkommuniziert wurde, stellte Papst Nikolaus I. am 31. Mai 864 die Gründungsbulle für das Erzbistum Hamburg-Bremen aus. An den König schrieb er jedoch, dass der Bremer Bischof und dessen Nachfolger in Bremen Macht und Ehre eines Erzbischofs über die Dänen und Schweden haben sollten.
Ludwig II. der Deutsche (* um 806; † 28. August 876 in Frankfurt am Main) aus dem Adelsgeschlecht der Karolinger wurde 817 von seinem Vater Ludwig dem Frommen als Unterkönig von Baiern eingesetzt, das er ab 826 selbstständig regierte. Von 843 bis 876 war Ludwig König des Ostfrankenreiches. Zu seiner Regierungszeit als  König  sind die Normannen auf Expansion aus. Dänen, Schweden und Norweger galten als Normannen (=Nordmannen) oder Wikinger., in Russland heißen sie Waräger. Die Expansion der Nordleute wird ausgelöst durch Übervölkerung, Freude am Kampf, Ruhmsucht und Abenteuerlust sowie durch die Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen, offenbar veranlasst durch die Entstehung oberköniglicher Herrschaften.
Technische Voraussetzung ist das Kielboot  mit verstärkter Bodenplatte für Kiel und Mast des Segels anstelle des alten Ruderbootes.
845 kommt es bei Raubzügen deshalb zur Zerstörung Hamburgs.

 


 

Europäische Geschichte

Wichtige Herrschergeschlechter und Kaiser des Frühmittelalters waren
im 8. und 9. Jh. Karolinger
10. Jh. Ottonen
962 Kaiserkrönung Otto I. der Große
11. Jh. Salier 
1084 Kaiserkrönung Heinrich IV.
Weltgeschichte
6. - 10. Jh. Tang-Dynastie in China
Höhepunkt der Kaiserzeit
Bau der chinesischen Mauer
6. - 16. Jh. Mali, Ghana, Songhai
Großreiche in Afrika
 

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