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850 - 999 in Hamburg und der Trave-Region

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

865 starb nach langer Krankheit Bischof Ansgar.
Eine weitere neue Erkenntnis der Forschung betrifft eine Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen – das älteste Schriftstück, in dem Hamburg erwähnt wird. 
Wie so oft für Urkunden des Mittelalters ist jetzt klar, dass das älteste Schriftstück, in dem Hamburg genannt wird eine Fälschung ist. Angefertigt wurde sie im Auftrag von Hamburg und Bremen um 890. Sie wurde dem Papst vorgelegt, um zu belegen, dass das Erzbistum Köln keinerlei Ansprüche auf die Kirchengüter im Norden hat. Es hat funktioniert: Der Schiedsspruch des Papstes war ganz im Sinne der Hamburger. 
Bereits 915 wurde die Siedlung Hamburg beim ersten dokumentierten Überfall der slawischen Abodriten in Schutt und Asche gelegt. In den folgenden Jahren stellte Erzbischof Adaldag das Erzbistum wieder her, ließ eine neue Burg errichten, die von Handwerkern und kleinen Händlern bewohnte Siedlung ausbauen, verlieh Hamburg das Marktrecht und legte somit den Grundstein für den späteren Status Hamburgs als Handelsstadt. Ihm waren diverse Bistümer unterstellt: Schleswig, Ripen, Aarhus und Oldenburg.

Hamburg Handelsstadt
Hamburg Handelsstadt

923 stirbt der persische Arzt Rhazes, der von 850 bis 923 lebte. Er schrieb ein Buch in dem er das Gemisch aus Mandeln und Zucker als Heilmittel anpries. Dies sind wohl die ältesten Aufzeichnungen des Marzipans.

931 Heinrich I unterwirft die Abotriten.
936 Otto I. der Große wird Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches (regnum francorum orientalium), ab 951 König von Italien und ab 962 römisch-deutscher Kaiser.
Bis 930 dringen die Slawen in die sächsischen Gaue ein.
Ab 964 verbrachte Papst Benedikt V. in Hamburg seinen Lebensabend in der Verbannung, nachdem er aus Rom vertrieben worden war. Nach seinem Tod 966 wurden seine Gebeine im Mariendom begraben, bis sie 999 nach Rom überführt wurden. 
968 gründet Otto I ein Erzbistum in Magdeburg, jener Stadt, die wie keine zweite mit seinem Nachleben verbunden ist. Das Erzbistum war für ihn die entscheidende Voraussetzung für die Christianisierung der Slawen.
Otto II. (* 955; † 7. Dezember 983 in Rom) aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger war römisch-deutscher Kaiser von 973 bis 983.
Ottos Feldzug gegen die Sarazenen endete 982. Sarazenen schlagen seine Heere südlich von Cotrone bei Squillace, bekannt als Die Schlacht am Kap Colonna oder Schlacht bei Crotone vom 15. Juli 982. Es war eine Schlacht um die Herrschaft über Süditalien. Die Schlacht endete mit der Niederlage Ottos II. gegen die Sarazenen unter dem sizilianischen Emir Abu al-Qasim. Wenig später folgte mit dem Slawenaufstand von 983 ein herber Rückschlag bei der Christianisierung und Unterwerfung der Slawen. Der Obodritenfürst Mistui machte Hamburg, Havelberg und Brandenburg im Jahre 983 dem Erdboden gleich. Weiter nördlich wird von den Sachsen die Limeslinie aber gehalten.

 

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