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Unsere Nachbarschaft zu Dänemark

 

Die heutige Grenze im Norden zwischen den europäischen Staaten Dänemarks und Deutschland beruht auf den Ergebnissen von Volksabstimmungen., die aufgrund des Versailler Vertrages im Jahre 1920 durchgeführt wurden. Zum 30. Jahrestag (also 1985) rechneten sich zur deutschen Minderheit in Nordschleswig  etwa 20.000 Menschen, zur dänischen Minderheit in Südschleswig etwa 60.000.

 

 

 

 

Briefmarke 1985
Briefmarke 1985

Am 29. März 1955 gaben Bundeskanzler Konrad Adenauer und der dänische Ministerpräsident Hans Christian Hansen die Bonn-Kopenhagener Erklärungen über die Rechte der beiderseitigen Minderheiten ab.Der Inhalt der Erklärungen von 1955 kann wie folgt zusammengefasst werden: 

1. Das Bekenntnis zu Volkstum und Kultur ist frei und darf von Amts wegen nicht bestritten oder nachgeprüft werden.  

2. Angehörige der Minderheiten und ihrer Organisationen dürfen am Gebrauch der gewünschten Sprache in Wort und Schrift nicht behindert werden. 

3. Bei Unterstützungen und sonstigen Leistungen aus öffentlichen Mitteln, über die im Rahmen des Ermessens entschieden wird, dürfen Angehörige der Minderheiten gegenüber anderen Staatsbürgern nicht unterschiedlich behandelt werden. 

4. Das besondere Interesse der Minderheiten, ihre religiösen, kulturellen und fachlichen Verbindungen über die Grenzen hinweg zu pflegen, wird anerkannt.

Besonders wichtig in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen war und ist die Aussage: 

Deutscher ist, wer Deutscher sein will; Däne ist, wer Däne sein will. 

Briefmarke 2005
Briefmarke 2005

Die Zugehörigkeit wird also nicht festgeschrieben oder anhand irgendwelcher Kriterien objektiv festgestellt. Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen haben einen wesentlichen Beitrag zu einem gutnachbarlichen Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen geleistet. Sie gelten auch heute noch als Modell für die Behandlung von Minderheitenfragen in Europa, bei der die Prinzipien der Toleranz, der Liberalität und der Gegenseitigkeit in der Politik zweier Staaten ihren konkreten Niederschlag gefunden haben. Die Erklärungen tragen dazu bei, den persönlichen Freiheitsraum der Menschen zu schützen und zu stärken und erleichtern es den Angehörigen der Minderheiten, loyale Staatsbürger bei Wahrung ihrer Eigenheit zu sein.Mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen wurde ein Zeichen für den Neuanfang der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark gesetzt, die sich bewährt haben und stets  weiter ausgebaut werden. Mit dieser zukunftsweisenden Tat gegenseitiger Erklärungen wurden in einer Zeit brücken geschlagen, in der in den Grenzgebieten noch starke Spannungen bestanden.Der Geist der Bonn-Kopenhagener Erklärungen hat dank des guten Willens beider Staaten den Grenzraum mit Leben erfüllt und durch wechselseitige kulturelle Angebote bereichert. Die vielfältigen Begegnungen über die Grenze hinweg dienen der Lösung konkreter Probleme und dem besseren Verstehen unter den Menschen.Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen zeugen von europäischem Geist der Verständigung und des friedlichen Zusammenlebens der Menschen.

Demokratie


 

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