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Emmy Lüthje und der Hausfrauenbund DHB

Am 22. Mai 1915 schlug schon einmal die Geburtsstunde des Deutschen Hausfrauen-Bundes, zwar waren schon früher Hausfrauenvereine gegründet worden, der erste 1873 in Berlin, aber erst Hedwig Heyl gelang es 15 bestehende örtliche Hausfrauenvereine zum Verband Deutscher Hausfrauen zusammenzuschließen. Emmy Lüthje (* 23. August 1895 in Lübeck; † 5. Februar 1967) war von 1926 bis 1933 zweite Vorsitzende des Hausfrauenbundes in Kiel.

Während des Krieges nannte man sich Reichsverband Deutscher Hausfrauen-Vereine e.V. (RDH), 1930 gab es schon 342 Ortsverbände aber während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die bis dahin erfolgreiche, unabhängige Arbeit erschwert und letztendlich unmöglich gemacht. 1935 löste sich der RDH auf.

Küche Gründerzeit (Hamburg-Museum)

Küche Gründerzeit (Hamburg-Museum)

Emmy Lüthje wurde 1946 Mitglied der CDU und bald auch Vorsitzende des CDU-Landesfrauenausschusses. 1949 beteiligte sie sich an der Wiedergründung des Deutschen Hausfrauenbundes, dessen Vorsitzende sie von 1949 bis 1952 war.
Man traf sich in Eutin. Die Vertreterinnen der schon bestehenden Hausfrauenvereine der damaligen drei westlichen Zonen und Berlins schlossen sich zum Deutschen Hausfrauen-Bund zusammen.
Der Dachverband DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden e.V. mit Sitz in Bonn, ist eine Interessenvertretung für Menschen, die einen Haushalt führen. Die Organisation hieß bis zum 23. September 2009 »Deutscher Hausfrauen-Bund, Berufsverband der Haushaltsführenden e.V.« (DHB).
Heute (2019) ist der DHB in 16 Landesverbänden und insgesamt 300 Ortsverbänden organisiert. Mit dem DHB-Magazin hat er eine eigene Verbandszeitschrift als Kommunikationsplattform für seine Mitglieder. Zudem veröffentlichen die DHB Landesverbände einmal jährlich Jahrbücher mit dem Titel DHB Jahreskalender für Haushalt und Familie. 
Der DHB bietet Information und Weiterbildung auf hauswirtschaftlichem, verbraucherpolitischem und staatsbürgerlichem Gebiet, z.B.: Grundbildungslehrgänge zur Vorbereitung auf die Prüfung zur Hauswirtschafterin und Vorbereitungslehrgänge zur Hauswirtschaftsmeisterin. Außerdem entwickelte der Verband Wiedereingliederungsmodelle zur Rückkehr ins Berufsleben nach der Familienphase , z.B. Umweltberaterin und Fachkraft im Seniorenhaushalt.
Schon 1976 griff der DHB mit einer Bundesausstellung und dem internationalen Kongreß "Heute an die Welt von morgen denken" Fragen der Umweltproblematik auf. Er entwickelte eine vielgefragte Umweltbroschüre und machte 1988/89 mit zwei spektakulären Aktionen gegen Einwegflaschen und Verpackungsmüll von sich reden. 
Schon diese Beispiele zeigen, dass der Deutsche Hausfrauen-Bund zwar stolz auf seine Tradition, aber gleichzeitig ein moderner, aufgeschlossener Berufsverband der Hausfrauen ist.

Von 1946 bis 58 war Emmy Lüthje Landtagsabgeordnete. Der Landtag entsandte sie in die erste und zweite Bundesversammlung, die am 12. September 1949 bzw. am 17. Juli 1954 jeweils Theodor Heuss zum Bundespräsidenten wählte. 
Am 29. September 1958 wurde Emmy Lüthje das Verdienstkreuz 1. Klasse des Bundesverdienstkreuzes verliehen. 

 

 

 

 

Das Rauhe Haus

 

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