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Henry Dunant und das Rote Kreuz

Das internationale Rote Kreuz, heute auch Bewegung des internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes genannt wird im Jahre 2018 155 Jahre alt.
Der Schweizer Henry Dunant  (* 8. Mai 1828 in Genf; † 30. Oktober 1910 in Heiden) hat im Juli 1859 an einer Schlacht zwischen Österreichern und Franzosen bei Solfarino in Oberitalien, in der Lombardei als Beobachter teilgenommen und angesichts von 40.000 Verwundeten und Toten noch auf dem Schlachtfeld Erste Hilfe geleistet. Seine Erfahrungen veröffentlichte er in seinem Buch "Eine Erinnerung an Solferino". Er druckte und verteilte es in Europa auf eigene Kosten. In dieser Schrift schlug er die Neutralisierung der Verwundeten und Kranken und die Schaffung von freiwilligen Hilfsgesellschaften für die Verwundetenhilfe vor. Aus dem ersten Vorschlag erwuchs später das humanitäre Völkerrecht, vor allem waren es die Genfer Abkommen, aus dem zweiten Vorschlag die Institution des Roten Kreuzes.

Deutsches Rotes Kreuz
Briefmarke Deutsches Rotes Kreuz

So entstand am 17. Februar 1863 aus der Genfer Gemeinnützigen Gesellschaft ein Komitee von fünf Personen. Dieses Komitee ist in geradliniger Fortsetzung das heutige Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Im Sommer 1863 lud das Komitee zu einem Kongress ein. Er fand vom 26. bis 29. Oktober 1863 in Genf statt.
Im Jahre 1919 wurde auf amerikanische Initiative hin ein Weltbund aller nationalen Gesellschaften gegründet, die "Liga der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften." 1928 kam es schließlich zur formellen Zusammenfassung aller Institutionen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds im "Internationalen Roten Kreuz".
Das Internationale Rote Kreuz ist demnach keine Einheitsorganisation, sondern eher ein Geflecht von selbständigen Verbänden, die in sinnvoller Weise zusammenwirken. Man kann hier drei Partner unterscheiden
- Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, gegründet 1863
- Die Liga der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, gegründet 1919 bzw. die Nachfolgeinstitution Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften
- Und die gegenwärtig nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in fast allen Ländern dieser Welt


Deutsches Rotes Kreuz
Briefmarke 150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz

Am wichtigsten ist nach wie vor das IKRK. Es hat in bewaffneten Konflikten, also Kriegen und Bürgerkriegen, die Hauptlast zu tragen. Es gewährt den Kriegsopfern Schutz und Hilfe und kümmert sich um politische Häftlinge. Es entwickelt das humanitäre Völkerrecht und erkennt neugebildete nationale Gesellschaften an. Es besteht nur aus bis zu 25 Schweizer Bürgern und ergänzt sich durch Zuwahl. Es hat seinen Sitz in Genf und wirkt in aller Welt durch seine rund 400 Delegierten. Präsident des IKRK war 1945 bis 1948 Carl Jacob Burckhardt. Ihm und dem Komitee hat Lübeck sehr viel zu verdanken. Durch seine Hilfe blieb Lübeck von weiteren Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg verschont. Der Angriff am Palmsonntag 1942 war verheerend genug. Carl Jacob Burckhardt erhielt dafür die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lübeck.
Henry Dunant erhielt im Jahr 1901 für seine Lebensleistung zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy den ersten Friedensnobelpreis
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, Nachfolgeorganisation der 1919 entstandenen Liga der Rotkreuz-Gesellschaften, koordiniert innerhalb der Bewegung die Kooperation zwischen den nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und leistet Unterstützung beim Aufbau neuer nationaler Gesellschaften. Auf internationaler Ebene leitet und organisiert sie, in Zusammenarbeit mit den nationalen Gesellschaften, Hilfsmissionen nach nicht kriegsbedingten Notsituationen wie zum Beispiel Naturkatastrophen und Epidemien. Die meisten führen das Rotkreuzzeichen, Rotes Kreuz auf weißem Grund, eine Umkehrung der Schweizer Nationalflagge, in vielen mohammedanischen Ländern den roten Halbmond, der Iran führte von 1924 bis 1980 ein drittes Zeichen, den roten Löwen mit der roten Sonne.

Deutsches Rotes Kreuz DDR
Briefmarke Deutsches Rotes Kreuz DDR

Die wichtigsten Aufgaben der nationalen Organisationen in ihren Heimatländern sind die Katastrophenhilfe und die Verbreitung der Genfer Konventionen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten können sie darüber hinaus weitere soziale und humanitäre Aufgaben wahrnehmen, die nicht unmittelbar durch völkerrechtliche Bestimmungen oder die Prinzipien der Bewegung vorgegeben sind. Hierzu zählen in vielen Ländern beispielsweise das Blutspendewesen und der Rettungsdienst sowie die Altenpflege und andere Bereiche der Sozialarbeit. 

Zu diesen Gesellschaften gehört auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das im Rahmen der internationalen Rotkreuzbewegung einen geachteten Platz einnimmt.

 

 

 

 

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