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Lübecker Rotspon

Der besondere Tipp:

Der Begriff Lübecker Rotspon steht für im Fass aus Frankreich eingeführte und in Lübeck bis zur Flaschenreife gelagerte und dann abgefüllte Bordeaux-Weine. In Lübeck sind es vor allem die Firma Carl Tesdorpf in der historischen Mengstraße und der Weinhandel Von Melle, die für diesen Wein bekannt sind.

Der Handel mit dem Rotspon begann zur Hansezeit im 13. Jahrhundert, vor allem durch Peter Hinrich Tesdorpf, gewann jedoch erst im 16. und 17. Jahrhundert an Bedeutung.
Der Rotspon hat auch in anderen heutigen oder früheren Hansestädten wie Bremen, Hamburg und Münster (Westfalen) Tradition.

Lübecker Rotspon
Lübecker Rotspon

Bordelaiser Winzer sollen bei gelegentlichen Besuchen in den Hansestädten ihren eigenen Wein nicht mehr wiedererkannt haben, so sehr hatte er sich durch den Transport und die Lagerung in Barriquefässern aus Eichenholz verbessert: In früheren Zeiten waren die Winzer oft arm und ihre Fässer nicht von guter Qualität. Die Kombination guter Fässer der wohlhabenden Händler, die lange Reise im Fass und dann der Ausbau in hanseatischen Kellern, teils aus verschiedenen Chargen Wein unterschiedlicher Weingüter und kundig miteinander verschnitten, konnte in vielen Fällen die Qualität der Bordeauxweine im Vergleich zu den in Bordeaux gebliebenen Weinen deutlich verbessern - zur Reise in guten Holzfässern auf einem Schiff eine Erkenntnis, die auch der berühmte Gutsherr Louis-Gaspard Estournel nutzte, um im 19. Jahrhundert seinen Wein, den Cos d'Estournel, zu optimieren.


 

Lübecker Marzipan