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Die Romantik in der Kunst

Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte diese kulturgeschichtliche Epoche. Besonders auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik äußerte sie sich beeindruckend. In der Literatur der Romantik (ca. 1795–1848) unterscheidet man Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848). In der Malerei dauert die Spätromantik bis Ende des 19. Jahrhunderts, in der Musik bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das Wandern und die Romantik:
Im Anschluss an die Aufklärung übernahmen die Romantiker jetzt das Wandern und prägten sein Bild bis heute. Im Unterschied zu den Aufklärern war ihr Blick nicht mehr auf die sozialen und politischen Gegebenheiten gerichtet, sondern primär auf die Landschaft als Spiegel des eigenen Inneren. Sie suchten die Einsamkeit, um in ihr den Kosmos in sich selber zu finden.
Harz, Rügen und die Sächsische Schweiz waren damals die Lieblingsziele der Romantiker. Deren wilde unberührte Natur in Verbindung mit Wasser entsprach genau ihren Vorstellungen. Es entstanden zahlreiche Skizzen, Gemälde und Kupferstiche. Schließlich machten die Künstler die Regionen durch ihre Bilder so bekannt, dass es bei den wohlhabenden Herrschaften bald zum guten Ton gehörte, diese Landschaft selbst zu sehen. 

Caspar David Friedrich

Briefmarke zum 200. Geburtstag C.D. Friedrich

Wer es sich leisten konnte, wurde in Sänften zu den Aussichten getragen, denn die damalige Kleidung, gerade die der Frauen, war alles andere als wandertauglich. Rückblickend betrachtet war dies der Anfang des Tourismus in Deutschland.
Im 19. Jahrhundert wurden zunehmend weniger Städte erwandert, sondern man ließ sich in Kutschen oder mit der Eisenbahn zu den Ausgangspunkten in der Natur bringen, wo man auf immer mehr vorgegebenen Strecken lief. Wurden die Aufklärer noch angefeindet oder abschätzig angeschaut, so machten die Romantiker das Wandern salonfähig. Leider gerieten mit dem Einzug der Eisenbahnlinien viele dieser damaligen Wanderwege in Vergessenheit.
Ein bedeutender Vertreter war August Wilhelm Schlegel:   
August Wilhelm Schlegel von Gottleben, seit 1812 von Schlegel, (* 8. September 1767 in Hannover; † 12. Mai 1845 in Bonn) war ein deutscher Literaturhistoriker und -kritiker, Übersetzer, Alt-Philologe und Indologe. 1798–1801 war er außerordentlichen Professor in Jena. Zusammen mit seiner Frau Caroline Schlegel, seinen Bruder Friedrich und dessen Frau Dorothea Schlegel, Johann Gottlieb Fichte, später Ludwig Tieck und Novalis prägte er die neue „romantische Schule“.

Carl Ludwig Joachim Friedrich kurz "Achim" von Arnim wurde in Berlin geboren. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wurde er zusammen mit seinem älteren Bruder Karl Otto von seiner Großmutter erzogen. Er  (* 26. Januar 1781 in Berlin; † 21. Januar 1831 in Wiepersdorf, Kreis Jüterbog-Luckenwalde) wuchs am Pariser Platz auf, erlebte den Aufbau des Brandenburger Tores (1788 bis 1791) und 1793 den Einzug der Prinzessin Luise, der späteren Königin Luise von Preußen. Ihrer Vermählung im königlichen Schloss wohnte er als Page bei. Von 1793 bis 1798 besuchte er das Joachimsthalsche Gymnasium, studierte in Halle und Göttingen Mathematik, Chemie und Physik. In Göttingen lernte er Clemens Brentano kennen. Sie wurden Freunde fürs Leben. Beide zog es nach Heidelberg (1805-1808), wo sie zusammen mit Görres die Zeitung für Einsiedler", deren Titel dann (in Buchform) in "Trosteiinsamkeit" umgewandelt wurde, herausgaben. In Heidelberg entstand auch in gemeinsamer Arbeit mit Brentano "Des Knaben Wunderhorn", eine Sammlung alter und neuer deutscher Volkslieder. Von 1808 bis 1812 lebte Achim von Arnim in Berlin. Hier verheiratete er sich 1811 mit Brentanos Schwester Elisabeth (auch Bettina genannt), der bedeutendsten Frauengestalt der jüngeren Romantik. Nach den Freiheitskriegen widmete er sich bis zu seinem Tode am 21. Januar 1831 der Bewirtschaftung seiner Güter in Wiepersdorf in der Mark.
Achim von Arnim war ein Dichter der jüngeren Romantik, in dessen Dramen, Erzählungen und Romanen sich stark konservatives mit romantisch-phantastischem Lebensgefühl verbinden.


Weitere Vertreter: Novalis 1772–1801, Friedrich Schlegel 1772–1829, Ludwig Tieck 1773–1853, Wilhelm Heinrich Wackenroder 1773–1798, E. T. A. Hoffmann 1776–1822, Friedrich de la Motte-Fouqué 1777–1843, Clemens Brentano 1778–1842, Karoline von Günderrode 1780–1806, Achim von Arnim 1781–1831, Adelbert von Chamisso 1781–1838, Bettina von Arnim 1785-1859, Ludwig Uhland 1787–1862, Joseph von Eichendorff 1788–1857, Friedrich Rückert 1788-1866, Wilhelm Müller 1794-1827, Wilhelm Hauff 1802–1827

Zu den Komponisten zählen mindestens Heinrich Schnörkel aus Lübeck, Carl Maria Weber aus Eutin, Louis Spohr.
Auch Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendessohn-Bartholdy werden mit einigen Werken dazugezählt.
Die Grundthemen der Romantik sind Gefühl, Leidenschaft, Individualität und individuelles Erleben sowie Seele, vor allem die gequälte Seele.

Zur massenhaften Ausbreitung der Romantik kam es, als am Ende des 18. Jahrhunderts, nach einer Ära relativer Ruhe, in der viele Konflikte auf diplomatischem Wege geregelt worden waren, plötzlich die Französische Revolution und Napoleon den europäischen Kontinent mit Kriegen überzogen. Es waren Helden gesucht – wie etwa Napoleon in Frankreich, Admiral Nelson in England, General Kutusow in Russland und Generalfeldmarschall Blücher in Preußen –, und romantische Wünsche entfachten die Phantasie. Ein weiterer Faktor war die gestiegene Bildung der Bürger, die den Boden für Kunst und Literatur bereitete. Wirtschaftlicher Aufschwung und der damit verbundene höhere Wohlstand ermöglichten es den Bürgern, sich mehr Bücher, Musikinstrumente oder Theater- und Konzertkarten zu kaufen.
Zu den Malern verbindet man die Nazarener mit der Romantik, ein Meister der Italienbilder ist Franz Ludwig Catel geworden, ausserdem sind nennenswert Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und Moritz von Schwind.

Unser Tipp: Besuchen Sie die Kunsthalle Hamburg, genießen Sie eine Opernaufführung in Eutin oder nehmen Sie mal wieder eine Wanderung vor.

 

Genter Altar

 

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