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Glinde - seit 1979 junge Stadt im Grünen

Glinde (niederdeutsch Glinn) ist eine Stadt in Schleswig-Holstein und liegt etwa 7 Kilometer östlich von der Stadtgrenze Hamburg oder 21 Kilometer vom Stadtzentrum Hamburg.

Glinde wird zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde vom 25. März 1229 erwähnt. In der Urkunde überträgt Graf Adolf IV. von Holstein das Dorf Glinde dem nahegelegenen Zisterzienserinnenkloster Maria Magdalena, das um 1250 an seinen heutigen Standort Reinbek zieht. Glinde dient fortan der Unterhaltung der Nonnen.

Mühlenteich Glinde
Mühlenteich Glinde Stormarn





1880 wird das Gut Glinde vom Hamburger Rechtsanwalt Edward Bartels Banks, der eine große Anzahl Ländereien erworben hatte, gegründet. Es entwickelt sich unter Franz Rudorff und Sönke Nissen zum Musterbetrieb für Milchviehhaltung.

Ab 1940 etwa erlebt Glinde starke Zuzüge aus Hamburg durch ausgebombte Familien, nach dem Zweiten Weltkrieg auch durch Ostflüchtlinge. 

1979 erhält Glinde die Stadtrechte.

Die nachfolgend aufgeführten „Stadtteile“ haben keinen offiziellen Charakter, sondern stellen lediglich regional bekannte Bezeichnungen dar.

Wiesenfeld (Glinde Süd)
Wiesenfeld, das noch vor einigen Jahrzehnten zum benachbarten Dorf Schönningstedt gehörte, ist heute ein Stadtteil von Glinde, der von Wohneinheiten in einer grünen Umgebung geprägt ist. Wiesenfeld war während des Nationalsozialismus ein Arbeitslager. Im März 2014 wurde zum Gedenken an das Lager, das sich von 1943 – 1945 in diesem Ortsteil von Glinde befand, eine Stolperschwelle verlegt.

Am Rande des Stadtteils zieht der Gellhornpark mit seinen zwei Seen viele Spaziergänger an. Hier steht auch die Gellhornpark-Villa, in der sich seit der Renovierung bis Herbst 2013 ein Restaurant befand.

Glinder Berg
Die Firma Krupp (Essen), die in Glinde 1934 ein Werk zur Herstellung von Kurbelwellen für Flugzeuge errichtete, legte in den folgenden zwei Jahren eine Siedlung für ihre Mitarbeiter an. Sie bestand aus Einheitsgrundstücken von 1100 m² zur Eigenwirtschaft nebst Ställen für die Kleintierhaltung. Die Einwohnerzahl in Glinde stieg damals von 350 auf etwa 500 Einwohner. Die Kruppsiedlung sowie die Heereszeugamtsiedlung waren eine Grundlage für das Wachstum des Ortes durch Industrie- und Militäreinrichtungen in der Zeit des Nationalsozialismus.


Glinder Markt
Der Glinder Markt ist im Zuge der Ortsumgestaltung Anfang der 1970er Jahre angelegt worden, wobei auch der große Dorfteich zugeschüttet wurde. Die Anordnung von Wochenmarkt und Fachgeschäften war richtungsweisend für die Gestaltung der „Schlafstädte“ im Hamburger „Speckgürtel“. 


Die Glinder Mühle ist eine alte Wassermühle, die in der heutigen Stadt Glinde steht. Sie ist heute ein Museum, war früher aber eine Fellmühle und später auch eine Kupfermühle, bis sie 1864 zur Farbholzmühle und 1868 zur Kornmühle wurde.

Als Ausflugsziele locken auch der Frederici-Park am Mühlenteich, das Forum im Schulzentrum und das Schloss Glinde.
 

Aumühle